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Großeltern als Stütze nach Trennung oder Scheidung

von Mag. Dagmar Bojdunyk-Rack

Für Eltern verändert sich durch eine Trennung oftmals das ganze Leben, und für das Kind bricht die vertraute familiäre Welt zusammen. Diese Umbruchsituation wirkt sich auch auf Großeltern aus, die nach einer Trennung gefühlsmäßig häufig zwischen allen Stühlen sitzen. Auf der einen Seite ist da die Nähe zum eigenen Kind, auf der anderen fühlen sie sich aber meist auch den Schwiegerkindern verbunden. Ihre große Sorge gilt in der Regel den Enkelkindern, da diese unter der schwierigen Situation leiden. Sie befürchten auch, den Kontakt zu ihnen verlieren.

Zu den Großeltern haben Kinder oft eine ganz besondere, innige und tiefe Beziehung, da diese mit weniger Konflikten belastet ist als die Beziehung zu den Eltern. Oma und Opa spielen eine besondere Rolle, da sie für Enkelkinder eine zuverlässige, vertraute Stütze sind. Gerade bei einer Trennung der Eltern nehmen sie daher oft eine wichtige Rolle für das Kind ein. In einem sich verändernden elterlichen Familiensystem können sie dem Kind ein Stück vertrauter familiärer Welt erhalten und ihm einen sozialen Ort geben, der „trennungsfrei“ ist und Raum für die kindlichen Bedürfnisse eröffnet. Denn nach den Eltern sind die Großeltern oft die wichtigsten erwachsenen Bezugspersonen eines Kindes innerhalb der Familie. Wenn Mama und Papa sich trennen, ist eine wichtige Aufgabe von Großeltern, für die betroffenen Enkelkinder da zu sein.

Ob Großeltern unterstützend tätig werden können, liegt zuerst in der Entscheidung der Eltern. Diese können den Kontakt des Kindes zu den Großeltern der “anderen Seite” umso besser zulassen, je mehr sie die Sicherheit haben, dass ihr Kind nicht gegen sie beeinflusst wird.

Im Alltag können sie für Eltern unterstützend sein, indem sie Betreuungsfunktionen übernehmen. Sie können z. B. das Kind vom Kindergarten oder von der Schule abholen, gemeinsame Nachmittage verbringen, das Kind zum Sport oder Musikunterricht bringen oder auch einmal am Abend zur Verfügung stehen. All das entlastet Mütter und Väter in Trennungssituationen, denn diese brauchen auch Zeit für sich selbst. Da tut es zwischendurch gut, einfach mal abends alleine ausgehen zu können und das Kind in sicheren Händen zu wissen.

Großeltern können ein wertvolles Fundament für Enkelkinder sein, wenn durch die Scheidung der Eltern das ganze Leben ins Schwanken gerät. Sie sind oft der Ruhepol in stürmischen Zeiten. Dazu kommt: Kinder wollen ihre Eltern meist nicht mit ihren eigenen Sorgen belasten, da sie spüren, dass diese mit anderen Problemen beschäftigt sind. Ein Gespräch mit Oma fällt oft leichter, auch das Basteln oder Spielen mit Opa entlastet ein Kind. Da-sein, Zeit haben, zuhören und auch trösten, stärkt das Vertrauen in die Welt. Unbeeinträchtigte Kontakte zu den Großeltern beider Seiten bedeuten für das Kind auch Stabilität in einer sich verändernden Umgebung und entspricht auch ihrem Wunsch nach Gerechtigkeit – nämlich Zeit mit beiden Familien zu verbringen. Sie erleben, dass sich ihre Eltern trennen, erfahren aber gleichzeitig, dass es vertraute familiäre Beziehungen gibt, die bestehen bleiben und bei denen sie emotional auftanken können.

Mit einer neuen Partnerschaft kommt meist ein weiteres Großelternpaar hinzu – man könnte von “Stief-” oder „Bonus-“Großeltern sprechen. Das kann für Kinder ein Gewinn sein. Voraussetzung ist allerdings, dass die Großeltern untereinander nicht in Konkurrenz treten. Weder sollten die “neuen” Großeltern meinen, nun die besseren Großeltern zu sein oder die “alten” Großeltern ersetzen zu wollen, noch sollten die leiblichen Großeltern versuchen, die “neuen” auszuschließen.

Tipps für Großeltern:

  • Ergreifen Sie niemals Partei für einen Elternteil, reden Sie niemals negativ oder abwertend über einen der beiden! Dies führt dazu, dass das Kind in einen massiven Loyalitätskonflikt kommt, denn schließlich hat es beide Eltern lieb. Kinder haben immer Anteile beider Eltern sich, und eine Abwertung eines Elternteils bedeutet immer auch eine Abwertung eines Teils des Kindes.
  • Gemeinsame Ausflüge und Unternehmungen geben dem Kind einen unbekümmerten Alltag und entlasten von den Sorgen. Lachen und spielen sie gemeinsam, genießen sie gemeinsam die schönen Seiten des Lebens und bieten Sie ihm ein Stück Fortbestand des bisherigen Familienlebens an. Das schenkt Ihrem Enkelkind Kraft und Zuversicht und gibt dem Kind die Stabilität, die ihm Vater und Mutter in der Trennungskrise nicht oder nur eingeschränkt bieten können.
  • Nehmen Sie sich Zeit für Ihr Enkelkind, versuchen Sie seine Gefühle zu verstehen und geben Sie ihm eine Möglichkeit, diese auch auszudrücken – sei es im Gespräch, im kreativen Tun oder durch Bewegung.
  • Auch wenn Sie zeitweise Betreuungs- und Erziehungsfunktion bei Ihrem Enkelkind übernehmen, bleibt die primäre Verantwortung für das Enkelkind weiterhin bei den Eltern und nicht bei Ihnen als Großeltern!
  • Versuchen Sie nicht im Konflikt zwischen den Eltern zu vermitteln! Diese Versuche sind meist zum Scheitern verurteilt, da Sie als Großeltern selbst Teil des familiären Systems sind und damit leicht als parteiisch erlebt werden. Es ist sinnvoller, an eine professionelle Beratung oder Mediation zu verweisen.

Großeltern können für das Kind eine Insel im stürmischen Trennungsmeer sein, aber auch eine sichere Brücke zwischen dem einen und dem anderen elterlichen Ufer (nach Hans Dusolt).


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