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Lebenskompetenzförderung im Kleinkindalter als Maßnahme zur Suchtprävention

von Barbara Meixner

Suchtvorbeugung sollte schon im Kleinkindalter beginnen. Erwachsene und Bezugspersonen können einen wesentlichen Beitrag leisten, Kinder zu stärken. Ziel im Kindesalter ist es, durch frühzeitige Förderung von Lebenskompetenzen die Persönlichkeit eines Menschen zu stärken und mögliche Ursachen von Sucht zu verhindern. Der Aufbau einer sicheren Bindung von Anfang an ist eine wichtige Grundlage dafür.

Im Familienalltag gibt es zahlreiche Möglichkeiten Kinder in ihrer Persönlichkeit zu fördern. Dies kann zum Beispiel über gemeinsame Aktivitäten oder auch mit ausgewählten Bilderbüchern erfolgen. Im weiteren Text erhalten Sie einen Überblick über die Grundlagen der Suchtprävention im Kindesalter, sowie Inspirationen für das tägliche Miteinander.

Für die Suchtvorbeugung im Kindesalter sind zwei Ansatzpunkte von großer Bedeutung. Zum einen das Erkennen von ausweichenden Verhaltensweisen und zum anderen die Lebenskompetenzförderung.

Das Ausweichende Verhalten
Kinder sind in der Regel nicht selber mit substanzgebundenen Süchten konfrontiert, allerdings können sie schon in jungen Jahren ein ausweichendes Verhalten aufweisen. Von ausweichendem Verhalten spricht man, wenn ein Mittel (z.B.: Süßigkeiten) oder ein Verhalten (z.B.: Mediennutzung) zweckentfremdet eingesetzt wird, um ein unangenehmes Gefühl (Langeweile, Frustration, Wut) rasch in ein vordergründig angenehmes Gefühl überzuführen. Gutgemeinte „Ablenkungsmanöver“ mit Spielzeug oder Süßem bringen vielleicht kurzfristigen Erfolg, helfen dem Kind aber nicht, mit Herausforderungen des Lebens umgehen zu lernen und Emotionen passend zu regulieren. Eltern und Bezugspersonen können ihre Kinder in diesen Situationen begleiten, „negative“ Gefühle anerkennen und durch Trost, Interesse, Aufmerksamkeit und Körperkontakt eine Orientierung geben, wie diese Situation gut gelöst werden kann. Das Bilderbuch„ Weißt du was Glück ist“ von Marcus Pfister bietet einen Gesprächsanlass, um persönliche Stärken und Ressourcen zu entdecken und Bewältigungsstrategien zu überlegen.

Die Lebenskompetenzförderung
Neben dem Erkennen von ausweichenden Verhaltensweisen spielt die Förderung von Lebenskompetenzen eine wichtige Rolle im Kindesalter. Doch was versteht man unter dem Begriff Lebenskompetenzen? Dabei handelt es sich um Fähigkeiten, die einem dabei helfen, mit Problemen, schwierigen Situationen und Herausforderungen besser umzugehen. Das sind Eigenschaften wie Einfühlungsvermögen, Umgang mit Stress, Kommunikationsfähigkeit oder Selbstwahrnehmung.

Der „Schutzschirm“ ist ein Modell um Schutzfaktoren (= Lebenskompetenzen) und Risikofaktoren zu veranschaulichen und deren Wirkung zu beschreiben. Im Laufe unseres Lebens erwerben wir verschiedene Lebenskompetenzen. Ähnlich wie uns der Regenschirm vor Nässe schützt, bewahren uns diese Fähigkeiten – je nachdem, wie viele und vor allem in welcher Qualität wir sie uns angeeignet haben – vor sogenannten Risikofaktoren. Risikofaktoren sind Bedingungen, die die psychische und physische Entwicklung stören (z.B.: negative Vorbilder, mangelndes Zugehörigkeitsgefühl, usw.). Schutzfaktoren können die Wirkung von Risikofaktoren mildern. Dieser gesunde Umgang mit Herausforderungen führt im Idealfall dazu, dass Probleme später nicht mit Suchtmitteln oder süchtig machenden Verhaltensweisen „gelöst“ werden.

Um sich mehr darunter vorstellen zu können, hier die wichtigsten Schutzfaktoren und Ideen für den Familienalltag.

  • Ich-Stärke
    Darunter versteht man die Selbstwirksamkeit (Vertrauen in die eigenen Stärken), das Selbstvertrauen (Vertrauen in das eigene Können) und das Selbst(wert)gefühl (Wer bin ich und wie gut kenne ich mich?) eines Kindes. Bezugspersonen unterstützen die Ich-Stärke, wenn sie die emotionalen Bedürfnisse eines Kindes ernst nehmen, Stärken fördern, Verantwortung übertragen und genügend Freiraum geben. „Das Allerwichtigste“ von Antonella Abbatiello (in Deutsch und in unterschiedlichen Zweitsprachen erhältlich) zeigt die Verschiedenartigkeit als Bereicherung auf.  
  • Umgang mit Gefühlen
    Kinder sollen lernen, Gefühle zu erkennen, sie zu benennen und entsprechende Möglichkeiten finden um sie auszuleben. Das Bilderbuch „Heute bin ich“ von Mies van Hout – voller bunter Fische, die jeweils ein Gefühl ausdrücken – hilft schon jungen Kindern Wörter für ihre Empfindungen zu finden.  
  • Frustrationstoleranz
    Dies ist die Fähigkeit, Enttäuschungen zu kompensieren oder Bedürfnisse aufzuschieben. Unter dem Motto „Umwege erweitern die Ortskenntnis“ dürfen Kinder Fehler machen, sich der Ermutigung der Bezugsperson sicher sein und erleben, dass Enttäuschungen nicht immer zu vermeiden sind.
  • Genussfähigkeit
    Genießen heißt, sich mit allen Sinnen auf etwas einzulassen, das gut tut. Die Fähigkeit etwas genießen zu können, hilft dabei zu entscheiden, was für mich als Person gut ist, was nicht und wann es genug ist. „Wann hab ich eigentlich genug“ von Dagmar Geisler widmet sich dieser Frage. Ob bei Gummibärchen oder der Mediennutzung wird hier aufgezeigt was zu wenig – gerade richtig – oder zu viel sein kann. m Familienalltag gibt es unzählige Genussmomente (kuscheln, Gespräche, gemeinsames Essen, spielen, streiten und sich versöhnen, Ausflüge u.v.m).  
  • Kreativität und Aktivität
    Kreativität bedeutet, eigene Ideen zu entwickeln und umzusetzen. Im freien Spiel entwickelt das Kind, ohne Zutun der Erwachsenen, Problemlösungen unterschiedlichster Art. Die Aufgabe der Bezugsperson ist es, Freiräume und eine ansprechende Umgebung für das Kind zu schaffen. Das Kind hat so die Möglichkeit, die Welt mit allen Sinnen aktiv zu erforschen, aber auch Langeweile zu erleben.
  • Körperbewusstsein
    Die Entwicklung des Körperbildes geschieht durch Interaktion mit der Umwelt und wird wesentlich in der Kindheit geprägt. Ein positives Körperbewusstsein erlangen Kinder, durch vielfältige Möglichkeiten ihren Körper zu spüren und zu erleben, sowie durch aufbauende Rückmeldungen der Umgebung. In „Das bin ich. Ich zeig es dir“ von Heinz Janisch werden Körperteile benannt und Besonderheiten hervorgehoben. Mit einem Blick in einen Spiegel und dem Satz „Jeder ist ein Wunder für sich“ schließt das Bilderbuch.
  • Soziale Kompetenz
    Darunter versteht man eine Vielzahl von Fähigkeiten im Bereich der Kommunikation, der Konfliktlösung und dem Verhalten von Kindern in einer Gruppe. In jeder Familie gibt es Streit – vergessen wir die Versöhnung nicht. Durch die positive Vorbildwirkung von Erwachsenen lernen Kinder einen wertschätzenden Umgang miteinander, oder auch konstruktive Konfliktlösung.

Gute Beziehungen und eine sichere Bindung zu einer Bezugsperson von Beginn an sind entscheidend.

Geben wir unseren Kindern einen Schutzschirm mit und bieten ihnen Orientierung in ihrer Persönlichkeitsentwicklung!

VIVID – Fachstelle für Suchtprävention

 

 

 


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