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Let’s talk about money…

von Peter Kopf

Eines gehört immer noch zu den großen Tabuthemen in unserer Gesellschaft: Übers Geld zu reden. Das ist schade. Und vor allem kann es sehr teuer werden. Das erzählen die Klientinnen und Klienten der ifs Schuldenberatung immer wieder. Hätten sie früher gegengesteuert, wären sie früher bereit gewesen, über ihr Geld und über ihre Schulden zu reden, so wäre es nicht so weit gekommen, dass sie jetzt in der Schuldenberatung sitzen.

Das und die Tatsache, dass immer mehr junge Menschen die ifs Schuldenberatung in Anspruch nahmen, haben die Schuldenberater – nicht nur in Vorarlberg, sondern in ganz Österreich – sehr ernst genommen.

Unsere Überlegungen waren: Wenn es gelingt, mit jungen Menschen zu einem frühen Zeitpunkt, noch ehe sie Schwierigkeiten mit Geld haben, über ihre Wünsche, über ihre Lebenspläne oder ihren Umgang mit Geld zu reden, dann können wir präventiv vieles bewirken.

Es war klar: Das Ganze muss ohne erhobenen Zeigefinger, in einem geschützten Rahmen und auf Augenhöhe mit den jungen Menschen geschehen. So wie man Rechnen, Schreiben, Lesen, Sprachen, Moped- oder Autofahren lernt, kann man auch den Umgang mit Geld lernen. Entstanden ist der „Vorarlberger Finanzführerschein“.

Seit mehr als zehn Jahren sind zwei Mitarbeiterinnen der ifs Schuldenberatung in Schulen, Lehrbetrieben, Jugendorganisationen, sozioökonomischen Betrieben des AMS, mittlerweile auch in Einrichtungen für junge Geflüchtete und in vielen anderen Institutionen unterwegs. Sie reden mit den jungen Leuten übers Geld und über Schulden. Sie lassen sich erzählen, welche Geldstrategien die Jugendlichen anwenden, und sie überlegen gemeinsam mit ihnen, wie ein guter Umgang mit Geld ausschauen kann – ohne dadurch gleich auf alle Annehmlichkeiten des Lebens verzichten zu müssen. Sie vermitteln den Schülerinnen und Schülern oder den Lehrlingen, wie wichtig Sparen ist, dass Wünsche nicht gleich erfüllt werden müssen, dass eine gute Planung hilft, um den Überblick über das eigene Geld nicht zu verlieren, dass nicht bezahlte Schulden zu großen Problemen führen können. Aber auch, dass Bezahlen mit Bargeld eine große Hilfe ist, um das eigene Konto nicht aus dem Ruder laufen zu lassen. Selbstverständlich gibt es auch Tipps im Umgang mit Geld:

  • Wie wichtig es ist, die Fixkosten möglichst niedrig zu halten.
  • Dass ein Haushaltsbuch hilft, den Überblick zu bewahren.
  • Was gefährliche Schulden sind (Miete, Strom, ein überzogenes Konto).
  • Wie man sich vor Sonderangeboten schützt.
  • Dass Rücklagen helfen, Unvorhergesehenes zu bezahlen.
  • Dass man sich vor „heimlichen“ Schulden in Acht nehmen sollte (Vorschüsse beim Arbeitgeber, Rechnungen auf den nächsten Monat verschieben, bei Freunden oder Verwandten Geld ausleihen, das Konto immer im Minus führen).
  • Oder was die „Vier-Kuvert-Methode“ ist. (Ich hebe mir am Anfang des Monats das Geld vom Konto ab, das ich diesen Monat verbrauchen kann und teile es in vier Kuverts auf. Jede Woche darf ich das Geld aus einem Kuvert verwenden. Wenn am Ende etwas übrig bleibt, kann ich mir auch einmal etwas Größeres leisten.)

Wie funktioniert der Vorarlberger Finanzführerschein?

Es gibt drei Stufen: S (für 10-/11-Jährige), M (für 14-/15-Jährige) und L (für 16- bis 18-Jährige). Die Module werden selbstverständlich altersgerecht aufbereitet. Es finden keine Frontalvorträge, sondern Workshops statt.

Gebucht werden kann der Finanzführerschein durch Lehrpersonen, Lehrlingsausbildner, Jugendarbeiter, Mitarbeiter in sozioökonomischen Betrieben, Sozialarbeiter – wer auch immer mit jungen Leuten arbeitet.

Vorgesehen sind drei Module. Eines wird immer von der ifs Schuldenberatung angeboten. Die anderen beiden können aus dem Angebot der Partnerorganisationen des Vorarlberger Finanzführerscheins (AMS, Arbeiterkammer, Wirtschaftskammer mit der Vorarlberger Volkswirtschaftliche Gesellschaft, den Banken Hypo, Raiffeisen, Sparkassen und Volksbanken, der Jugendinfo aha oder dem Freigeist der Jungen Kirche) ausgewählt werden. Wer drei Module besucht hat, bekommt den Finanzführerschein überreicht. Im Sommer 2017 konnte bereits der 11.000ste Finanzführerschein einem Schüler einer Neuen Mittelschule übergeben werden.

Durch die Finanzierung durch das Land Vorarlberg und die beteiligten Partnerinstitutionen sind die Module für die Teilnehmenden kostenlos.

Ähnliche Angebote gibt es auch in den anderen Bundesländern.

Übrigens: Seit es den Finanzführerschein gibt, sind die Anmeldungen junger Klientinnen und Klienten bei der ifs Schuldenberatung zurückgegangen.

 

ifs Schuldenberatung

Mehrerauerstraße 3

6900 Bregenz

schuldenberatung@ifs.at

www.fitfuersgeld.at

www.ifs.at


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