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Mit Volldampf zurück in den Job – Vorbereitung auf den Wiedereinstieg

von Peter Rieder

Mit der Elternschaft beginnt für viele – vor allem beim ersten Kind – ein komplett neuer Lebensabschnitt. Viele Erfahrungen bereichern das eigene Leben, aber auch ein hohes Maß an Verantwortung wird ganz plötzlich deutlich spürbar. Aber vor allem ist alles anders als davor und selbst Menschen mit guter Vorstellungsgabe können oft erst in der Situation verstehen, wie stark ein Kind das Leben verändert. Nach einer Zeit der Karenz – wie lange diese auch immer gedauert haben mag – ruft aber auch wieder das frühere Leben. Der Wiedereinstieg steht bevor und will gut geplant werden. Aber worauf sollte ich dabei achten? Was ist persönlich wichtig? Und was kann ich als Mitarbeiter_in tun, damit dieser reibungslos gelingt?

„Rechtzeitig“ heißt das Zauberwort

Damit beim Wiedereinstieg alles glatt geht, ist es vor allem wesentlich, rechtzeitig mit Überlegungen dazu zu beginnen. Vielfach stellen sich Eltern ihre Karenz und den Wiedereinstieg im Vorfeld anders vor, als sich dieser dann mit Kind tatsächlich gestaltet. Nicht nur verlangt jedes Kind nach einer anderen Art der Betreuung und Zuwendung, aber auch die eigenen Lebenspläne stellen sich oft während und nach einer Karenz plötzlich ganz anders dar, als man es gedacht hatte.
Umso wichtiger ist es, sich bereits während der Karenz Gedanken zu machen zu folgenden Fragen:

  • Wie stelle ich mir einen idealen Wiedereinstieg selbst vor?
  • Passt mein gewählter Zeitplan auch für mein Kind?
  • Welche Möglichkeiten der Kinderbetreuung habe ich? (Einrichtungen, privates Netzwerk, Partner_in, Großeltern)
  • Welche Anzahl an Arbeitsstunden ist daher für mich (und mein Kind) denkbar?

Besonders die letzte Frage ist zum Einen nicht immer ganz einfach im Vorfeld zu beantworten, zum Anderen aber hat natürlich auch der Arbeitgeber ein Wörtchen dabei mitzureden. Für viele Eltern ist auch die Frage, ob sie einen Anspruch auf Elternteilzeit haben, eine Wesentliche. Aber auch, wenn dieser nicht gegeben ist, kann eine solche mit dem Arbeitgeber vereinbart werden.
Auch hier gilt: Rechtzeitig das Gespräch suchen. Für Arbeitgeber sind Karenzen und der darauf folgende Wiedereinstieg auch nicht immer leicht zu planen. Je eher man sich über die gegenseitigen Vorstellungen austauscht, desto besser und desto leichter können für alle passende Lösungen gefunden werden.

Die Sache mit dem schlechten Gewissen

Was sich viele Eltern vor ihrem ersten Kind kaum vorstellen können, ist die Sache mit dem schlechten Gewissen, das sie spätestens dann heimsucht, wenn sie das erste Mal nach der Karenz wieder arbeiten gehen. Bin ich in der Arbeit, habe ich ein schlechtes Gewissen gegenüber meinem Kind (vor allem dann, wenn es beim Abschied in der Früh bitterlich geweint hat). Bin ich bei meinem Kind habe ich ein schlechtes Gewissen gegenüber meinem Arbeitgeber oder meinen Kollegen (vor allem dann, wenn es Neid gibt, warum ich als Person mit Kind immer pünktlich gehen kann bzw. muss).
Keine Sorge, dieses schlechte Gewissen ist normal und fast alle Eltern haben es das eine oder andere Mal! Umso wichtiger ist es im Vorfeld daher, das Kind an eine fremde Betreuung zu gewöhnen. Kinder reagieren beim ersten Mal in fremder Betreuung ganz unterschiedlich. Während manche damit wenig Probleme haben, ist es für andere eine gefühlte Katastrophe.
Auch hier kann im Vorfeld schon vorgebaut werden. Kinder, die es von klein auf gewöhnt sind, auch einmal Zeit bei den Großeltern oder Freunden zu verbringen – und seien es nur einige Stunden – tun sich oft auch beim Eintritt in den Kindergarten leichter. Trotzdem stellt diese Situation für Kinder eine ganz neue Erfahrung dar und sollte behutsam gemacht werden. Planen Sie daher ausreichend Zeit für die Eingewöhnung ihres Kindes im Kindergarten oder der Krippe ein. Oft verläuft der Trennungsschmerz auch in Phasen. Auch wenn es am Anfang vielleicht gut ging, kommt der Punkt, an dem das Kind dann ganz plötzlich nur mehr mit Widerwillen und großem Gezeter in der Gruppe bleiben will. Das ist oft dann der Fall, wenn es merkt, dass dies nun zum Dauerprogramm wird. Wenn Sie sich und ihrem Kind hier genug Zeit geben, dann klappt auch der Einstieg in den Kindergarten besser und niemand von ihnen ist gestresst. Und wenn das Kind sich in der Fremdbetreuung wohlfühlt, dann stellt sich auch das schlechte Gewissen nicht ein.

Teilzeitfalle oder heilige Kinderzeit?

Mit dem Wiedereinstieg geht auch nahtlos die Frage des Stundenausmaßes einher. Eltern tendieren häufig dazu, sich gerade zu Beginn, wenn noch alles unsicher ist und das mit der Kinderbetreuung anfänglich nicht so gut klappt, niedrige Stundenanzahlen für den Wiedereinstieg zu wünschen. Das ist nur allzu verständlich, schließlich will man natürlich nur das Beste für sein Kind, aber vergessen Sie dabei nicht auch auf sich selbst! Nicht nur, dass die meisten Arbeitgeber mit Teilzeitwünschen von 12 oder 15 Stunden keine rechte Freude haben, so bedeuten niedrige Stundenausmaße auch für Sie selbst unter Umständen später ein böses Erwachen, wenn der Brief über das Pensionskonto ins Haus flattert.
Wesentlich ist es, mit dem Arbeitgeber eine solide und verlässliche Vereinbarung zu treffen. Unter der Voraussetzung, dass das vereinbarte Stundenausmaß dem Tatsächlichen entspricht, sind auch höhere Stundenanzahlen für beide sinnvoll und oft möglich. Sprechen Sie sich rechtzeitig mit Ihrem/Ihrer Partner/in ab, klären Sie die Möglichkeiten der Fremdbetreuung im Umfeld und finden Sie dann ein Stundenausmaß, das Ihnen ein gutes Leben (sowohl finanziell als auch von der zeitlichen Belastung) bietet und für alle Beteiligten gut schaffbar ist. Falls es Sie beruhigt: Eine neue Harvard Studie hat gerade gezeigt, dass Kinder von arbeitenden Eltern für ihr Leben sehr profitieren (http://derstandard.at/2000018292981/Working-Mum-Toechter-Harvard-Studie). Auch wenn das vielleicht nach einer zweijährigen Karenz und anfänglichem Abschiedsschmerz nur schwer vorstellbar ist.

Es ist ok, wenn sich Pläne ändern

Nicht nur ein bekanntes schwedisches Möbelhaus wirbt damit, dass es ok ist, seine Meinung zu ändern. Auch für Jungeltern können sich die Umstände oft rasch ändern und erfordern eine Korrektur. Im Rahmen der Elternteilzeit können Sie einmal eine Änderung der Lage bzw. des Ausmaßes der Arbeitszeit begehren. Einvernehmlich kann dieses natürlich auch öfters passieren. Auch hier ist wichtig, rechtzeitig und offen das Gespräch mit dem Arbeitgeber zu suchen.
Das Gleiche gilt übrigens auch für die Wahl der Karenzzeit. Manchmal ist es einfach nötig, doch länger als geplant zu Hause zu bleiben. Oder aber es zieht Sie nach wenigen Monaten schon wieder in den Job zurück. Mit der Dauer des Kinderbetreuungsgeldbezuges hat die arbeitsrechtliche Elternkarenz übrigens nichts zu tun! Auch wenn Sie für zB 12 Monate Kinderbetreuungsgeld beziehen, ist eine Karenz von zB 18 Monaten oder mehr möglich.

Im Kontakt bleiben hilft allen

Gerade aber während längerer Karenzen ist es wichtig, den Anschluss an das Unternehmen nicht zu verlieren. Viele Betriebe bieten tolle Möglichkeiten, um up-to-date zu bleiben. So werden etwa eine Mitarbeiterzeitung nach Hause geschickt oder aber in Karenz befindliche Mitarbeiter auf freiwilliger Basis zu eigenen Elterntreffen eingeladen. Nutzen Sie solche Angebote, um nahe am Geschehen zu bleiben. Auch eine Beschäftigung während der Karenz ist im Rahmen der Zuverdienstgrenzen zum Kinderbetreuungsgeld nicht nur rechtlich möglich, sondern wird von vielen Arbeitgebern auch aktiv angeboten. Auch eine solche stellt eine gute Möglichkeit dar, um den Wiedereinstieg zu erleichtern und Informationsdefizite frühzeitig aufzuholen.

Bleiben Sie entspannt – und selbstbewusst!

Alle die oben genannten Punkte tragen dazu bei, dass Sie den Wiedereinstieg möglichst entspannt angehen können. Und das ist auch wichtig – für Sie und Ihr Kind. Nicht immer läuft alles so wie geplant und der ständige Blick auf das Handy, wenn sich das Kind zum ersten Mal alleine im Kindergarten befindet, gehört einfach dazu. Je lockerer Sie selbst den Wiedereinstieg angehen, desto leichter wird er Ihnen und auch Ihrem Kind, aber auch Ihrem Umfeld fallen.
Viele Eltern unterschätzen auch, dass unter Umständen während einer längeren Arbeitsunterbrechung das Selbstbewusstsein leidet. Zwar kommen viele spannende Erfahrungen hinzu und doch hat sich lange Zeit vieles nur um Windeln, Babynahrung und Schlafenszeiten gedreht. Aufbauendes Feedback aus dem Umfeld gab es nicht wie vorher im Job. Eine berufliche Weiterbildung direkt nach dem Wiedereinstieg oder eine strukturierte Einführung über ein Mentoring mit Kollegen können helfen, wieder Vertrauen zu gewinnen.
Aber auch, wenn Ihr Arbeitgeber nichts davon aktiv anbietet: Trauen Sie sich und zeigen Sie, dass Sie auch nach der Karenz mindestens genauso viel – wenn nicht sogar noch mehr – an Erfahrung, Problemlösungskompetenz und Multi-Tasking-Fähigkeit mitbringen. Und gehen Sie sprichwörtlich mit Volldampf zurück in den Job!


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