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Nein, meine Suppe ess´ ich nicht!

von Mag.a Julia Geißler-Katzmann

Elternbildung
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Elternbildung

Wie viele Eltern wissen kann uns das Thema „Kinderernährung“ graue Haare wachsen lassen, vor allem dann, wenn der Mund geschlossen bleibt. Fragen, wie: „Bekommt mein Kind alles was es braucht?“ oder „Wird mein Kind mit genug Energie und Vitaminen versorgt?“ schwirren uns im Kopf herum.

Auch ich hatte zwei Kinder, die im Kleinkindalter gar nicht gerne gegessen haben. Als Ernährungswissenschafterin hatte ich ganz genaue Vorstellungen davon, wie sich der Essalltag meiner Kinder gestalten sollte… tja, und dann kam alles anders und ich musste erst damit umgehen lernen, wie es ist, wenn Kinder nahezu kaum etwas essen. Ich habe also mein Lernaufgabe gestellt bekommen!

Vertrauen statt MachtkampfElternbildung

Es war ganz und gar nicht einfach für mich unsere Kinder nach gefühlten drei Löfferl Reis wieder vom Esstisch „zu entlassen“ und mir selbst mantraartig vorzubeten, dass alles gut sei. Da es mir immer wichtig war, unsere Kinder bedürfnisorientiert und selbstbestimmt zu erziehen, wollte ich natürlich keinen Druck ausüben und schon gar kein Kind zum Essen zwingen. Oftmals habe ich versucht mit ihnen zu verhandeln und gemeinsam nach Kompromissen zu suchen. Das funktionierte manchmal besser, manchmal schlechter. Ich musste mich also im Vertrauen üben. Doch wohl das Wichtigste war, mich nicht in einen Machtkampf zu verstricken. Es war zu Beginn wirklich eine Übung darauf zu vertrauen, dass ein Kind an einem voll gedeckten Tisch nicht verhungert. So habe ich letztendlich gelernt tief zu atmen und loszulassen.

Mitentscheiden, mitgestaltenElternbildung

Wenn wir etwas mitentscheiden dürfen, dann sind wir meist kooperationsbereiter und werden in unserem Selbstwert gestärkt. So läuft dies auch bei unseren Kindern. Oft hilft es schon, Kinder vorab aus drei vorgeschlagenen Speisen auswählen zu lassen und dann zu kochen. Die Kinder in den Entstehungsprozess einzubinden kann auch Wunder bewirken, denn was durch eigene Hände entstanden ist, erhält mehr Wertschätzung und wird meist auch lieber gegessen. Je mehr Sie die Kinder in die Vorbereitungen einbeziehen, desto mehr wird die Freude am Essen werden. Das gemeinsame Ziehen und Beobachten von Kresse- oder Radieschensprossen ist für Kinder spannend und dann schmeckt´s am Butterbrot doppelt so gut. Das Schneiden von Gemüse oder Obst für den Aufstrich oder das Abschmecken von Topfen- oder Joghurtdips kann zu manch neuen kreativen Abwandlungen eines herkömmlichen Rezeptes führen.

Was ebenso gut ankommt ist, Wochentage einzubauen, wo die Kinder selbst entscheiden dürfen was es zu essen gibt.

Wissen hilftElternbildung

Was mir sicherlich geholfen hat, und daher möchte ich es auch hier mit Ihnen teilen, war Folgendes:
Kinder kommen mit zwei wichtigen Kompetenzen auf die Welt. Eine davon ist, zu wissen WANN sie Hunger haben. Dies können sie mitunter auch lauthals demonstrieren. Die zweite ist, zu wissen was sie gerade brauchen. So zeigte das Experiment von Clara Davis in den 1920er Jahren, dass neun Monate alte Babys – selbst wenn sie die freie Wahl haben – genau auf jene Nahrungsmittel greifen, die sie optimal in ihrer Gesundheit (Gewicht, Wachstum, Knochenentwicklung) und ihrem Wohlbefinden unterstützten – faszinierend, oder? So zeigt das Experiment, dass es unabhängig der Lernerfahrung (über die Eltern) eine angeborene Fähigkeit geben muss, die zu einer bedarfsgerechten Nahrungsaufnahme führt.

Ein Punkt, den wir auch beachten sollten ist, dass Kinder ein sehr gutes Hunger- und Sättigungsgefühl haben und sich – im Gegensatz zu uns Erwachsenen – nicht an Uhrzeiten oder Tischgesellschaften orientieren.

So hat es sich in unserem Essalltag gezeigt, dass es auch Tage gab als sie beim Essen kaum zu stoppen waren. An Tagen, wo Kinder also die Hauptmahlzeiten auslassen, weil sie einfach nichts essen möchten, vertrauen Sie auf das Gespür Ihrer Kinder, es wird seine Richtigkeit haben.

Der frühe Vogel… Elternbildung

„…fängt den Wurm, but the second mouse get´s the cheese“.

Frühstücksmuffel an Bord? Kennen Sie das auch?
Unser Sohn ist ein richtiger Frühstücksmuffel während unsere Tochter ihre Morgenmahlzeit liebt! Was ist nun besser? Aus ernährungsphysiologischer Sicht ist das Frühstück ein wichtiger Bestandteil, so tankt man seine Batterien wieder auf und ist leistungsfähig und konzentriert um den Tag optimal zu beginnen. Will ein Kind nicht frühstücken, so ist ein warmes Getränk ein guter Start in den Morgen. Ich serviere unserem Sohn gerne eine warme Bananenmilch mit Zimt und Vanille. Manchmal reibe ich ein Stück Apfel hinein und füge einen Esslöffel Haferflocken hinzu. Alles fein püriert schmeckt es ihm wunderbar und er hat etwas Wertvolles im Magen. In die Jausenbox kommt dann gerne etwas mehr hinein. Ein hochwertiges Brot mit Schinken, Gemüsespießchen, ein paar Hirsebällchen, eine Kinderhandvoll Nüsse und ein Stück Obst. An manchen Tagen kommt ein Joghurt mit dazu.

*bäh*, das mag ich nichtElternbildung

Während das Töchterchen bei den Spaghetti mit Sauce die Augen rollt, und mich auffordert „das Zeug“ – damit meint sie die Tomatensauce mit Bio-Rinderfaschiertem, roten Linsen und Karotten, die rund 40 Minuten langsam am Herd dick eingekocht wurde – von ihren Nudeln abzuwaschen, wirft unser Sohn unter Protest alle grünen Paprikastückchen aus seinem Salat. Haben Sie ähnliche Situationen auch schon erlebt? Da gibt es dann jene Momente, wo ich mich frage, wozu ich mit viel Liebe und Hingabe in der Küche gestanden bin. Tja, natürlich auch für mich – und die restliche Sauce friere ich wohl ein, denn ich bin mir sicher, dass sie ein paar Wochen später zur „Liiiiieblingssauce“ tituliert wird 😊. Damit die Spannung am Familientisch aufrecht erhalten bleibt, funktioniert „das Ganze“ aber auch umgekehrt – eine Woche zuvor waren die Apfelballen mit Zimt noch der Hit und dann… naja, vielleicht wissen Sie wovon ich spreche…
Bewahren Sie Ruhe, wenn Ihr Kind manchmal nur eine oder auch gar keine Portion „Grünzeug“ zu sich nimmt. Gewissen Phasen (z.B. ein Kind mag weder Obst noch Gemüse oder nur mehr Pasta ohne „roter Sauce“) verlangen einen entspannten Umgang. Denn sofern Ihr Kind ein Vorbild hat, das es abwechslungsreich genießen sieht, wird es in seinem eigenen Tempo den Weg zu einer ausgewogenen Kost finden. Das Wichtigste ist, Ihre Vorbildfunktion und dass Sie bei Ihrem Kind mit einer gewissen Selbstverständlichkeit eine Basis für ein gesundes Ernährungsverhalten legen.

Alles in allem möchte ich Sie dazu ermuntern, wenn Kinder gut wachsen und gedeihen und nicht ins extreme Untergewicht abrutschen, haben Sie Vertrauen in das Bauchgefühl Ihrer Kinder. Es lohnt sich für diese im Erwachsenenalter genau zu spüren wenn sie etwas Essbares brauchen oder wann sie satt sind 😊

Bauchweh, Krämpfe, ÜbelkeitElternbildung

Eine ganz andere Problematik stellt sich uns, wenn ein Kind nach dem Essen über Bauchweh klagt. Oder wenn Verdauungsprobleme, wie Durchfall, Blähungen und/ oder Übelkeit immer wiederkehren. Behalten Sie zu allererst im Auge, ob ihr Kind auch richtig gut kaut oder ob es eher zum Schlingen neigt. Langsam zu essen, und den Verdauungstrakt bei seiner Arbeit zu unterstützen, kann in vielen Fällen schon eine gute Hilfe sein. Natürlich sollte auch eine Blinddarmentzündung abgeklärt werden.
Im Kleinkindalter jedoch sind Bauchschmerzen sehr häufig. Dabei würde ich empfehlen nicht alleine auf die Ernährung, sondern auch auf Veränderungen im Umfeld des Kindes, Änderungen in der Kindergarten-/ Schulgruppe, Streit mit Freunden oder Geschwistern, Tod eines Haustieres etc. zu sehen.

Oftmals hilft einfühlsames Nachfragen, dazu eine Wärmeflasche und eine Bauchmassage mit Bäuchleinöl (Anis-Kümmel-Fenchel-Ölmischung). Auch ein Kamillen-, Fenchel-, Kümmel- oder Majorantee kann Schmerzen lindern.
Sollten die Verdauungsstörungen aber über einen längeren Zeitraum nicht verschwinden, sich sogar verstärken und auch mit ziemlicher Sicherheit mit dem Essen zusammenhängen, dann ist doch der Besuch beim Allergologen (link siehe unten) angesagt. Beginnen Sie mit Ihrem Kind ein Ernährungstagebuch – dazu schreiben Sie auf, was zu welcher Uhrzeit gegessen wurde und auch wann die Bauchschmerzen/ Übelkeit begonnen haben. Vergessen Sie dabei auch nicht das emotionale Befinden des Kindes zu berücksichtigen, gab es Unruhe in der Schule, war alles ausgeglichen und easy?

Die häufigsten Unverträglichkeiten zeigen sich bei Lactose, Fructose oder Histamin. Aber auch eine Hausstaubmilben- oder Pollenallergie kann sich auf den Lebensmittelbereich auswirken. Der Bereich der Unverträglichkeiten hat so viele unterschiedliche und individuelle Facetten, dass es schwer ist pauschale Aussagen zu treffen. Wie wir heute wissen, hat negativer Stress auch Auswirkungen darauf, das Risiko für eine Allergieentstehung zu begünstigen.Wenn der Befund vorliegt, bietet eine fundierte Ernährungsberatung eine weitere Hilfestellung. Abraten würde ich von einem Allergietest, den man im Internet bestellen kann.

https://www.allergenvermeidung.org/anlaufstellen/allergiezentren.html


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