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Psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen – ein Thema der Resilienz

von Dr. Werner Leixnering

Elternbildung
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Wenn heute immer wieder darauf hingewiesen wird, dass psychische Erkrankungen im Zunehmen seien, hat dies auch für Erziehung und Förderung von Kindern und Jugendlichen  große Bedeutung. Denn es stellt sich die Frage, wie denn psychische Gesundheit – also das Fehlen, die Abwesenheit  von psychischen Erkrankungen – bereits sehr früh im Leben eines Menschen möglichst sichergestellt und aufrecht erhalten werden kann. Und damit gleichzeitig auch für das spätere Leben vorgesorgt werden kann.
Die Kinder- und Jugendpsychiatrie würde also von Primärprävention, einem ihrer wichtigsten Anliegen, sprechen.
Resilienz, also die Verfügbarkeit von „Abwehrkraft“ in schwierigen Situationen des Lebens, die „Widerstandsfähigkeit“ gegen das Auftreten z.B. von krankheitswertigen Ängsten, depressiven Verstimmungen, aber auch Impulsdurchbrüchen und krankhaft-aggressiven Verhaltensmustern, ist einem neugeborenen Kind nicht einfach „eingegeben“ oder „vererbt“, sondern ist zu entwickeln, zu fördern und zu sichern. Wir könnten auch sagen, es handelt sich dabei um einen Prozess, eine auf  Dauer angelegte  Fähigkeit, die regelmäßig „gewartet“ werden muss. Wir wissen heute daher auch, wie sehr auf psychische Gesundheit – mental health – geachtet werden muss, durchaus vergleichbar den Maßnahmen, die wir zur Aufrechtungerhaltung körperlicher Gesundheit setzen.
Vorsorge im besten Sinn also.
Was aber kann Erziehung zur Entwicklung und Sicherung seelischer Gesundheit beitragen? Aus medizinisch-psychologischer Sicht sehr viel! Unsere aktuellen Gesundheits – und Krankheitsmodelle gehen im Wesentlichen davon aus, dass seelische Gesundheit als Ergebnis eines Wechselspiels zwischen inneren und äußeren „schützenden“ Einflüssen einerseits, sowie inneren und äußeren Belastungsfaktoren – die krank machenden Streß auslösen – andererseits, anzusehen ist. Man kann sich das am Beispiel einer Balkenwaage vorstellen: Auf einer Waagschale „lagern“ die Schutzfaktoren, auf der anderen die Risiko- und Belastungsfaktoren. Psychische Gesundheit erfordert, dass sich die beiden Waagschalen zumindest in einem stabilen Gleichgewicht befinden, möglichst aber die „schützende“ Seite überwiegt. Aufgabe der Erziehung muss es also sein, vor allem die äußeren Schutzfaktoren sicherzustellen (z.B sichere, liebevolle Begleitung des Kindes, gesunde Ernährung, ausreichende Anregung und Förderung), aber auch Risiko- und Belastungsfaktoren möglichst gering zu halten (z.B. Vermeidung von Überreizung und Überforderung des Kindes/ Jugendlichen, Vermeidung von Traumatisierung jeglicher Art). Überbehütung ebenso wie Vernachlässigung sind demnach zu vermeiden, da Kinder in beiden Fällen ganz „normalen“ Anforderungen im Leben, aber auch unplanbaren, belastenden Lebensereignissen schutzlos ausgeliefert wären, da sie ja dann keine „gesunden“ seelischen Abwehrstrategien gegen die Widrigkeiten des Lebens entwickeln konnten. Im Besonderen sei in diesem Zusammenhang auf die Bedeutung früher, intakter Bindungen an Bezugspersonen als wichtiger „Resilienzfaktor“ verwiesen. In diesem Sinne muss „Bildung“ des Kindes immer auch emotionale und sozio-moralische Elemente beinhalten – der Begriff der „Herzensbildung“ klingt zwar heute etwas „verstaubt“, beinhaltet aber nach  wie vor einen wichtigen Bereich in Bildungsprozessen. Stabile Bindungen tragen wesentlich dazu bei, dass Kinder und Jugendliche   seelisch „stark“ werden, Selbstwert entwickeln und ihr Gefühlsleben regulieren können.

Zusammenfassend lässt sich also aus kinderpsychiatrisch-präventiver Sicht sagen: Wir können „seelische Resilienz“  im engeren medizinischen Sinne vorbeugend weder durch Eingriffe in unser genetisches System sicherstellen, auch nicht „einimpfen“ oder durch Medikamente erzeugen. Um schützende (protektive) Faktoren bzw. Resilienzfaktoren zur Sicherung seelischer Gesundheit bzw. der Entwicklung einer „gesunden“ Persönlichkeit zu entwickeln, bedarf es sicherer Bindungen sowie eines gesunden, fördernden, aber nicht überfordernden „Erziehungsklimas“, wobei dazu seitens Pädagogik und Psychologie  viele Hilfen angeboten werden (siehe dazu auch die weiteren Expertenstimmen auf dieser Homepage). Darüber hinaus gilt es, soziale und ökonomische Rahmenbedingen sicher zu stellen, die es Eltern und Hauptbezugspersonen ermöglichen, ihre persönlichen Ressourcen zur Entwicklung des genannten gedeihlichen Erziehungsklimas entfalten zu können.


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