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Schlaf, Kindlein, schlaf – Wie Eltern und Kinder besser schlafen

von Vera Rosenauer

Wie kommt es, dass Kinder jenseits des Babyalters nach wie vor aufwachen? Warum wandern Kinder nachts eigentlich ins Elternbett? Verschiedene Schlafzyklen, böse Träume, die Ankunft eines Geschwisterkindes oder einfach die Tatsache, dass Kinder „Gesellschaftsschläfer“ sind, sind mögliche Erklärungen dafür.
Unser Schlaf verläuft pro Nacht in mehreren Zyklen, die sich wiederum in unterschiedliche Phasen teilen – manchmal schlafen wir so tief, dass uns nichts wecken kann, in der Traumphase werden die Geschehnisse des Tages verarbeitet und dann kommt immer wieder mal eine Phase, in der wir fast munter werden. Jetzt wird unbewusst gecheckt, ob alles noch so ist, wie zu der Zeit, als wir eingeschlafen sind.
Das ist nichts anderes als ein Security-Check, es könnte ja sein, dass inzwischen ein Säbelzahntiger in die Höhle gekommen oder das Lagerfeuer außer Kontrolle geraten ist. Bemerkt unser Hirn eine Veränderung sind wir in der Sekunde putzmunter.
Beim Erwachsenen dauert der Ablauf eines Schlafzyklus rund zwei Stunden, beim Neugeborenen nur knapp eine halbe Stunde. Für Eltern heißt dies, das Baby „checkt“ mindestens doppelt so oft die Lage und somit vervielfacht sich die „Gefahr“ des nächtlichen Aufwachens.

Warum wandern Kinder nachts ins Elternbett?

Ganz einfach – weil sie Gesellschaftsschläfer sind!
In den vielen Jahrtausenden der Menschheitsgeschichte wäre es dem Überleben des Kindes nicht zuträglich gewesen ohne die sichere Anwesenheit eines Erwachsenen zu schlafen. Dieses Wissen steckt einfach in unseren Kindern noch tief drin, auch wenn die Säbelzahntiger und Hyänen mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr in den europäischen Kinderzimmern auftauchen.
Nicht umsonst handeln viele der Alpträume von Vorschulkindern von Drachen, Monstern und sonstigem Ungetier – das magische Alter ist jetzt in Hochform. Schreckt das Kind aus dem Alptraum hoch, ist akut nichts anderes als Trösten angesagt (keine Erklärungen oder gar Logik!).
Zur Verarbeitung der Alpträume –  vor allem, wenn es immer das gleiche Monster oder die gleiche Hexe ist, die auftaucht – könnte der Traum gemalt werden. Oder Sie besprechen mit Ihrem Kind, wie es sich vor dem Monster schützen könnte – Ihr Kind hat hier sicher bessere Ideen als Sie, Eltern sind als Monstervertreiber nur bedingt kompetent. Kann es vielleicht mit Zuckerln aus dem Kinderzimmer gelockt werden? In einer Falle gefangen? Oder gibt es ein Stofftier, das zuverlässig gegen Monster beschützt?

Was tun, wenn das die Eltern nicht wollen?

Zuerst mal überlegen, warum wollen wir Eltern das nicht? Erst wenn der Grund klar ist, können sinnvolle Lösungen gefunden werden, die den Bedürfnissen aller entsprechen.
Weil vielleicht alle anderen Kinder in diesem Alter schon wunderbar selbstständig alleine schlafen (mindestens 10 Stunden am Stück!) und Sie fürchten ein wichtiges Erziehungsziel nicht erreicht zu haben? Aus meiner Sicht ist alleine einschlafen und durchschlafen kein so großer Meilenstein auf dem Weg in die Selbstständigkeit wie manchmal gern verbreitet wird. Das Ziel sollte sein, dass alle Beteiligten in der Früh weitgehend ausgeschlafen sind. Wird dieses Ziel mit einer gemeinsamen Schlaflösung erreicht, ist das vollkommen ok (ach ja, und glauben Sie nicht allen Erzählungen anderer Eltern …)
Anders sieht es aus, wenn Sie einen kleinen Schläfer mit „Krakengen“ haben, der in der Mitte wild um sich schläft, so dass die Eltern kein Auge zumachen können. Hier könnte eine Gästematratze am Boden helfen, auf der das Kind den Rest der Nacht verbringt.
Oder geht es darum, dass Sie einfach wieder Ihre elterliche Privatsphäre haben möchten? Das ist auch absolut ok. Sie könnten mit einem etwas älterem Kind dann zum Beispiel ein Ritual einführen, dass es an einem bestimmten Tag der Woche immer bei den Eltern schlafen darf. Das ist einfacher als das Schlafen bei Mama und Papa völlig zu verbieten (was es ja auch erst wieder recht interessant macht!)
Natürlich ist das Thema zu komplex, als dass es sich hier in einigen Zeilen vollständig besprechen ließen – scheuen Sie sich bei Fragen nicht, eine/n ErziehungsberaterIn zu kontaktieren. Oft hilft schon ein Telefongespräch!

Exkurs: Ein zweites Baby kommt …

Spätestens wenn ein Geschwisterkind unterwegs ist, denken die meistens Eltern ans Aussiedeln des großen Kindes. Ich empfehle, das nicht unbedingt in zeitlicher Nähe zum geplanten Geburtstermin zu machen. Ein Geschwisterchen zu bekommen ist ohnehin eine große Herausforderung im Leben des Kleinkindes, da wär der Umzug ins eigene Zimmer zu viel. Drei bis vier Monate vor der Geburt ist ein guter Zeitpunkt – und dann muss natürlich auch das „Marketing“ stimmen.
„Du musst jetzt in einem eigenen Zimmer schlafen, weil im Schlafzimmer dann Dein Bruder schläft“ ist wesentlich weniger attraktiv als „Du bekommst jetzt ein eigenes großes Bett, weil Du eine große Schwester sein wirst!“. Ein Kleinkind muss nicht ewig im Gitterbett liegen, es gibt Kinderbetten, die nicht sehr hoch sind und eine Matratze davor schützt gut beim eventuellen Herausfallen.
Das gibt dem Kind dann auch die Freiheit im Fall des Aufwachens ins Elternschlafzimmer marschieren zu können, wenn es munter wird und nicht aufs Warten angewiesen zu sein, bis jemand kommt. Ist das Geschwisterkind dann geboren und das große Kind will auch wieder ins Elternbett, was jetzt?
Lassen Sie es ein paar Nächte zu – entgegen der landläufigen Meinung, was man dem Kind einmal erlaubt, fordert es immer wieder, vergeht ein Bedürfnis recht schnell, wenn es gestillt wird. Das Kind weiß jetzt, es könnte kommen, wenn es wollte und sieht meist recht schnell ein, dass es sich alleine bequemer schläft.
Werden Geschwisterkinder älter und Sie haben Platz für zwei Kinderzimmer, richten Sie doch ein Spiel- und ein Schlafzimmer ein. So haben sie ein turbulentes und ein ruhiges Zimmer und aus Kindersicht ist es nicht so ungerecht, dass Eltern gemeinsam schlafen dürfen und es selber alleine.


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