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Schwanger sein bedeutet nicht, für zwei zu essen!

von Dr. med. univ. Bernadette Feier

In der Schwangerschaft ändert sich vieles, v. a. der Nährstoffbedarf des Körpers, das heißt, er steigt beträchtlich an, denn das Baby entsteht ausschließlich daraus, was die Mama ihm liefert.
Im Vergleich dazu ändert sich der Energiebedarf kaum, er steigt erst ab dem 4. Schwangerschaftsmonat an (die zusätzlichen Kalorien entsprechen einem Käsebrot mit Obststück oder einem Müsli mehr pro Tag).
Die Ernährung sollte vitamin- und mineralstoffreich sowie fettarm sein. Besonders wichtig sind Folsäure, Vitamin B12, Eisen, Calcium und Jod.
Folsäure ist v. a. im ersten Schwangerschaftsmonat sehr wichtig. Bei Mangel kann es zu Entwicklungsstörungen des zentralen Nervensystems kommen (als Folge können Bewegungsstörungen und Lähmungen auftreten). Im ersten Monat wissen die meisten Frauen aber noch nicht, dass sie überhaupt schwanger sind, deswegen sollte man schon bei Schwangerschaftswunsch folsäurereich essen (z.B. dunkelgrüne Blattgemüsesorten, Chinakohl).
Von streng vegetarischer Ernährung wird abgeraten, denn Vit. B 12 und Eisen finden sich v.a. in tierischen Produkten.
Eisen ist wichtig für die Blutbildung, bei Eisenmangel kann eine Blutarmut mit Blässe, Schwindel, Kreislaufschwäche auftreten (Blutkontrolle wird im Rahmen der Mutter-Kind-Pass Untersuchung durchgeführt).
Kein Alkohol! es kann zu Organfehlbildungen oder zu Schädigungen des zentralen Nervensystems führen!

Wie sollte ich mich in der Schwangerschaft ernähren?

  • Lebensmittel bevorzugen, die reich an komplexen Kohlenhydraten sind, z.B. Naturreis, Vollkornnudeln und Kartoffeln.
  • Vollkorn- statt Weißmehl!
  • auf schnell resorbierbare Kohlenhydrate wie Fruchtsaft und Limonade verzichten (diese lassen den Blutzuckerspiegel sehr rasch ansteigen)
  • mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt essen. Dies ist besser als 3 üppige!
  • Fettanteil in den Mahlzeiten reduzieren (auch versteckte Fette in Wurst, Käse berücksichtigen)
  • fettarme Milchprodukte, um genügend Kalzium aufzunehmen
  • täglich Obst, Gemüse und frische Salate: es werden jetzt besonders viele Vitamine und Mineralstoffe gebraucht
  • 1-2x/Woche Fisch. Damit wird der Jodbedarf für Mutter und Kind gesichert
  • Fisch, Fleisch, Geflügel, Milch, Ei und Käse enthält Eisen und Vit. B 12
    Vitamin C steigert die Eisenaufnahme im Darm, deswegen gemeinsam mit Gemüse oder Obst essen
  • viel Flüssigkeit: tgl. mind. 1,5 l Wasser oder ungezuckerte Tees
  • Absolut ungeeignet sind Genussmittel wie Alkohol und Zigaretten. Kaffee nicht mehr als 1-2 Tassen/Tag!

Schwangerschaftsdiabetes

(Zuckerkrankheit während der Schwangerschaft)
Grundsätzlich ist jede Form der Zuckerkrankheit (Diabetes) eine Störung des Zuckerstoffwechsels. Dafür ist das Fehlen oder eine verminderte Funktion des körpereigenen Hormons Insulin verantwortlich. Die Ausschüttung des Insulins wird über den Blutzuckerspiegel reguliert. Bei erhöhtem Blutzucker wird Insulin aus der Bauchspeicheldrüse ans Blut abgegeben und steuert den Einbau von Glucose (Zucker) in die Körperzellen, um den Blutzuckerspiegel wieder zu senken.
Durch die Schwangerschaftshormone wird vermehrt Zucker ins Blut abgegeben, um die notwendige Energie dem Körper zur Verfügung zu stellen. Bei einer Stoffwechselstörung reicht entweder die körpereigene Insulinproduktion nicht aus oder der Körper reagiert nicht mehr so gut auf den Insulinreiz.

  • Die Folge sind erhöhte Blutzuckerwerte nach dem Essen.

Bei Schwangerschaftsdiabetes tritt die Zuckerstoffwechselstörung erstmalig während der Schwangerschaft auf. Sie verschwindet auch meist wieder nach der Schwangerschaft.

Was sind Risikofaktoren für die Entwicklung einer Schwangerschaftsdiabetes:

u. a.:

  • starkes Übergewicht
  • falsche Ernährung
  • fehlende Bewegung
  • Zuckerkrankheit in der engeren Familie, also angeborene Faktoren

Was sind Krankheitszeichen oder was kann im Verlauf auftreten?

Häufig bemerken Frauen nichts von ihrer Erkrankung; wenn die Erkrankung nicht erkannt bzw. behandelt wird, kann es zum Auftreten von

  • gesteigertem Durstgefühl
  • Harnwegs- und Nierenentzündungen
  • Zucker im Urin
  • Veränderungen der Fruchtwassermenge
  • erhöhtem Blutdruck

kommen.

Was sind die Folgen von erhöhten Blutzuckerwerten während der Schwangerschaft?

Die Auswirkungen betreffen Mutter und Kind:

  • das Kind wird dicker und größer (Makrosomie),
  • das Risiko einer Frühgeburt steigt
  • die Geburt eines größeren Kindes ist schwieriger, deshalb höhere Rate an Kaiserschnitten, Saugglockengeburten und Dammschnitten.
  • Kinder nach der Geburt können sich schlechter anpassen und leiden deswegen häufiger am Atemnotsyndrom (Reifungsstörung der Lunge) oder an Gelbsucht (Unreife der Leber).

Wie wird die Erkrankung erkannt (Diagnose)?

Bei der Schwangeren wird zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche ein Suchtest durchgeführt (oraler Glucosetoleranztest). Dabei muss die Frau eine zuckerhaltige Lösung trinken. Dieser Test gehört mittlerweile zur Routine im Rahmen der Mutter-Kind-Pass Untersuchungen. Deswegen sollten diese Untersuchungstermine genau eingehalten werden, um evtl. Auffälligkeiten frühzeitig zu erkennen und – wenn nötig – zu behandeln.

Wie wird die Erkrankung behandelt (Therapie)?

Nach Diagnose einer Schwangerschaftsdiabetes sollte sofort eine ausführliche ärztliche Beratung und eine Ernährungsschulung durch Fachkräfte durchgeführt werden.
In sehr vielen Fällen genügt eine Ernährungsumstellung mit vollwertiger, gesunder Ernährung.  Reicht diese Maßnahme nicht aus, muss Insulin verabreicht werden.
Ziel ist immer, die Blutzuckerwerte in einem optimalen Bereich zu halten, das heißt, es sind regelmäßige Blutzuckerkontrollen notwendig. Wichtig ist, dass Frauen auch selbst lernen, ihren Blutzucker zu messen!
Ein wesentlicher Faktor ist ausreichend und regelmäßige Bewegung, denn Sport, der für Schwangere geeignet ist, senkt ebenfalls den Blutzuckerspiegel. Beim Sport wird direkt Energie verbraucht! Dies ist auch absolut notwendig, um langfristig sein Körpergewicht zu normalisieren!
Auch nach der Schwangerschaft muss sich die Betroffene im Klaren sein, dass sie ein erhöhtes Diabetesrisiko hat und auch dementsprechend regelmäßige ärztliche Nachfolgeuntersuchungen durchführen lässt.
Abschließend soll nochmals angeführt werden, dass Sie selbst durch gesunde und abwechslungsreiche Ernährung viel zu einem guten Verlauf der Schwangerschaft und Geburt beitragen können!


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