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Sprachförderung = Leseförderung

von MAS Brigitte Lackner

Sprachförderung beginnt für viele erst, wenn Kinder in den Kindergarten gehen. Warum ist dieses Thema aber schon vor dem Eintritt in den Kindergarten/ in eine „Betreuungseinrichtung“ wichtig?
Sprachförderung beginnt mit der Geburt – eigentlich schon vorgeburtlich, wenn man bedenkt, dass Kinder auch schon lange vor der Geburt die Stimme ihrer Mutter erkennen können! Sprache wird in Beziehungen gelernt. Kinder brauchen dazu lebende Vorbilder an denen sie Sprache hören und „sehen“ können und eine emotionale Verbindung zu diesen Personen. Nur dann können sie Sprache verstehen, entwickeln und nachahmen. Daher spielen Eltern als engste Bezugspersonen eine wesentliche Rolle bei der Sprachentwicklung. Normalerweise sprechen Eltern mit ihrem Neugeborenen in einer Art und Weise, wie sie das Baby am besten hören und verstehen kann. Sie passen Lautstärke, Tonfall, Tonhöhe und Nähe intuitiv den Bedürfnissen des Kindes an und unterstützen diese Kommunikation mit Mimik, Gestik, Blickkontakt und Körperhaltung. Und das alles in einer ganz natürlichen und unkomplizierten Art und Weise. Kinder reagieren darauf ebenfalls mit Gestik, Mimik, später mit Lauten und Silben und Eltern „lesen“ in ihren Kindern und passen ihre Sprache wieder an. Dies ist Teil der intuitiven elterlichen Kompetenz und sie ist eine der wesentlichsten Aspekte in der Sprachförderung von Anfang an. Deshalb ist es besonders wichtig, Eltern dabei zu unterstützen und zu stärken, sie zu bestärken, dass diese Art der Kommunikation von Anfang an eine gute Basis für eine gute Sprachentwicklung ist.
Wie ist das bei mehrsprachig aufwachsenden Kindern?
Viele Eltern, für die Deutsch nicht die Erstsprache ist, sind verunsichert und meinen möglichst früh mit ihren Kindern Deutsch  sprechen zu müssen. Was junge Kinder aber brauchen, ist diese vorher beschriebene Basis und die ist nur in der eigenen Muttersprache authentisch möglich.
Ein zweiter wesentlicher Aspekt beim Spracherwerb ist die Sprachumgebung. Wenn also in der Umgebung des Kindes eine andere Sprache gesprochen wird, als die Eltern es tun, wird ein Kind von alleine zweisprachig aufwachsen. Hier leisten Betreuungseinrichtungen einen wesentlichen Beitrag.
Hängt Sprachförderung mit Leseförderung zusammen? Sind Kinder, die selber gerne sprechen (oder gerne zuhören) und mit Sprache spielen, auch mehr an Büchern und später am Lesen interessiert?
Wenn Bücher ein Bestandteil der Lebensumgebung von Kindern von Anfang an sind und sie mit ihren Bezugspersonen Menschen haben, die sich damit auseinandersetzen und gemeinsam mit dem Kind diesen „Gegenstand Buch“ erforschen, dann in jedem Fall. Vorerst betrachten und „lesen“  Babys in den Gesichtern ihrer Bezugspersonen. Bilderbücher werden wie andere Gegenstände auch in die Hände und auch in den Mund genommen und so erforscht. Nach und nach erst tritt das Betrachten der Bilder in den Vordergrund und Bezugsperson und Kind können so ihre Aufmerksamkeit auf etwas Gemeinsames richten. Vorerst wird der Erwachsene diese Bilder mit Sprache begleiten, immer mehr wird das Kind z.B. mit Zeigegesten und Silben (wie etwa ein fragendes „Da“) selbst an dieser Kommunikation über das Buch teilnehmen. So werden nach und nach die Bilder und später auch der Text (durch Erzählen und  Vorlesen) gemeinsam „entschlüsselt“. In dem Bestreben des Kindes nach Autonomie und Selbsttätigkeit ist es dann ein ganz natürlicher Schritt, dass Kinder lesen lernen wollen. Wichtig ist hier vielleicht auch zu erwähnen, dass jedes Kind sein eigenes Entwicklungstempo hat und dass auch Kinder, die spät oder auf Grund ihres Temperaments wenig sprechen, ihren Weg zu Büchern und zum Lesen finden, wenn dies Teil ihrer Umgebung ist. Dabei sind Eltern und Erziehende wichtige BegleiterInnen und Vorbilder, denn Bücher werden ebenso wie Sprache am leichtesten in Kontakt mit Menschen entdeckt.
Können Eltern in puncto Sprach- und Leseförderung etwas falsch machen? Oder ist nur „nichts tun“ falsch?
Genau so ist es. Ich denke, dass ein „nichts tun“ das ist, was für Kinder am wenigsten förderlich ist. Am besten ist es, dem eigenen „Bauchgefühl“ nachzugeben und den sprachlichen Kontakt mit dem Kind von Anfang an zu suchen, sein Kind aufmerksam zu beobachten, auf die Signale zu achten und darauf zu reagieren. Damit bestimmt das Kind das Tempo und eine Überforderung ist eigentlich nicht möglich. Jedes nachgeahmte Geräusch des Babys, jede nachgeahmte Mimik, jedes kleine Lied, jeder Reim, an den man sich plötzlich erinnert, jede Wiederholung beim gemeinsamen Bilderbuch-Anschauen, die vom Kind verlangt wird – auch wenn es die hundertste ist –  jede noch so oft vorgelesene (und vielleicht schon auswendig gekonnte) Gute Nacht-Geschichte trägt zu einer gesunden Sprachentwicklung bei. Mehr braucht es eigentlich vorerst nicht. Das ist das, was alle Eltern auf ihre Art und Weise tun können, auch dann, wenn sie vielleicht manchmal von Ratgebern, Literatur oder ähnlichem verunsichert sind. Und wenn Fragen auftauchen, dann gibt es ja auch noch die Möglichkeit von Elternbildungsveranstaltungen. Dort unterstützen, begleiten und informieren wir Eltern mit speziellen Angeboten zur Sprach- und Leseförderung.


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