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Starke Gefühle bei Ein- bis Sechsjährigen

von Christine Kügerl

Elternbildung
Elternbildung
Elternbildung

Kinder empfinden Freude, Glück, aber auch Wut, Trauer, Scham, Angst und Schuldgefühle sehr intensiv. Sie brauchen die Unterstützung der Eltern, um diese Gefühle integrieren und den Gefühlsausdruck lenken zu können.

Kinder werden von ihren Gefühlen oft überwältigt und stellen die Eltern mit den damit verbundenen Verhaltensweisen vor Herausforderungen. Im Grunde sind Gefühle wichtige Helfer, die uns Orientierung geben, was gut und angenehm für uns ist oder was geändert oder bewältigt werden muss. Kinder lernen im Laufe ihrer Gefühlsentwicklung, welche Bedeutung die einzelnen Gefühle haben, wie sie diese zeigen können und was es braucht, dass sich manch heftiger Gefühlsausbruch wieder legt. Den Umgang mit Gefühlen kann man nur im Miteinander lernen und so leisten Eltern einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der emotionalen Intelligenz ihrer Kinder.

Bedeutung von GefühlenElternbildung

Jedes Gefühl hat eine „Aufgabe“ und braucht entsprechende Aufmerksamkeit. Dies ist in der folgenden Aufzählung zu lesen.

Freude stellt sich ein, wenn das Kind etwas erlebt was passt, stimmig oder interessant ist. Es zeigt dies durch ein fröhliches Gesicht, lachen, reden, hüpfen, springen, sich der Sache aufmerksam zuwenden usw. Freude ist die Grundmotivation in unserem Leben. Sie will geteilt und beibehalten werden.

Zorn und Wut werden wahrgenommen, wenn Bedürfnisse oder Wünsche nicht erfüllt und Ideen nicht umgesetzt werden können. Z.B. werden hungrige oder müde Kinder ärgerlich bis zornig. Sie brauchen für diese Bedürfnisse etwas zu Essen, bzw. die Möglichkeit sich auszuruhen oder Einschlafhilfe. Wünsche können nicht immer erfüllt und Ideen auch nicht immer umgesetzt werden. Da brauchen Kinder die ruhige Begleitung ihrer Eltern, um dieses Gefühl aushalten zu können. Wut darf mit Schreien, Stampfen, auf den Boden werfen gezeigt werden. Es darf jedoch nichts zerstört und auch niemand verletzt werden. Kinder brauchen Zeit, manchmal ruhige, beschreibende Erklärungen oder die Möglichkeit einer Alternative. Eltern brauchen dafür Ruhe, Zeit und die Gelassenheit, dass sich auch Wutstürme wieder legen können.

Trauer spürt das Kind bei drohendem und realem Verlust. Es schreit, weint und versucht das Verlorene zu finden. Es klammert sich an die Mama, wenn diese sich verabschieden will und es sucht das Spielzeug, das gerade nicht auffindbar ist. Wenn Kinder traurig sind, werden sie oft gleichzeitig wütend oder bekommen Angst, dass z.B. die Mama nicht mehr kommt. Trauer muss gezeigt werden dürfen. Das Kind braucht Trost und Sicherheit. Oft erscheint den Erwachsenen die Sache klein und sie sehen keinen Grund zum Traurig sein. Für das Kind ist es jedoch wichtig und es braucht Verständnis. Manchmal tut auch eine andere Beschäftigung gut oder ein Trostspruch hilft.

Angst empfindet das Kind bei realer und vermeintlicher Bedrohung. Es gibt unzählige Situationen in denen Angst auftreten kann. Speziell in den magischen Jahren zwischen dem 3. und 7. Geburtstag kommen noch Phantasieängste dazu. Kinder zeigen die Angst mit dem Gesichtsausdruck, sie werden starr oder versuchen weg zu laufen und sich zu verstecken. Sie suchen Hilfe bei Mama und Papa, schreien oder beginnen zu toben. Sie brauchen Sicherheit. Das kann ein genaues Hinschauen bzw. Hinhören sein, eine Erklärung, Körperkontakt, beruhigende Stimme oder auch ein Weggehen aus der bedrohlichen Situation. Geschichten, Filme usw. können ebenfalls Angst machen und überfordern. So kommt der sorgfältigen Medienauswahl eine große Bedeutung zu.

Scham ist die Wächterin unseres Intimbereiches. Kinder empfinden ab dem zweiten Lebensjahr dieses Gefühl. Es stellt sich ein, wenn dem Kind jemand zu nahe kommt, oder wenn es sich zu sehr im Mittelpunkt fühlt. Ebenso, wenn das Kind den Eindruck hat, etwas falsch gemacht zu haben. Wenn sich das Kind schämt, will es sich verstecken. Es hält die Hände vor das Gesicht, wird rot oder läuft weg. Das Kind braucht Schutz und Sicherheit. Manchmal schämt es sich wegen eines kleinen Missgeschickes und braucht die Hilfe der Eltern bei der Einschätzung von Fehlern. Missgeschicke kann man wieder beseitigen. Dabei kann das Kind mithelfen. Ebenso wichtig ist es, dass Erwachsene die Intimgrenze des Kindes ernst nehmen. Kinder wollen nicht mit jedem Kuscheln und auch nicht auf Aufforderung eine Umarmung oder ein Bussi geben. Das Schamgefühl darf nicht ausgenützt werden. Daher sind Beschämungen durch Erwachsene oder andere Kinder zu vermeiden. Dies kann das Selbstwertgefühl des Kindes sehr belasten.

Das Schulgefühl stellt sich ab dem vierten Lebensjahr ein, wenn das Kind real oder vermeintlich etwas falsch gemacht hat. Es könnte auch als soziales Verantwortungsgefühl bezeichnet werden. Es gibt Orientierung im Zusammenleben. Das Kind erkennt, wenn es etwas gemacht hat, was die Beziehung zu Mama und Papa oder anderen vertrauten Menschen belasten kann. Es fühlt ein sehr unangenehmes Gefühl im Bauch. Manchmal weint es, versucht sich zu verstecken oder will das Geschehene ungeschehen machen. Dabei werden unterschiedliche Strategien versucht. „Ich war das nicht!“ oder „das hat der Bruder gemacht“, sind solche Versuche. Eltern sehen dies oft als Lüge und weisen das Kind zurecht. So verstärkt sich das Schuldgefühl beim Kind noch mehr und es wird noch mehr Ausflüchte suchen bzw. zornig werden. Manchmal grinst das Kind die Erwachsenen an und tut so, als ob nichts gewesen wäre. Der Umgang mit Schuldgefühlen ist kompliziert und braucht auch von Eltern Zeit, Gelassenheit und verschiedene Unterstützungsmöglichkeiten.

  • Ist das Kind hilflos und weint wegen seines Missgeschickes, kann es getröstet werden. Die Eltern erklären kurz, was genau passiert ist und unterstützen das Kind beim Wiedergutmachen. So erkennt das Kind, Fehler und Missgeschicke gehören zum Leben. Viele Fehler kann man aktiv wieder gut machen und „Mama und Papa haben mich trotzdem lieb“. Durch häufige Wiederholungen entwickelt das Kind die sogenannte Fehlerfreundlichkeit und kann zu eigenen Fehlern stehen.
  • Versucht das Kind das Geschehene ungeschehen zu machen, leugnet es, schiebt das Missgeschick „anderen in die Schuhe“, dann kann man dem Kind diesen Schutz lassen und es trotzdem auffordern, die Sache wieder in Ordnung zu bringen. Z.B. Marie spielt in der Badewanne gerne mit Schiffen und Autos. Sie flitzt damit durch das Wasser. Sie weiß, dass sie dabei kein Wasser aus der Wanne spritzen soll. Nach der Badezeit kommt Mama um Marie aus der Wanne zu helfen. Sie sieht die vielen Wasserpfützen am Badezimmerboden und meint: „du weißt doch, dass Du kein Wasser aus der Wanne spritzen sollst!“ „Das war ich nicht,“ antwortet Marie, „das war der Häkkinen. Der ist so schnell mit seinem Rennauto gefahren.“ Die Mutter erkennt, dass Marie sich mit dem Schuldgefühl noch schwer tut. Sie antwortet: „dann sag` bitte dem Häkkinen, dass ich das nicht mag. Und da er nicht da ist, musst Du mir beim Aufwischen helfen.“ Marie hilft mit und bald ist der Boden trocken. Diese Szene wiederholt sich noch einmal. Beim dritten Mal „Wasser aus der Wanne spritzen“ meint die Mutter gleich: „Ah, war wieder der Häkkinen mit seinem Rennauto da!“ Marie antwortet: „ nein, der muss ja Autorennen fahren. Ich war das, aber ich helfe gleich aufwischen.“ Marie hat gelernt zu ihrem Fehler zu stehen und sich macht es wieder gut. Auch wenn sie ihre Freude am heftigen Spielen im Wasser noch nicht kontrollieren kann.

Was Eltern tun könnenElternbildung

  • Eltern sind für die Gefühlsentwicklung ihrer Kinder wichtige Vorbilder und Lernpartner. Sie können auf vielfältige Weise ihr Kind unterstützen seine eigene emotionale Kompetenz zu entwickeln:
  • Beschreiben Sie kurz die aktuelle Situation
  • Nennen sie das Gefühl beim Namen
  • Zeigen Sie Verständnis für den Gefühlsausdruck
  • Stoppen Sie zerstörendes oder verletzendes Verhalten
  • Zeigen Sie alternative Verhaltensweisen auf
  • Erfüllen Sie Bedürfnisse nach Nahrung, Schlaf, Zuwendung, Aufmerksamkeit usw.
  • Ermutigen Sie Ihr Kind Frust auszuhalten, wenn Wünsche nicht erfüllt und Ideen einmal nicht umgesetzt werden können.
  • Helfen Sie beim wieder gut machen von Missgeschicken und Fehlern
  • Geben Sie Schutz und Sicherheit
  • Trösten Sie Ihr Kind, wenn es traurig ist
  • Reden Sie mit einer Freundin/einem Freund, wenn Sie Ihr Kind nicht verstehen
  • Beschämen Sie Ihr Kind nicht
  • Seien Sie selbst ein Vorbild im Umgang mit Ihren eigenen Gefühlen
  • Suchen Sie sich Hilfe in einer Beratungsstelle, wenn Sie sich über längere Zeit überfordert fühlen oder Ihr Kind nicht verstehen.

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