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Starthilfe für den Schulstart – aus dem Nähkästchen geplaudert

von Mag.a Conny Sedlak-Vidic BEd

Elternbildung
Elternbildung
Elternbildung

Der Schulstart als Taferlklassler ist ein aufregender – nicht nur für das Kind, sondern für die ganze Familie. Für alle beginnt ein ganz neuer Lebensabschnitt mit neuem Tagesrhythmus und neuen Aufgaben. Diese besondere Zeit sollte positiv gestaltet werden und ohne unnötigen Druck.

Bevor es losgehtElternbildung

Bereits vor dem Schulstart machen sich die meisten Eltern viele Gedanken: Wie das Kind am besten auf die Schulzeit vorbereiten?

Vermeiden Sie Ausdrücke wie „Jetzt beginnt der Ernst des Lebens!“ – Wie oft wird dieser Spruch unüberlegt ausgesprochen, denn kaum jemandem ist bewusst, dass damit ein  gewisser Druck auf ein Kind ausgeübt wird. Kinder haben meistens eine intrinsische Vorfreude auf die Schule, sie sind von Natur aus neugierig und wollen lernen. Eltern sollten diese Vorfreude unterstützen und positiv über die Schule sprechen!

Eine Frage, die sich wahrscheinlich alle Eltern zukünftiger Schulkinder irgendwann einmal stellen, ist: Was sollte mein Kind beim Schulstart bereits können?Das Wichtigste ist, dass das Kind sich selber an- und ausziehen, sich die Nase selbst putzen und selbständig aufs Klo gehen kann. Auch das Maschenbinden können Kinder bereits im Kindergartenalter lernen. Ich persönlich finde es schade, dass diese Fähigkeit in den Hintergrund gerückt ist aufgrund der Klettverschlussschuhe. Denn das Lernen, eine Masche zu binden, ist eine gute taktile Übung.

Zusätzlich können Eltern ihre Kinder auf unterschiedlichen Ebenen fördern:

  • Mit der Schere umgehen: Lassen Sie Ihr Kind – natürlich unter Aufsicht – schon früh mit einer Schere arbeiten, zuerst erste Schneiderfahrungen sammeln, später dann gezielt Formen ausschneiden. Für mich als Lehrerin ist es immer wieder erstaunlich, dass manche Kinder so gar keine Übung im Umgang einer Schere haben und dann oft bis in die höheren Klassen Probleme damit haben.
  • Würfelspiele: Spielen sie viel mit Ihrem Kind, eben auch Würfelspiele. So lernt Ihr Kind spielerisch das Erfassen der Zahlenmenge bis 6. Bei vielen Schuleinschreibungen werden Kinder Würfel gezeigt und darauf geachtet, ob sie die Würfelaugen benennen können ohne die Punkte zu zählen. Das ist ein wichtiges Vorwissen für Mathematik.
  • Vorlesen: Lesen Sie Ihrem Kind von Anfang an vor – und hören Sie nicht mehr auf! Vorlesen ist auf so vielen verschiedenen Ebenen wichtig. Einerseits ist das oft ein wichtiger Teil der Eltern-Kind-Beziehung – in meiner Familie war das Vorlesen vor dem Schlafengehen ein von allen lieb gewonnenes Ritual. Andererseits fördert es die Entwicklung des Kindes ungemein: Es entwickelt dadurch einen größeren Wortschatz und Fantasie. Auch die Konzentration wird gefördert: Kinder, denen viel vorgelesen wird, können sich besser konzentrieren und haben eine längere Ausdauer beim Zuhören. Ihnen fällt es dadurch leichter, Geschichten zu folgen und Figuren, Schauplätze und Handlungen in Zusammenhang zu bringen.
  • Bewegung: Bieten Sie Ihrem Kind viele Möglichkeiten zur Bewegung! Bewegung ist für die körperliche aber auch intellektuelle Entwicklung eines Kindes wichtig. Zusätzlich stärkt es Selbstbewusstsein und Selbstständigkeit. Über die Erfahrung, die das Kind durch Bewegung gewinnt, bekommt es ein Gefühl für seine eigenen Fähigkeiten. Es erlebt, wie es mit seinen Handlungen und Aktivitäten etwas bewirken kann.

Eltern fragen sich auch oft, ob ihr Kind bereits vor der Schule (zumindest ein bisschen) lesen oder schreiben können soll. Einige Eltern „üben“ da bereits vorab mit ihren Kindern. Das ist aber gar nicht nötig, auch das kann Druck auf ein Kind ausüben.
Viele Kinder entwickeln andererseits von sich aus bereits im Kindergartenalter ein Interesse an Buchstaben. Dieser Wissensdurst kann natürlich befriedigt werden und Eltern können darauf eingehen! So lange das Interesse vom Kind aus kommt, kann nichts falsch gemacht werden. So passiert es auch manchmal, dass Kinder sogar ganze Bücher vor dem ersten Schultag lesen können! In solchen Fällen habe ich mitunter besorgte Eltern erlebt, die Angst hatten, dass ihr Kind sich deshalb in der Schule langweilen würde. Als Lehrerin kann ich da jede Mutter und jeden Vater beruhigen: Schule ist so viel mehr als reines lesen, schreiben und rechnen! Außerdem reagieren wir in der Schule mit einem individualisierten Förderangebot auf die unterschiedlichen Leistungsstände der Kinder innerhalb der Klasse.

So unterstützen Sie Ihr Kind in der SchulzeitElternbildung

Gerade am Anfang benötigen Schulkinder viel Unterstützung von zuhause. Das bedeutet aber nicht, dass Sie alles für die Kinder übernehmen sollen, sondern dass Eltern ihren Kindern helfen, selbständig zu werden:

  • Organisation der Schulsachen: Es erstaunt mich immer wieder, wenn Kinder in der Klasse verwundert Hefte in ihren Schultaschen vorfinden oder überrascht sind, dass sie die Unterschrift im Mitteilungsheft haben. Machen Sie nicht den Fehler und ordnen die Schultasche Ihres Kindes, spitzen nächtens die Stifte oder unterschreiben das Mitteilungsheft ohne Wissen Ihres Kindes. Damit verhindern Sie die Selbständigkeit des Kindes – es glaubt dann: „Ich muss daran gar nicht denken, das machen eh meine Eltern für mich.“
    All das aber sind ganz wichtige organisatorische Dinge für die Schule. Machen Sie es lieber täglich gemeinsam mit Ihrem Kind, lassen Sie es anfangs zu einem gemeinsamen Ritual werden! So lernt es mit der Zeit die Routine und kann zukünftig selbst seine Schulsachen organisieren.
  • Ausreichend Schlaf: Für viele ist das selbstverständlich. Doch immer wieder erlebe ich Kinder in der Schule, die einfach müde sind, weil die Zubettgehzeiten nicht so ernst genommen werden. Ein Kind im Volksschulalter, gerade am Anfang, braucht 10 bis 12 Stunden Schlaf um am nächsten Tag aufnahmefähig zu sein und sich konzentrieren zu können.
  • Frühstück und gesunde Jause: Nehmen Sie sich Zeit für ein Frühstück. Oftmals kommen Kinder ohne Frühstück in meine Klasse und sind dann schnell hungrig. Sie werden unruhig und können sich nicht konzentrieren. Geben Sie Ihrem Kind deshalb täglich eine gesunde Jause (z.B. ein belegtes Brot, Gemüse und Obst) mit in die Schule. Auch wenn das schnell gekaufte Kipferl ums Eck vielleicht eine schnellere Lösung ist, bietet es Ihrem Kind nicht die Nährstoffe, die es braucht. Ohne eine gescheite Jause kommt es zu Energietiefs und Konzentrationsproblemen. Auch auf Säfte sollte verzichtet werden, am besten gewöhnt sich Ihr Kind ans Wasser trinken. Viele Schulen fördern dies, z.B. gibt es in Wien viele „Wasserschulen“, die nur Wasser in der Schule zulassen.
  • Lesen: Wie bereits zuvor erwähnt, bleiben Sie beim Vorlesen! Viele Eltern hören leider damit auf, sobald die Kinder anfangen zu lesen. Meinen eigenen Kindern habe ich sogar bis nach der Volksschulzeit täglich vorgelesen.
    Generell ist das Lesen lernen für Kinder sehr anstrengend. Machen Sie als Elternteil nicht zu viel Druck, das erzeugt schnell Lesefrust. Täglich 5 bis 10 Minuten lesen üben reicht vollkommen aus! Wichtig ist, dass Ihr Kind wirklich täglich liest, am besten kann es Ihnen laut vorlesen.
  • Selbständigkeit fördern: Vertrauen Sie Ihrem Kind, es kann viele Dinge schon alleine machen. Wenn Sie zu Fuß oder öffentlich mit Ihrem Kind zur Schule gehen oder fahren, lassen Sie sich von Ihrem Kind führen. Sie werden erstaunt sein, wie schnell Ihr Kind den Weg kennt und auf den Straßenverkehr achtet. Lassen Sie Ihr Kind alleine in das Schulgebäude gehen. Geben Sie Ihrem Kind auch zuhause kleine Aufgaben und Pflichten wie den Tisch zu decken oder den Müll rauszutragen. Auch das fördert das Mitdenken und dadurch Selbständigkeit.
  • Hausübungen: Es kommt immer wieder die Frage auf: Sollen Eltern bei den Hausaufgaben helfen? Hier muss man definieren, was „helfen“ bedeutet. Fehler einfach durchstreichen und/oder das Richtige vorsagen ist damit sicher nicht gemeint. Ein Kind sollte die Hausübung alleine machen und am besten danach den Eltern zeigen. Wenn daraufhin gemeinsam über etwaige Fehler gesprochen wird und das Kind angeregt wird, falsch Geschriebenes selbst zu entdecken und auszubessern, ist das eine gute Unterstützung.
  • Keinen Druck ausüben: Von Schulbeginn an sollten Sie es vermeiden, Ihr Kind wegen schulischer Leistungen unter Druck zu setzen. Auch wenn etwas einmal nicht so gut läuft, unterstützen Sie Ihr Kind und seien Sie optimistisch! So tragen Sie dazu bei, dass Ihr Kind nicht die Freude an der Schule verliert. Interessieren Sie sich für die neuen Erfahrungen, die es in der Schule macht. Dazu zählen auch negative Erlebnisse mit Lehrerinnen bzw. Lehrern, Mitschülerinnen und Mitschülern oder in bestimmten Fächern. Betrachten Sie die neue Situation nicht unter Leistungsgesichtspunkten und seien Sie mit Ihrem Kind nicht zu ehrgeizig. Das Wichtigste: Vergleichen Sie Ihr Kind nicht mit den angeblichen Leistungen anderer. Jedes Kind hat sein eigenes Lerntempo und seine eigenen Stärken und Fähigkeiten.
  • Ausgleich schaffen: Natürlich ist Schule wichtig und auch Hausübungen müssen gemacht werden. Achten Sie aber darauf, dass Schule nicht zum zentralen Punkt im Familienleben wird. Ihr Kind muss auch „abschalten“ dürfen. Führen Sie am besten einen geregelten Tagesablauf ein, sodass das Hausübung machen zur Routine wird. Wichtig ist, dass außerdem genügend Zeit zum Ausruhen und Spielen ist. Achten Sie auch weiterhin auf eine gemeinsame Familienzeit. Zum Plaudern – auch über Ängste und Freuden in der Schule – kommen viele Familien am besten beim Zubettgehen.

Schlussendlich noch ein Tipp: Eltern beschweren sich oft, dass Ihre Kinder nicht viel aus der Schule erzählen. Meistens antworten die Kinder auf die Frage „Wie war es in der Schule?“ mit einem unbefriedigenden „Gut!“. Stellen Sie stattdessen gezielte Fragen wie etwa „Mit wem hast du heute in der Pause gespielt?“, „Was hat dir heute am besten gefallen?“ oder „Was habt ihr denn heute in Deutsch gemacht?“ Bei solchen Fragen beginnen Kinder eher zum Erzählen und Eltern erfahren mehr über den Schulalltag ihres Kindes.

 


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