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Tiere sind kein Spielzeug

von Dr. Natascha Fröschl

„Ich will einen Hund!“, „Ich will auch eine Katze haben!“, „Bitte, bitte, kauf mir so ein süßes Kaninchen!“ – wer kennt sie nicht, die Wünsche unserer Kinder, die gerne einen treuen Freund hätten, mit dem sie kuscheln und dem sie ihre geheimsten Sorgen anvertrauen können. Doch Tiere sind Wesen mit Gefühlen und Bedürfnissen, die es ebenso zu berücksichtigen gilt wie den Wunsch unseres Nachwuchses nach tierischer Zuwendung.
Liebe zum Tier bedeutet auch da sein, Zeit haben und Verantwortung übernehmen – eine wunderschöne Möglichkeit für Kinder dies zu lernen.

Welche Tiere kommen in Frage?

Platz und Zeit sind wesentliche Faktoren bei der Wahl des geeigneten tierischen Mitbewohners. Verfügen Sie über ein geräumiges Haus mit Garten oder eine Zwei-Zimmerwohnung? Sind Sie bereit, mit Ihrem Kind täglich einen Hundespaziergang zu machen (bei jedem Wetter!) und einmal wöchentlich einen Hundekurs zu besuchen oder möchten Sie Ihrem Kind nur einmal pro Woche beim Saubermachen eines Käfigs helfen? Und wie sieht es mit Ihrer eigenen Tierliebe aus, mögen Sie Tiere? Können Sie mit Haaren im Teppich und auf der Couch leben? Gibt es Tierhaarallergien in der Familie? Auch Tiere können krank werden, die Pflege kann zeit- und kostenintensiv werden, auch das sollte vor der Anschaffung bedacht werden. Überlegen Sie sich rechtzeitig, wer die Pflege des Tieres in der Urlaubszeit übernehmen kann!
Hunde sind sicherlich die zeitintensivsten tierischen Zeitgenossen. Ich würde Ihnen empfehlen, nur dann einen Hund zu nehmen, wenn Sie Hunde grundsätzlich mögen und bereit sind, mit Ihrem Kind gemeinsam Erziehung und Pflege zu übernehmen.
Katzen sind deutlich weniger zeitintensiv, brauchen aber auch Zuwendung und Pflege, die Kinder alleine nicht aufbringen können. Auch in Katzenerziehungsfragen sind Erwachsene die ersten Ansprechpersonen!
Käfigtiere wie Kaninchen, Meerschweinchen, Ratten, Mäuse, Hamster und Wellensittiche sind am pflegeleichtesten in der Haltung, müssen aber auch artgerecht gehalten und vor Übergriffen durch allzu ungestüme Kinder geschützt werden.
Egal für welches Tier Sie sich gemeinsam mit Ihrem Kind entscheiden – behandeln Sie es mit Respekt und verlangen Sie dies auch von Ihrem Kind, egal wie klein es ist. Am Schwanz ziehen, Schlagen, Misshandlungen sind unter allen Umständen tabu.

Welche Tiere kommen für welches Alter infrage?

Kinder können erst ab dem Schulalter teilweise Verantwortung für ein Tier übernehmen (z.B. Käfig putzen, Futter und Wasser geben), die Hauptverantwortung wird immer bei den Erwachsenen bleiben. Natürlich ist es auch vom Charakter Ihres Kindes und des Tieres abhängig, wie viel Ihr Kind an Aufgaben übernehmen kann. Eine Achtjährige kann mit einer „Seele von einem Hund“ eine Gassirunde gehen, während ein Vierzehnjähriger mit einem temperamentvollen, kräftigen Hund hiermit überfordert sein kann.
Prinzipiell gilt: Je kleiner und zerbrechlicher ein Tier ist, desto weniger ist es für kleine Kinder geeignet.

Hunde

Er bringt uns zum Lachen, hat immer Zeit, ist ein großer Seelentröster und kann hervorragend mit uns kommunizieren. Es ist ihm egal, ob wir dick oder dünn sind, groß oder klein, er nimmt uns an, wie wir sind. Doch es ist wichtig zu wissen, dass ein Hund ein richtiges Familienmitglied ist, das gut und gern um die 15 Jahre alt wird. Er ist kein Mensch, daher müssen wir (die Erwachsenen) uns darum bemühen, die „Hundesprache“ zu erlernen und unseren Kindern zu erklären. Eine gute Hundeschule von Anfang an hilft, Fehler zu vermeiden und das Zusammenleben mit unserem Hund so harmonisch wie möglich zu gestalten. Schon Kindergartenkinder können kleinere Aufgaben in der Betreuung des Hundes mit den Eltern gemeinsam bewältigen, aber erst ab etwa 12 Jahren ist ein Kind in der Lage, einen Großteil der Verantwortung für einen Hund zu übernehmen – abhängig von der Reife des Kindes. Die Hauptverantwortung bleibt aber immer bei den Eltern.
Nicht vergessen – ein Hund braucht ein Leben lang 2-3x täglich Auslauf, egal bei welchem Wetter!

Großer Hund, kleiner Hund?

Kleine Hunde sind nicht unbedingt die besseren Gefährten für Kinder als große Hunde! Es gibt eine Vielzahl von beliebten Rassen, die als Familienhunde geeignet sind, informieren Sie sich vorab bei Hundeschulen in Ihrem Umkreis, Züchtern und Tierärzten und fragen Sie Freunde und Bekannte, die ebenfalls Hunde und Kinder haben. Manche Rassen neigen zu gesundheitlichen Problemen, darüber sollten Sie sich vor dem Kauf informieren. Auch ein Hund aus dem Tierschutzhaus kommt prinzipiell in Frage, allerdings muss sicher sein, dass der Hund bereits Erfahrung mit Kindern hat.
Kaufen Sie nie einen Hund „aus dem Bauch heraus“, weil er in der Zoohandlung so süß aussieht!
Hunde brauchen Erziehung, am besten von Anfang an. Wer sich für einen Welpen entscheidet, sollte sich auch gleich einen Platz in der Hundeschule sichern. Kinder ab 8-10 Jahren können mit den Eltern gemeinsam einen Welpenkurs machen. Denn Hunde wachsen schnell, und ohne die nötige Unterweisung könnte aus dem süßen Hundebaby sonst rasch ein halbstarker Rabauke werden, der Hundeneulingen über den Kopf wächst! Auch erwachsene Hunde profitieren von guten Hundeschulen. Vielen Hunden und größeren Kindern ab etwa 12 Jahre macht auch gemeinsamer Sport Spaß (z.B. Agility)!
Hunde sind übrigens nicht „dumm“, Probleme entstehen meist dann, wenn es in der Kommunikation zwischen Mensch und Hund Unklarheiten gibt. Holen Sie sich rechtzeitig Rat und Hilfe bei Experten, wenn es Schwierigkeiten gibt!
Hunde brauchen Raum, auch um sich zurückziehen und vor allzu ungestümen (Klein-)Kindern in Sicherheit zu bringen. Lassen Sie Kinder NIE unbeaufsichtigt im gleichen Raum mit dem Hund!
Für ein langes, gesundes Hundeleben braucht Ihr Gefährte gutes, hochwertiges Futter, regelmäßige Entwurmung und Impfungen. Nähere Informationen hierzu erhalten Sie beim Tierarzt.

Katzen

Katzen lieben fixe Abläufe, sie gehen auf Samtpfoten, schnurren, sind spielbegeisterte Gefährten – aber können auch mal die Krallen ausfahren, wenn ihnen etwas nicht passt. Schon Kindergartenkinder können sich herrlich im Spiel mit der Katze vergnügen, Papierkugeln hinterherjagen, Lichtpunkte fangen, mit dem schnurrenden Katze am Sofa kuscheln – und lernen, die Grenzen des anderen zu respektieren, die Katzen durchaus auch nachdrücklich unter Einsatz ihrer Krallen vermitteln können. Auch bei Katzen gibt es ganz unterschiedliche Charaktere; manche sind sehr lebhaft und haben einen ausgeprägten Spieltrieb, andere sind eher scheu und zurückhaltend. Die meisten Katzen mögen keinen Lärm und wollen nicht mit lautem Geschrei durch die Wohnung gejagt werden, das verstehen sie nicht als Spiel sondern als Bedrohung. Aggressivität oder extreme Scheu können die Folge sein.
Mit etwas Einfühlungsvermögen und Beobachtung lässt sich feststellen, welche Art von Zuwendung, welche Spiele und wie viel Kuscheleinheiten eine Katze möchte. Kinder ab 3 Jahren kann man erklären, dass eine Katze beim Schlafen und Fressen nicht gestört werden, dass sie zart angefasst und gestreichelt werden möchte, und dass das Hin-und Herzucken der Schwanzspitze erstes Anzeichen einer Unmutsäußerung ist. Angelegte Ohren und zusammengekniffene Augen, Fauchen und Brummen sind eindeutige weitere Zeichen, dass ihr etwas nicht passt.
Wenn Sie ein Haus mit Garten haben und Ihrer Katze Freigang ermöglichen können ist dies die artgerechteste Haltung. Katzen sind Jäger – Freigänger bringen gerne einmal eine Maus oder einen kleinen Vogel mit nach Hause, das gehört zu ihrem normalen Verhaltensrepertoire und darf nicht bestraft werden! Bei reiner Wohnungshaltung empfiehlt es sich unbedingt, zwei Katzen zu nehmen, damit keine Langeweile aufkommt. Ein Kratzbaum ist bei Wohnungshaltung unabdingbar, denn Katzen müssen ihre Krallen „wetzen“ und verwenden sonst das nächstbeste Möbelstück.
Hygiene ist wichtig, Katzen sind sehr saubere Tiere und bevorzugen ein stets frisches Katzenklo. Unsauberkeit (Urin- oder Kotabsetzen) an anderen Stellen kann sonst die Folge sein. Ebenso sollten Futter und Wasser immer nur in gereinigte Näpfe gefüllt werden.
Katzen sollten regelmäßig geimpft und entwurmt werden, bei Freigängern empfiehlt sich das Setzen eines Mikrochips unter die Haut, damit die Katze zu ihrem Besitzer zurückgebracht werden kann, falls sie sich doch einmal verirrt. Sowohl Kater als auch Katze sollten kastriert werden. Hochwertiges Futter, immer frisches Wasser an mehreren Plätzen und ausreichend Bewegung begünstigen ein langes, gesundes Katzenleben, das bis zu 20 Jahre dauern kann.
Toxoplasmose ist eine Erkrankung, die von Katzen übertragen werden und eine Gefahr für Schwangere bzw. das ungeborene Kind darstellen kann. Viel häufiger jedoch geht die Ansteckung über rohes Fleisch und Gemüse aus dem Garten, der auch als Katzenklo genutzt wird. Bei täglicher Reinigung des Katzenklos (am besten mit Handschuhen und nicht durch die Schwangere) ist die Ansteckungsgefahr durch die eigene Katze vernachlässigbar und sicher kein Grund, sie wegzugeben!

Kaninchen

Die süßen kuscheligen Kaninchen sind keine geeigneten Spielgefährten für kleine Kinder. Sie genießen Hochheben und Herumtragen nicht, sollten sanft behandelt und unbedingt in Paaren gehalten werden (männliche Kaninchen sollten kastriert werden). Für größere Kinder ab dem (Vor-)Schulalter, die sich mit der nötigen Sanftheit um die Kaninchen kümmern, sind sie besser geeignet. Sie mögen Kontakt, Nähe und Wärme und genießen auch Streicheleinheiten.
Sie werden in vielen Fällen stubenrein, können also auch außerhalb ihres Käfigs herumhoppeln und sind recht pflegeleicht. 2 m2 pro Kaninchen sollte als Platz eingeplant werden, über ein Freigehege im Garten freuen sie sich besonders. Aber Achtung! Kaninchen graben mit großer Hingabe, gerne auch unter einen Zaun hindurch!
Ganz wichtig ist die richtige Fütterung der Kaninchen. Heu und Wasser müssen immer in ausreichender Menge vorhanden sein, Gemüse und Obst sollten den Speiseplan abrunden. Körner sollten nur in geringsten Mengen gegeben werden. Der Käfig sollte 2x pro Woche gereinigt werden. Kaninchen können bis zu 10 Jahre alt werden.
Kaninchen, die im Freien gehalten werden, sollten geimpft werden. Da sie sehr stille Zeitgenossen sind, ist es oft schwierig festzustellen, ob ihnen etwas fehlt oder ob sie Schmerzen haben. Zahnfehlstellungen sind ein häufiges Problem bei Zwergkaninchen. Da die Zähne beim Kaninchen ein ganzes Leben lang wachsen, müssen sie dann öfter vom Tierarzt korrigiert werden. Gelegentlich müssen die Nägel geschnitten werden.

Meerschweinchen

Auch Meerschweinchen sind für kleine Kinder nicht gut geeignet, da sie ebenfalls nicht gerne hochgehoben und herumgetragen werden. Größere Kinder ab dem Vorschuljahr, die Tieren den nötigen Respekt entgegenbringen, werden aber viel Freude mit den lebendigen und possierlichen Meerschweinchen haben.
Meerschweinchen können etwa 6 Jahre alt werden, müssen paarweise gehalten werden (Männchen müssen kastriert werden) und sind recht pflegeleicht. Sie brauchen 2x pro Woche einen sauberen Käfig, ausreichend Platz, Heu und Wasser müssen immer vorhanden sein. Gemüse und Obst sollten den Speiseplan abrunden, Körner nur in geringsten Mengen gegeben werden.

Ratten

Ratten sind sehr neugierige und intelligente Lebewesen, die sehr zahm werden und lustige und lebendige Spielgefährten für Kinder ab dem Schulalter sein können. Leider werden sie nur etwa 2 Jahre alt, Tränen sind also vorprogrammiert.
Ratten sind Nagetiere, brauchen also viel Möglichkeiten zum Knabbern (frische Zweige, Gemüse, Obst). Der Käfig sollte mehrstöckig sein um dem Bewegungsdrang der Tiere zu entsprechen und Versteckmöglichkeiten bieten (z.B. Klopapierrolle). Da Nager recht geruchsintensiv sein können, sollte der Käfig jeden 2. Tag gereinigt werden. Ratten sind Gruppentiere, müssen mindestens zu zweit gehalten werden.

Mäuse

Mäuse sind ebenfalls Nagetiere, die zumindest zu zweit gehalten werden sollten. Sie sind im allgemeinen keine großen Kuschler und werden auch nur etwa 2 Jahre alt. Aufgrund ihrer Zerbrechlichkeit sind sie nicht für kleine Kinder geeignet.

Hamster

Hamster sind possierliche Zeitgenossen, die häufig nachtaktiv sind und daher besser nicht im Kinderzimmer stehen sollten. Viele werden sehr zahm und sind auch zu Tagaktivität zu überreden. Sie sind Einzelgänger, brauchen neben Heu und Wasser Körnerfutter, Gemüse und Obst. Sie bewegen sich gerne, allerdings kann es außerhalb des Käfigs problematisch werden, sie wiederzufinden. Auch sie werden nur etwa 2 Jahre alt und sind für kleine Kinder absolut ungeeignet.

Wellensittiche

Wellensittiche bringen Leben, Farbe und Freude in den Alltag, egal in welchem Alter. Junge Sittiche werden oft handzahm, allerdings erfordert das viel Geduld, die kleine Kinder sicher nicht aufbringen können. Größere Schulkinder ab 8-10 Jahren können sich aber gut mit den lebendigen Zeitgenossen beschäftigen, die übrigens paarweise gehalten werden müssen. Wellensittiche sind sprachbegabt, besonders männliche Tiere können lernen menschliche Worte oder Geräusche nachzuahmen, und das durchaus laut! Wellensittiche sind Vögel mit enormem Bewegungsdrang, Freiflug sollte ihnen unbedingt ermöglicht werden (Achtung auf offene Fenster und Türen!). Trotz ihrer geringen Größe können sie eine erstaunliche Menge Mist durch verlorene Federn und leere Körnerhülsen produzieren.
Wellensittiche sind pflegeleicht, brauchen Wasser, Körnerfutter (Hirsekolben) und ein bisschen Obst und Gemüse oder gekeimte Körner. Sie haben sehr kräftige Schnäbel, die gerne etwas zu tun haben, z.B. frische Obstbaumzweige werden mit Hingabe zerlegt.


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