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Und wer ist das in meinem Zimmer?

von Mag. Katharina Ratheiser

Geben Sie Stiefgeschwistern Zeit, in ihrem eigenen Tempo aufeinander zuzugehen. Mit Fairness und einem offenen Ohr für Sorgen stärken Sie die Geschwisterbeziehungen.

Tobias und Max sind dicke Freunde. Dabei ist es noch nicht so lange her, dass sie einander nur skeptisch beäugt haben. „Mami hat sich verliebt“, hat Max´ kleine Schwester Emily vor einem Jahr zu Max gesagt. „Und der Marius hat einen Sohn, der genauso alt ist wie du.“ Das erste Treffen der zukünftigen Stiefgeschwister war kein Erfolg. Max zog sich in sein Baumhaus im Garten zurück und Emily stellte konzentriert die Möbel im Puppenhaus um. Tobi saß neben seinem Vater und fand, dass diese Freundin weniger nett war als seine Mama.

Nun, ein Jahr später, wohnt Marius mit seiner Freundin Edda zusammen. Jeden Sonntag kommt Tobi dazu und bleibt bis Dienstag. Die sechsjährigen Stiefbrüder spielen am liebsten im Baumhaus. Auch mit Edda hat sich Tobi inzwischen angefreundet. „Sie macht am Sonntagabend immer Pizzateig, den wir Kinder dann belegen, das macht wirklich Spaß.“

Wie Stiefgeschwister miteinander auskommen, ist sehr unterschiedlich. Eine Rolle spielen die miteinander verbrachte Zeit, der Umgang der Eltern mit den Kindern, Geschwisterreihenfolge, Alter, Geschlecht und spontane Sympathie. Bis das neue Geschwistergefüge stabil ist, können Monate oder sogar Jahre vergehen.

Für die fünfjährige Emily ist Tobi vorläufig nur ein Störenfried, der ihr regelmäßig den Bruder wegnimmt. Während die beiden im Baumhaus spielen, schleicht sie ins Bubenzimmer und versteckt Spielsachen oder zerstört Bauwerke. „Emily, lass das und geh wieder in dein Zimmer“, sagt Mami dann. Als abends beim Pizzabacken ein Streit zwischen Emily und Tobi entsteht, schickt Edda beide Kinder in ihre Zimmer. Emily schreit trotzig: „Du bist meine Mami und nicht seine!“

Unter Stiefgeschwistern geht es häufig um etwas ganz anderes als es scheint. Hinter einem Konflikt kann der Versuch stehen, seinen Platz in der Familie zu behaupten. Oder einen Liebesbeweis von den Eltern zu erhaschen. Oder herauszufinden, zu wem Mami hält.

Edda hat Emilys Botschaft verstanden. Was diese mit ihren Streichen sagen will, ist: „Seit Tobi oft bei uns wohnt, ist nichts mehr wie früher. Mein Bruder hat weniger Zeit für mich. Ob wenigstens Mami noch auf meiner Seite ist?“ Emily braucht viele kleine Beweise, dass sich an der Liebe ihrer leiblichen Eltern durch die neue Familiensituation nichts ändert. Außerdem muss sie wissen, dass es okay ist, wenn sie Tobias nicht sofort mag.

Wichtig ist für Stiefgeschwister die Erfahrung: Alle Kinder der neuen Familie sind gleich wichtig, sie werden gleichermaßen ernst genommen und weder bevorzugt noch benachteiligt.

Nach der Pizza schlägt Edda vor: „Wollen wir Kinder-Activity spielen? Jetzt haben wir endlich genug Mitspieler.“ Gut, dass Tobi da ist, denkt Emily.


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