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Urlaub mit Kindern

von Mag. Claudia Umschaden

Elternbildung
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Der Sommer naht und ich persönlich freue mich schon sehr auf unseren alljährlichen Sommerurlaub – eine intensive Zeit für uns als Familie, meist auf engerem Raum als sonst, eine Zeit ohne Verpflichtungen und Termine. Erzähle ich Bekannten von unseren Urlauben, schauen sie mich meist entgeistert an, denn wie kann man denn mit 5 Kindern überhaupt auf Urlaub fahren? Ist denn so was überhaupt erholsam?

Unsere Urlaube haben sich in den letzten 20 Jahren sehr geändert: vom Urlaub zu zweit – einfach spontan stehenbleiben, wo man möchte; dann mit einem bis drei Kindern in einem Hotel mit Vollpension und schließlich als 7-köpfige Familie in Mobile Homes oder Ferienhäusern. Mal aktiver, mal weniger. Aus diesen Urlaubserfahrungen habe ich folgende Tipps an Eltern, wie ein Familienurlaub gelingen kann:

  1. Auf die Einstellung kommt‘s anElternbildung

Urlaub mit Kindern ist nicht vergleichbar mit dem Urlaub, den wir als frischverliebtes Paar verbracht haben. Von dieser Vorstellung dürfen wir uns verabschieden. Vor allem der Urlaub mit dem ersten Kind wird sehr auf das Kind abgestimmt sein. Ich kann mich noch erinnern, als wir vor 16 Jahren unseren ersten Urlaub mit Kind geplant haben. Da war es für uns wichtig, dass die Fahrt nicht zu lange dauert, die Umgebung nicht zu fremd und der Kofferraum daher voll mit lauter wichtigen Babyartikeln war, die unbedingt mit mussten (Babywanne, Reisegitterbett, Hochstuhl, Spielzeug, …). Gebraucht haben wir davon einen Bruchteil. :o) Aber wir waren glücklich und auch ein wenig erholt – ich genoss besonders, mich nicht um die Mahlzeiten kümmern zu müssen und bedient zu werden (das lernt man erst als Mutter besonders schätzen), konnte die Brösel einfach lassen und auch der Tapetenwechsel tat uns gut.  Neues entdecken und kennenlernen. Als meine zwei Großen zwei und ein Jahr alt waren, musste mein Mann beruflich für ein Woche nach Belgien verreisen. Ich durfte entscheiden: bleibe ich zu Hause im gewohnten Raum oder fahre ich mit und wurschtel mich mit den beiden in einer fremden Stadt durch. Ich wählte Letzteres: Anstrengend ist es mit Kindern überall, aber die Möglichkeit etwas Neues zu entdecken, nicht kochen zu müssen und abends meinen Mann zu sehen, waren für mich die Argumente, dass ich eine Woche mit zwei Kleinkindern in Antwerpen verbracht habe. Jetzt kenne ich dort alle Spielplätze und den Tiergarten.

Eine wichtige Zutat für das Reisen mit Kindern ist also meine persönliche Einstellung und Erwartung. Was erwarte ich mir vom Urlaub? 100%ige Erholung wird es wohl eher weniger sein. War man gewohnt im Urlaub 4 Gipfel zu besteigen, wird das mit einem Baby vielleicht noch möglich sein, mit kleinen Kindern schafft man eher kürzere Wanderrouten und Spaziergänge. War man eher gewohnt am Strand liegend 5 Bücher zu lesen, wird es mit Kindern vielleicht nur eine Zeitschrift sein, dafür werden viele Sandkuchen gebacken und Sandburgen gebaut werden. Und wenn man der typische Städtetourist war, wird man nun mit Kind ganz neue Seiten einer Stadt kennenlernen. Kinder sind nicht der Grund, keine Reise zu machen, wenn man eine Reise machen will – meine Erwartungen muss ich nur etwas runterschrauben. Besser weniger vornehmen und erwarten und sich über Extras freuen, als zu viele Vorstellungen haben, die dann enttäuscht werden.

Ich kenne aber auch Familien, die für sich beschlossen haben, mit Kleinkindern nicht zu verreisen, weil es ihnen zu stressig ist und sie alles für sie Wichtige und Notwendige zu Hause haben. Warum dann nach einer perfekten Unterkunft suchen, wenn man diese schon zu Hause hat? Urlaub zu Hause mit Ausflügen war dann für diese Familien die perfekte Option. Das Kind schläft im gewohnten Umfeld und hat seine Spielsachen und untertags werden Ausflüge in der näheren Umgebung geplant. Erst mit einem älteren Kind, das aus dem Gröbsten heraus ist, wagten sie wieder zu verreisen und konnten dann ihren Urlaub außer Haus wieder in vollen Zügen genießen.

Wie auch immer man sich als Familie entscheidet – die Erwartungen sollten klar ausgesprochen werden und überlegt werden, ob man diese auch erfüllen kann?

  1. Unterschiedliche BedürfnisseElternbildung

Und hier komme ich auch schon zum zweiten Aspekt für einen gelungen Urlaub als Familie. Eine Familie besteht aus verschiedenen Familienmitgliedern mit unterschiedlichen Bedürfnissen und Erwartungen. Es macht Sinn, sich ein halbes Jahr vorher als Familie zu einem runden Tisch zusammenzusetzen und gemeinsam zu überlegen:

Wie viel Budget steht uns zur Verfügung? Davon wird es vielleicht abhängen, ob wir einen All Inclusive Urlaub buchen oder ein Appartement mieten oder vielleicht sogar mit jemandem Wohnung tauschen oder campen gehen? Vielleicht hängen diese Optionen aber nicht von den Finanzen ab, sondern von der Abenteuerlust der ganzen Familie.

Wo soll es im Sommer oder Winter hingehen? Bleiben wir in der Nähe? Fahren wir mit dem Auto, Bus, Zug oder fliegen wir? Soll es ans Meer, an einen See, in eine Stadt oder in die Berge? Möchten wir in ein bestimmtes Land? Oder von allem ein bisschen?

Was möchte jeder von uns gerne im Urlaub machen – was ist uns wichtig? Wenn wir unsere Bedürfnisse und Erwartungen gegenseitig kennen, ist es uns auch eher möglich, diese zu erfüllen.

Erst unlängst hat mir eine Familie erzählt, dass es für den Mann ganz wichtig ist, sich 1x im Jahr sportlich auszutoben (klettern, Mountain biken, …). Früher war es der aktive Paarurlaub, der beiden Freude machte. Heute können aber die kleinen Kinder und die hochschwangere Frau nicht mit und wünschen sich eher einen ruhigen Urlaub mit viel gemeinsamer Zeit. Hier ist es ganz wichtig, sich seiner Bedürfnisse bewusst zu werden und sie zu benennen. Gemeinsam haben sie entschieden, dass der Vater eine Woche alleine auf Urlaub fahren darf, damit er seine Batterien sportlich aufladen kann und danach fährt die Familie gemeinsam auf einen Bauernhof, wo die Bedürfnisse der Kinder und Mama erfüllt werden.

Auch in unserer 7-köpfigen Familie gibt es viele unterschiedliche Wünsche. Wichtig ist uns, dass jeder zu Wort kommt und sagen darf, was er gern tun möchte. Und dann schauen wir gemeinsam hin und überlegen, wie wir das umsetzen können. Vielleicht kann Papa dann einen Abend mit den Buben verbringen, damit Mama mit den Mädchen einen Stadtbummel machen kann oder eben Mama fährt mit den Kindern zum Strand während Papa mit den Wanderbegeisterten einen Gipfel erobert. Als Paar versuchen wir beide uns auch gegenseitig Zeiten der Entspannung zu gönnen und schaufeln den Anderen jeweils einen Tag frei oder lassen dem Anderen ein paar Stunden für sich. So kann es sein, dass der Papa in der Früh alle Kinder übernimmt und ich ein wenig länger schlafen kann.

Eine Empfehlung von mir ist, die Kinder in die Urlaubsplanung einzubinden – egal wie alt sie sind! Fragen, was möchtest Du gern im Urlaub machen und zuhören. Der Wunsch meines jüngsten Sohnes letztes Jahr war mit Mama eine Sandburg bauen. Uns ist es als Familie wichtig, dass alle Familienmitglieder beim Urlaub mitplanen dürfen und sich einbringen. Fast demokratisch wird dann gemeinsam der ideale Urlaub beschlossen. Unsere Kinder dürfen beim Programm mitplanen und mitbestimmen, was gemacht wird.

  1. Organisatorisches/ChecklisteElternbildung

Bevor die Reise losgeht, ist es gut eine Checkliste zu schreiben, um nichts zu vergessen und für alle Eventualitäten gewappnet zu sein. Auf so einer Checkliste dürfen Medikamente und erste Hilfe Koffer nicht fehlen, Gewand für alle Wetterlagen inkl. Schuhwerk, bei kleineren Kindern eine Gatschhose und Regenstiefel, Windeln und Feuchttücher, Sonnenschutz und Sonnencreme, eventuell auch ein Antigelsenmittel und natürlich Ladekabel und Pass (bitte auch nachfragen, wie lange ein Pass im jeweiligen Land noch gültig sein muss).

Isst das Kind schon mit oder bekommt es noch Babynahrung? Falls es noch nicht mit uns mitisst, ist es gut die Gläschen von zu Hause mitzunehmen – in anderen Ländern gibt es andere Essgewohnheiten, die unser Kind vielleicht noch nicht kennt. Ist das Wasser trinkbar oder nehmen wir Wasserflaschen mit? Oder muss ich auf irgendeine Nahrungsunverträglichkeit (Gluten, Lactose, Fructose, …) bei einem Familienmitglied achten – dann sollten wir auch vorher abchecken, ob wir etwas im Vorfeld besorgen müssen.

Es hilft auch nachzufragen, was die Unterkunft zu bieten hat – muss ich ein Reisegitterbett mitnehmen oder gibt es eines vor Ort oder schläft unser Kind sowieso im Elternbett? Eine Kuscheldecke von zu Hause hilft ein wenig gewohnte Umgebung zu schaffen. Nehmen wir einen Hochstuhl mit oder sitzt das Kind zur Not auf unserem Schoß, falls es in der Unterkunft keinen Hochstuhl gibt.

Und möchten wir am Abend als Paar einmal allein in die Bar oder Hotellobby auf ein Getränk gehen? Dann ist ein Babyphone empfehlenswert. Wer das nicht möchte, kann sich auch aufs Zimmer einen Cocktail bringen lassen und die Zeit zu zweit als Paar genießen.

Und wenn man dann im Urlaub draufkommt, doch etwas vergessen zu haben? Zuerst einmal Ruhe bewahren. Vieles bekommt man auch im Ausland zu kaufen, einiges braucht man dann eventuell doch nicht. Also, nicht die Nerven verlieren – und den Urlaub genießen.

Urlaub mit Kindern ist sicherlich nicht perfekt und anders als früher. Urlaub mit Kindern ist vielleicht sogar anstrengender. Aber gerade im Urlaub darf die Uhr einmal anders laufen, es muss nicht immer alles nach Plan laufen und man darf ruhig einen gelassenen Pyjamatag einlegen. Im Urlaub haben wir Zeit für Gemeinsames und Zeit für Abenteuer, die unterm Jahr zu kurz kommen. Hier schreiben wir die Geschichten, an die wir uns später einmal gern erinnern werden. So wünsche ich allen Lesern einen wunderbaren Urlaub mit übertroffenen Erwartungen, schönen Momenten und viel Zeit miteinander!


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