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Vom Hören zum Schreiben

von Dr. Tina Eckstein-Madry

Elternbildung
Elternbildung
Elternbildung

Kinder erkennen von klein auf, dass Sprechen ein wesentlicher Bestandteil unserer zwischenmenschlichen Kommunikation ist. Dementsprechend groß ist auch ihr Interesse zu verstehen, was man mit Sprache alles machen kann und wie diese auch geschrieben aussieht.
Jedes Kind weist dabei ein eigenes Tempo auf, wann es sich für Reime, Laute, Wörter oder sogar schon für das Schreiben interessiert: mit großem Interesse stellen Kinder fest, dass „Haus“ und „Maus“ ähnlich klingen oder dass „Affe“ und „Auto“ mit demselben Laut beginnen. Ältere Kinder erkennen dann, dass Wörter in Silben unterteilt werden können (z.B. O-ma) und einige Kinder können sogar schon einigen Buchstaben deren Laute zuordnen.
Diese unterschiedlichen Fähigkeiten werden als „phonologische Bewusstheit“ bezeichnet: Es bedeutet, dass Kinder die Struktur der Lautsprache erkennen und Sprachelemente verschiedenartig anwenden lernen, d.h. sie verstehen, dass Wörter in kleinere Einheiten (Silben und Laute) unterteilt und durch Hinzufügen von Buchstaben oder Silben auch verändert oder vergrößert werden können.
Studien haben gezeigt, dass die Entwicklung der sogenannten „phonologischen Bewusstheit“ die Grundlage für das erfolgreiche Erlernen von Lese- und (Recht)Schreibkompetenzen in der Schule ist. So sollten Vorschulkinder in der Lage sein, Wörter in Silben zu zerlegen (z.B. Ma-ma, Ap-fel-baum), gleiche Anlaute zu erkennen (z.B. Baum und Bus, Mama und Maus) oder Wörter, die sich reimen, zu finden (z.B. auf Maus reimt sich Haus). Auch sollten Kinder rund um den Schuleinstieg erkennen, wie viele Laute (bzw. Buchstaben) kurze Wörter beinhalten, was beim Weglassen des ersten Lautes noch übrig bleibt (z.B. ama bei Mama) oder dass durch den Austausch eines Lautes oder Buchstaben ein neues Wort entsteht (z.B. Baum und Raum).

Diese Fähigkeiten entwickeln Kinder nicht einfach, weil sie angeboren sind, sondern weil sie diese – für uns Erwachsene fast unbemerkt – jeden Tag spielerisch trainieren. Was können wir tun, um unsere Kinder dabei zu unterstützen, ihre Kompetenzen im Umgang mit unserer Buch-, Schrift- und Erzählkultur sowie ihr Text- und Sinnverständnis (die sogenannte „Literacy“) zu stärken?

Immer nur Lesen…?Elternbildung

Gemeinsam zu lesen wird nach wie vor als eine wichtige Gelegenheit angesehen, die Sprachkompetenzen des Kindes zu stärken. Dabei geht es nicht nur um das reine Vorlesen. Nutzen Sie Bücher auch als Gesprächsanlass, um sich mit dem Kind gemeinsam darüber asuzutauschen:
Beim sogenannten „dialogischen Lesen“ konzentrieren sich bei jüngeren Kindern die Dialoge eher auf das, was zu sehen ist. Dabei können Sie das Kind sprachlich insbesondere anregen, indem Sie „W-Fragen“ stellen (Wer, Was, Wo, Wie), also zum Beispiel „Was ist das?“ oder „Wer sitzt da in der Sandkiste?“. Anschließend können Sie die kindlichen Äußerungen aufgreifen und gegebenenfalls sprachlich korrigieren und/oder ergänzen: „Badder. Mat bumm-bumm.“ – „Ja, das ist ein Bagger. Schau, er fährt auf der Straße und macht brumm-brumm.“ Sie können auch weiterführende Fragen stellen, die den Dialog mit Ihrem Kind aufrechterhalten, wie zum Beispiel „Wo hast du das auch schon einmal gesehen?“.
Bei älteren Kindern ist es dann wichtig, durch offene Fragen den Dialog zu erweitern und Ihr Kind dadurch zum eigenen Nachdenken und Erzählen zu ermuntern (z.B. „Was denkst du, warum das hier passiert ist?“, „Wie könnte die Geschichte ausgehen?“). Stellen Sie einen direkten Lebensbezug her (z.B. „Erinnerst du dich, als wir bei Oma waren, da haben wir genauso …“), um dem Gesprochenen auch eine persönliche Bedeutung zu geben. Mit dialogischem Lesen fördern Sie Sprachverständnis, Wortschatz und Sprachflüssigkeit, besonders dann, wenn regelmäßig – idealerweise täglich – gelesen wird und das Kind für seine Beiträge Anerkennung erfährt.

Von Anfang an…Elternbildung

Doch auch im Alltag können solche Dialoge, wie beim Vorlesen, genutzt werden, um das Kind zum Sprechen anzuregen und seine Sprachkompetenzen zu erweitern. Besonders für Babys und sehr junge Kinder ist es hilfreich, wenn Sie in einem „Selbstgespräch“ Ihr eigenes Tun und Handeln kommentieren und gleichzeitig Ihr Kind einbeziehen. So können Sie zum Beispiel beim Spazieren die Dinge oder Tiere, auf die ihr Kind schaut, benennen und deren Aktivitäten beschreiben, zum Beispiel „Da ist ein Hund. Schau, wie er springen kann.“ Oder Sie benennen beim Einkaufen die Waren, die Sie in den Einkaufswagen legen. Sie können auch Ihr Kind fragen, ob noch etwas vom Einkauf fehlt, auch wenn die Antwort nur ein „dada“ ist. So versteht Ihr Kind schon sehr früh, dass Sprache und Sprechen dazu genutzt werden können, um in Kontakt mit Ihnen als Eltern zu bleiben. Damit wird Sprache für das Kind zu etwas sehr Bedeutungsvollem und die Motivation, Sprache und Sprechen zu lernen wird gestärkt.

Ältere Kinder können aufgrund ihrer ausgereifteren Sprachfähigkeiten schon gezielter in ihrer „phonologischen Bewusstheit“ gestärkt werden, mit Beispielen wie

  • Wörter in Silben zerlegen: bei Klatschspielen werden die Silben eines Wortes geklatscht (ca. ab 3 Jahren möglich)
  • Reime bilden: „Was reimt sich auf …?“ (ca. ab 3 Jahren möglich)
  • Gleiche Anlaute erkennen: „Kennst du noch ein Wort, dass mit „M“ beginnt?“ (ab dem Vorschulalter)
  • Laute weglassen: „Was bleibt, wenn ich das M bei Maus weglasse?“ (ab dem Vorschulalter)

All diese Möglichkeiten funktionieren am besten, wenn Sie die Impulse Ihres Kindes aufgreifen und diese dann als Spiel in den Alltag integrieren. Wenn Ihrem Kind auffällt, dass Mama und Maus am Wortanfang ähnlich klingen, so können Sie dies erweitern, indem Sie erstens benennen, dass beide Wörter mit dem Buchstaben M beginnen und sogar beide mit Ma. Zweitens könnten Sie Ihr Kind fragen, ob es noch ein Wort kennt, das mit M beginnt. Wenn Ihrem Kind nichts einfällt, bieten Sie einfach verschiedene Wörter an und fragen, welches davon mit dem entsprechenden Buchstaben beginnt: „Beginnt Affe mit M? Oder Musik?“ Besonders leicht wird es Ihrem Kind fallen, wenn Sie den ersten Buchstaben beim Aussprechen des Wortes besonders betonen.

Schreiben … jetzt schon?!Elternbildung

Die grundlegenden Kompetenzen für späteres Lesen, Schreiben und Textverständnis werden schon vor dem Vorschulalter gelegt. Bereits im Kindergartenalter sind Kinder neugierig aufs Schreiben und die Zeichen, die wir Erwachsene (oder ältere Geschwister) auf ein Blatt Papier „malen“. Sie beginnen sich dafür zu interessieren, wie Buchstaben aussehen und ausgesprochen werden und wie man sie schreibt. Im „Kritzelalter“ ahmen Kinder Erwachsene im Schreiben nach: so werden auch Einkaufszettel „geschrieben“ oder Überweisungen „ausgefüllt“. Wie der Name dieser Phase schon verrät: in dem Gekritzelten sind weder Buchstaben noch Zahlen zu erkennen – allein das Nachahmen und so-Tun-als-ob stehen hier im Vordergrund. Dementsprechend ist es wichtig, das Kind für das „Produkt“ seines Nachahmens keinesfalls zu kritisieren, sondern die Absicht dahinter, nämlich sich schriftlich mitzuteilen, zu stärken. So können Sie sich zum Beispiel von Ihrem Kind auch im Rollenspiel einen Strafzettel ausstellen lassen, Ihre Bestellung im Restaurant aufnehmen oder in der Puppenküche das Kuchenrezept, nach dem Sie soeben mit Ihrem Kind „gebacken“ haben, aufschreiben lassen.

Im Vorschulalter wird das Interesse für „richtiges“ Schreiben und Lesen größer: Kinder in diesem Alter wollen echte Buchstaben schreiben und beginnen ganze Wörter abzuschreiben (z.B. den eigenen Namen). Die Buchstaben sind dabei oft unterschiedlich groß oder werden spiegelverkehrt geschrieben – all dies ist normal und verändert sich allmählich rund um den Schulbeginn. Je näher der Schuleintritt ist, desto eher versuchen sich die Kinder daran, einzelne Buchstaben vorzulesen oder sogar ganze Wörter anhand deren Aussprache und Laute aufzuschreiben (z.B. Mama, Oma). Geben Sie Ihrem Kind die Möglichkeit, sich der Schriftsprache im alltäglichen Tun ganz natürlich zu nähern, z.B. wenn Sie einen Einkaufszettel schreiben, fragen Sie Ihr Kind, ob es auch einen eigenen schreiben möchte oder wenn Sie eine Geburtstagskarte unterschreiben, lassen Sie Ihr Kind mit seinem Namen (wenn auch vielleicht noch unleserlich) auf dieser Karte selbst unterschreiben.

Mehr Informationen rund um den kindlichen Spracherwerb: Der Ratgeber „Sprechen macht schlauer!“ wird gemeinsam mit dem bewährten Kinderbetreuungskompass bei der beliebten Roadshow HILFSWERK ON TOUR (siehe www.hilfswerk.at) verteilt, ist aber auch unter 0800 800 820 oder office@hilfswerk.at kostenlos erhältlich. Gerne können Sie den Ratgeber und weitere interessante Informationen auch auf unserem Webportal www.hilfswerk.at/sprechen-macht-schlauer abrufen.


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