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Vom Paar zur Familie

von Mag. Sandra Teml-Jetter

In Langzeitstudien hat man herausgefunden, dass jegliche Art zu erziehen, also sich auf das Kind zu beziehen, nicht so einen großen Einfluss auf das Werden der Kinder hatte, wie die Qualität der Paarbeziehung der Eltern. (https://www.childandfamilyblog.com/wp-content/uploads/2014/12/Cowans-research2.pdf)

Ich möchte diese Frage mit der Schilderung eines „Standardpaares“ der 2010er Jahre beantworten. Dieses Paar sieht Kinder nicht mehr als Objekte zur Altersversorgung und als Arbeitskraft. Für dieses Paar ist ein Kind etwas, was einfach dazugehört. Fast schon ein bisschen ein „must have“. Die Rolle der Frau als Mutter und Hausfrau war bis in die 1060er Jahre klar definiert (und Ausnahmen bestätigen immer die Regel), und der Mann war selbstverständlich als Vater abwesend, um die „Seinen“ zu versorgen (irgendwie gehörten ihm dafür alle; er war der Bestimmer). Dieses Rollenbild gibt es nicht mehr – und jetzt ringen Männer wie Frauen um eine Neudefinition von Familie.

Ein Kind zu bekommen ist also etwas, was geplant werden will: Wer verzichtet wann auf was? Wer übernimmt wofür Verantwortung? Wann ist überhaupt (karrieretechnisch) der richtige Zeitpunkt ein Kind zu bekommen? Das sind alles Fragen, die sich unser junges Paar stellen muss – spätestens, wenn das Kind dann da ist.

Konflikte gehören dazu!
Die bitterste Erkenntnis von jungen Eltern ist, dass sich nämlich zu dritt nicht mehr das gleiche ausgeht, wie zu zweit, und dass das Konfliktpotenzial zunimmt. Plötzlich, von einem Tag auf den anderen, teilen Mann und Frau sich etwas, das definitiv etwas Gemeinsames ist und über das nicht so leicht diskutiert oder hinweggesehen werden kann, wie über das Hinaustragen des Müllsackes (der sich übrigens mit einem Baby in rasender Geschwindigkeit füllt). All die kleinen Dinge des Alltags sind jetzt zusätzlich zur größten Verantwortung da, die uns Menschen wohl gegeben wurde: Die Verantwortung, ein hilfloses, total abhängiges Baby beim Erwachsenwerden zu erfühlen, zu begleiten, zu führen. Und spätestens dann werden sukzessive aller Punkte in uns jungen Eltern sichtbar, in denen wir uns selbst noch nicht zum Erwachsenen entwickelt haben.

„Spätestens dann, wenn wir Eltern werden, ist es Zeit Verantwortung für unser inneres und äußeres Verhalten zu übernehmen.“ Jesper Juul

Gemeinsam wachsen
In den ersten 18 Monaten (Bindungsphase) sind Eltern gefordert, 24/7 eine äußere Gebärmutter für ihr Baby zur Verfügung zu stellen – und die Paarbeziehung rückt automatisch in den Hintergrund. Vor allem körperlich fühlen sich junge Mütter oft schon so von ihrem Säugling „besetzt“, dass sich eine körperliche Nähe zum Partner wie ein Overload anfühlt. In vielen Fällen wird aber schon bald ans zweite Kind gedacht – und dann ist die partnerschaftliche Durststrecke oft eine nicht mehr enden wollende. Und das bemerken zuerst die Männer, die zurecht sagen, sie haben ihre Frau verloren.

Wenn eine Paarbeziehung eingegangen wurde, um seine/ihre bessere Hälfte zu finden, dann kommt es auch vor, dass Männer nach der Geburt des Kindes aufs Abstellgleis gestellt werden, da sich ihre Frauen mit dem Kind vervollständigen und die gesunde Symbiose bis über die Bindungsphase hinaus halten und die Verantwortung für das Kind förmlich an sich reißen – und dann ihren Männern den Vorwurf zu machen, sie seien zu wenig präsent. Das mag auch gefühlt stimmen, denn die Verantwortung haben, heißt, den Überblick zu haben, es „im Kopf“ zu haben. Alles andere ist dann ein Abarbeiten von Listen, zu dem die Männer dann gerne eingeteilt werden. Listen sind aber irgendwann fertig und die hat Mann dann nicht mehr im Kopf und Mann hat dann auch frei.

Mut für Neues! Mut für Eigenes!
Ich denke es ist die größte Herausforderungen in heutigen Familien, eine Beziehung auf Augenhöhe zu gestalten und ein Team zu werden, eine kollaborative Allianz zwischen den beiden Partner herzustellen. Die meisten von uns hatten dieses Modell aber nicht als Vorbild im eigenen Elternhaus. Und so schließt sich der Kreis mit der Frage: Wie will ich leben und wie gestalten wir unser Leben gemeinsam so, dass es keine faulen Kompromisse gibt, sondern dass aus 1 + 1 etwas Drittes, Neues entsteht? Ein neues Modell, in dem das zu bewältigende gemeinsam als Team angegangen wird – anstatt sich die unangenehmen Aufgaben zuzuschieben. Das nenne ich dann Commitment zu einer Beziehung: Ich mache es mit dir.

Dazu braucht es Zeit und Disziplin, um sich sowohl mit sich selbst auseinander zu setzten, als auch um sich einander mitzuteilen. Und das will gestaltet werden – sonst überrollt der Alltag die Familie. Bewusste Lebensgestaltung, ein Hinterfragen von Althergebrachtem und der Mut, einzigartig zu sein gehören zu den neuen Aufgaben von jungen Familien. Dann ist eine Familie kein statisches System in dem einer bestimmt und alle folgen untergeordnet, sondern ein Ort, an dem alle aneinander werden können. Ein Ort des Wachstums.

Konflikte suchen sich unweigerlich und sehr elegant ihre Bühne um erlöst zu werden. Elternpaare streiten dann rund ums Thema Sex (zu wenig/zu viel), Erziehung (Ich weiß es besser als du!), Eltern/Schwiegereltern (Energie und Ressourcen, die in der jungen Familie gebraucht würden, fließen zu den Großeltern – den eigenen Eltern wird mehr recht gemacht, als sich selbst). Dahinter liegt oft nur die Einladung des Lebens zu forschen, um schließlich sein Potenzial voll zu entfalten.

Ich lade alle Elternpaare dazu ein, ein JA zum Abenteuer Familie abzugeben. Auch wenn sich offene Punkte, altes Unaufgearbeitetes zeigt. Gerade dann!

 

 

 

 


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