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Was macht eine gute Kinderkrippe aus? Qualitätskriterien für die außerfamiliäre Bildung und Betreuung von Kindern unter Drei

von BA MA Klara Landrichinger

Für viele Kleinstkinder zwischen 0-3 Jahren gehört der Besuch einer außerfamiliären Bildungs- und Betreuungseinrichtung mittlerweile zum Alltag. Doch wenn es für Eltern um die Auswahl einer passenden Krippe geht, stehen sie mitunter vor einer schwierigen Entscheidung. Woran erkennt man eine qualitätsvolle Einrichtung? Und welche Voraussetzungen müssen gegeben sein, damit Kinder vom Krippenbesuch profitieren?  Die nachfolgenden Hinweise dienen zu Ihrer Orientierung und sollen Sie und Ihr Kind auf der Suche nach einer geeigneten Krippe unterstützen.

Ausgewählte Merkmale guter Qualität
Prinzipiell hat jeder und jede von uns andere Vorstellungen, was eine gute Kinderkrippe ausmacht. Expertinnen und Experten sind sich jedoch einig, dass die Qualität von elementarpädagogischen Einrichtungen für Kinder von 0-6 Jahren insbesondere von folgenden Faktoren abhängig ist:

  • Rahmenbedingungen der Gruppe:
    Bei den sogenannten „Strukturmerkmalen“ nehmen vor allem die Größe der Gruppe (max. 12 Kinder bei Kindern unter drei Jahren) und die Anzahl der Pädagog*innen (1:4 bei Krippenkindern) sowie deren Ausbildung Einfluss auf die Qualität. Die Größe der Gruppe und der Personal-Kind-Schlüssel sind an die Alterszusammensetzung der Kleinstkinder und Säuglinge anzupassen. Hierbei gilt: Je jünger die Kinder, desto mehr Personal muss eingesetzt werden.
  • Werte, Haltungen und Orientierungen der pädagogischen Fachkräfte: Diese „Orientierungsmerkmale“, die in Leitbildern und Konzeptionen sowie im österreichischen BildungsRahmenPlan festgehalten sind, zeigen sich im direkten Handeln der Fachkräfte und in ihren Überzeugungen.  Mein Tipp: Fragen Sie beim Kennenlernen der Einrichtung die Einrichtungsleitung, nach welchen Konzepten in der Einrichtung gearbeitet wird und was in der pädagogischen Praxis besonders wichtig ist.
  • Die Gestaltung der täglichen Bildungsarbeit sowie die Art und Weise der Interaktionsgestaltung zwischen Pädagogin/Pädagoge und Kind bilden sich im Rahmen der Prozessqualität ab. Zahlreiche Studien haben nachgewiesen, dass die Qualität der Interaktionen zwischen Pädagogin/Pädagoge und Kind dafür entscheidend ist, welche Vorteile ein Krippenbesuch für die Kinder mit sich bringt. Es lohnt sich daher, sich bei der Entscheidung für eine Krippe auch ein Bild von der Gestaltung der Fachkraft-Kind-Interaktion zu machen.

Hierbei können Sie sich an den nachfolgenden Aspekten orientieren:

Sicherung der Grundbedürfnisse

Kleinstkinder und jüngere Kinder von 0-3 Jahren haben viele grundlegende Bedürfnisse, wie z.B. Sicherheit, Schlaf, gesunde Ernährung, Körperkontakt etc. Sie benötigen daher besonders intensive Zuwendung und Entwicklungsbegleitung durch zuverlässige Bezugspersonen. Aufmerksame pädagogische Fachkräfte deuten die Signale der Kinder richtig und reagieren zeitnah darauf. Durch eine feinfühlige Unterstützung können individuelle Bedürfnisse berücksichtigt werden und gemeinsam mit den Kindern die alterstypischen Entwicklungsthemen bewältigt werden. Dies beginnt bei der individuellen Eingewöhnungsphase, beim achtsamen Wickeln und Pflegen der Kinder sowie dem Trösten und der Nähe in Stress- und Trennungssituationen.

Auf einen Blick:

  • Gibt es eine Eingewöhnung im individuellen Tempo des Kindes und in Begleitung eines Elternteiles?
  • Ist der Tagesablauf so gestaltet, dass die einzelnen Kinder genügend Zeit für freies Spielen erhalten?
  • Werden die Kinder in Pflegesituationen, bei Mahlzeiten und beim Ruhen und Schlafen einfühlsam begleitet?

Positive Beziehungsgestaltung

Eine vertrauensvolle und verlässliche Beziehung zur Pädagogin/zum Pädagogen, ist die Basis für das Wohlbefinden des Kindes und eine gesunde Entwicklung. Denn nur, wenn sich ein Kind in der neuen Umgebung sicher fühlt, kann es seine Umwelt erkunden und Neues lernen! Für positive Beziehungserfahrungen zwischen den Kindern und erste Spielpartnerschaften außerhalb der Familie eignen sich aufmerksam begleitete Spielaktivitäten in kleinen Gruppen.

 Auf einen Blick:

  • Hat das Kind jederzeit eine vertraute Person um sich?
  • Wie wird das Ankommen und Verabschieden der Kinder gestaltet?
  • Gibt es gleichaltrige Spielpartner/innen sowie Kontakte zu größeren und kleineren Kindern in der Krippe?

Anregende Kommunikation

Der tägliche Krippenalltag hält viele Gesprächsanlässe bereit. Die sprachliche Handlungsbegleitung bei Routine- und Alltagshandlungen und das gemeinsame Lesen eines Bilderbuches sind dabei besonders förderlich für die kindliche (Zweit-)Sprachentwicklung. Qualitätsvolle Dialoge erkennen Sie u.a. daran, dass die Pädagogin/der Pädagoge die Sprache am Entwicklungsstand des Kindes orientiert, viele Fragen stellt und sich genügend Zeit für das Verstehen der kindlichen Äußerungen nimmt.

Auf einen Blick:

  • Führen die Erwachsenen in der Gruppe individuelle Gespräche mit den Kindern?
  • Werden jüngere Kinder, die noch nicht sprechen können, dabei unterstützt sich auszudrücken?
  • Nützen die Erwachsenen in der Gruppe Alltags- und Pflegeroutinen (Wickeln, An- und Ausziehen, das gemeinsame Essen) für Gespräche mit den Kindern?
  • Gibt es altersentsprechende Bücher und Bilder im Gruppenraum?

Schaffung von altersgerechten Beteiligungsmöglichkeiten

Beteiligung, Mithilfe und die Übernahme von Verantwortung müssen nach und nach erlernt werden. Doch bereits in der Kinderkrippe gibt es einige Möglichkeiten dafür. Damit die jungen Kinder dabei nicht überfordert werden und übertragene Aufgaben leicht erfüllen können, bietet die Pädagogin/der Pädagoge Hilfestellungen an. Partizipationsmöglichkeiten werden sehr oft in der Gestaltung des Gruppenraumes sichtbar. Achten Sie bei ihrem Besuch beispielsweise darauf, ob Spielsachen und persönliche Gegenstände der Kinder (z.B. Kuscheltiere, Trinkgläser) frei zugänglich sind.

Auf einen Blick:

  • Dürfen die Kinder „Nein“ sagen?
  • Können die Kinder bei Mahlzeiten selbst entscheiden, was und wieviel sie essen wollen?
  • Übernehmen die Kinder im Alltag selbstständig Aufgaben?

Individuelle Begleitung bei Spielaktivitäten

Qualitätsvolle Betreuungssettings zeichnen sich dadurch aus, dass anregungsreiche Spielbereiche und Materialien für die Kinder bereitgestellt sind und die Pädagogin/der Pädagoge als aktive/r Spielpartnerin/Spielpartner zur Verfügung steht. Kinder profitieren besonders dann in ihrer Entwicklung, wenn sie auf neue Ideen gebracht werden, mit all ihren Sinnen angesprochen werden und Neues ausprobieren können.

Mein Tipp: Verschaffen Sie sich bei Ihrem Schnupperbesuch einen Überblick, ob in den Spielbereichen der Gruppe Materialien aus verschiedenen Bildungsbereichen vorhanden sind (z.B. Bewegungs- und Sinnesmaterialien, Bauspiele, Utensilien zum Malen und Gestalten, Bücher und Bilder, Verkleidungsmaterialien, Puppen und Kuscheltiere etc.).

Auf einen Blick:

  • Werden Interessen, individuelle Vorlieben und Begabungen der Kinder berücksichtigt?
  • Sind im Gruppenraum vielfältige Erfahrungen mit allen Sinnen möglich?
  • Lassen sich die Erwachsenen auf Spielaktivitäten mit einzelnen Kindern ein?
  • Beobachtet die Pädagogin/der Pädagoge das Spielgeschehen?

Einen umfassenden Eindruck über die Qualität der Bildungsarbeit in einer Kinderkrippe zu erlangen, ist als außenstehende Person gar nicht so einfach. Nützen Sie daher die verschiedenen Möglichkeiten (z.B. im Rahmen von Schnupperbesuchen, Gesprächen mit dem pädagogischen Team oder Elternvertreterinnen und –vertretern), um sich ein Bild von der Einrichtung zu machen, damit Sie auch mehrere Einrichtungen miteinander vergleichen können. Und hören Sie bei der endgültigen Entscheidung auch auf Ihr Gefühl, denn Sie wissen am besten, was zu Ihrem Kind und Ihren Vorstellungen und Wünschen passt.


Literaturhinweise und weitere Informationen zum Nachlesen:

Charlotte Bühler Institut im Auftrag der Ämter der Landesregierungen der österreichischen Bundesländer, Magistrat der Stadt Wien & Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur (2009). Bundesländerübergreifender BildungsRahmenPlan für elementare Bildungseinrichtungen in Österreich. Wien: BMUKK. Verfügbar unter:  http://www.charlotte- buehler-institut.at/bundeslaenderuebergreifender-bildungsrahmenplan-fuer-elementare- bildungseinrichtungen-in-oesterreich-2/ [23.01.2019].

Maywald, J., & Schön, B. (Hrsg.). (2008). Krippen: Wie frühe Betreuung gelingt. Fundierter Rat zu einem umstrittenen Thema. Weinheim: Beltz.

Tietze, W. & Viernickel, S. (Hrsg.). (2016). Pädagogische Qualität in Tageseinrichtungen für Kinder. Ein Nationaler Kriterienkatalog. (5.Aufl.) Weimar: Verlag das Netz.

Tietze, W., Bolz, M., Grenner K., Schlecht, D. & Wellner, B. (2005). Krippen-Skala (KRIPSR). Feststellung und Unterstützung pädagogischer Qualität in Krippen. Weinheim: Beltz.

Wadepohl, H., Mackowiak, K., Fröhlich-Gildhoff, K., & Weltzien, D. (Hrsg.). (2017). Interaktionsgestaltung in Familie und Kindertagesbetreuung. Wiesbaden: Springer VS.

Walter-Laager, C., Pölzl-Stefanec, E., Gimplinger, C. & Mittischek, L. (2018). Gute Qualität in der Bildung und Betreuung von Kleinstkindern sichtbar machen. Arbeitsmaterial für Aus- und Weiterbildungen, Teamsitzungen und Elternabende. Graz: Karl-Franzens-Universität. Verfügbar unter: https://static.uni-graz.at/fileadmin/projekte/krippenqualitaet/Begleitheft_GQSM_Gute_Qualitaet_sichtbar_machen.pdf [23.01.2019].

 

 


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