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Wenn die ganz Kleinen eine Fremdsprache lernen

von Mag.ᵃ Zwetelina Ortega

Wir leben in einer Gesellschaft, in der Kommunikation intensiv gelebt wird und diese in unterschiedlichen Sprachen erfolgt. Global gesehen ist Einsprachigkeit die Ausnahme. Durch Aus- und Zuwanderung oder durch den Tourismus fließt unser Leben in unterschiedlichen Sprachen und der Alltag vieler Menschen ist mehrsprachig. Kommunikation ist global geworden und setzt sich über geografische Grenzen und vor allem über Sprachbarrieren hinweg. Diese Tatsache führt dazu, dass sich Eltern bemühen, ihren Kindern Möglichkeiten zu bieten, eine oder sogar mehrere Fremdsprachen auf gutem Niveau zu erlernen. Englisch steht dabei im Zentrum der Aufmerksamkeit.

Diese große Nachfrage hat ein breites Angebot mit sich gebracht: Sprachkurse für Kleinkinder, bilinguale Spielgruppen, bilinguale Kindergärten und Kindergruppen. Die Frage dabei ist jedoch, was ist dabei das Beste für mein Kind und wie sind die Erwartungen der Eltern. Und worauf kommt es bei der Wahl des Sprachangebotes an?

Der Zeitpunkt
Eltern fragen mich oft, ab wann man oder besser gesagt kind beginnen sollte. Für eine Fremdsprache ist es weder zu früh noch zu spät. Es kommt dabei eher auf die Erwartungen der Eltern und die Motivation des Kindes an. Die Erwartungen der Eltern sollten aber, das was das Kind und das Familiengefüge leisten können, nicht überfordern. Einmal in der Woche Englisch für Kleinkinder führt die kleinen TeilnehmerInnen des Kurses in die Sprache ein. Wenn dieser spielerisch gestaltet ist, wird es ihnen bestimmt viel Spaß machen. Aber man kann nicht erwarten, dass das Kind Englisch wie ein Native sprechen wird. Dabei geht es eher darum, dem Kind die Sprache lustvoll näherzubringen. Eltern können die Freude an der Sprache auch vorleben, indem sie sich interessiert zeigen, wenn das Kind vom Kurs erzählt oder sein Können  vorführt. Jedoch sollten sie nie in die Rolle des Abprüfens verfallen. Dadurch bauen sie Druck auf und dann machen Kinder schnell die innere Tür zu oder noch schlimmer, sie verlieren den Spaß am Englischkurs.

Der Spaß an erster Stelle
Beim Fremdsprachenunterricht mit Kleinkindern und Kindern muss der Spaß und die Freude an erster Stelle stehen und nicht die Menge an erlerntem Neuen. Das wird sich später lohnen, weil das Kind eine positive Einstellung zu Fremdsprachen entwickeln wird.

Bilingualer Kindergarten / bilinguale Kindergruppe, ja oder nein?
Diese Form der Sprachbildung ist lang erprobt. Bei diesem Angebot kommt es vor allem auf ein solides und professionelles pädagogisches Konzept an. In den meisten Einrichtungen wird das Prinzip der Zweisprachigkeit gelebt und die Kinder kommunizieren täglich in zwei Sprachen mit jeweils unterschiedlichen BetreuerInnen. Dadurch entsteht eine emotionale Bindung zwischen Kind und BetreuerIn in der jeweiligen Sprache. Die Sprachen sollten nicht nur im Alltag verwendet werden. Eine gute pädagogische Arbeit sieht vor, dass in beiden Sprachen aktiv gelebt wird, also zum Beispiel gemeinsames Singen, Bücherlesen, aber auch andere Aktivitäten, die die Sinne anregen, sollten in beiden Sprachen stattfinden. Und schließlich steht und fällt der Erfolg mit dem sprachlichen Niveau der BetreuerInnen. Ein geschultes und professionelles Team wird in der Lage sein, die Kinder zu motivieren und ihnen viel von beiden Sprachen näher zu bringen, sodass im besten Fall eine nahezu muttersprachliche Kompetenz entstehen kann. Was können Eltern tun, um ihre Kinder zu unterstützen? Vor allem eines; die bilinguale Bildungseinrichtung langfristig fortsetzen.

Soll ich mit meinem Kind Englisch sprechen?
Eine Frage, die Eltern unter den Nägeln brennt ist: „Kann ich, soll ich mit meinem Kind Englisch sprechen, wenn es nicht meine Muttersprache ist?“ Wenn das sprachliche Niveau nicht absolut exzellent ist, dann auf keinen Fall! Die Antwort ist nein! Sprechen Sie mit Ihrem Kind in Ihrer Muttersprache und überlassen Sie es den geschulten PädagogInnen, die Natives sind, Ihrem Kind die Fremdsprache beizubringen.

Und wenn Ihr Englisch richtig gut ist? Für uns Eltern ist Sprache zentral, wenn es darum geht unseren Kindern Gefühle zu vermitteln. Schon seit Geburt summen wir, erzählen wir, spenden tröstende Worte und Liebeserklärungen. Für unser Kind entsteht eine untrennbare Verbindung zwischen diesen Gefühlen, die wir vermitteln und die Sprache in der wir es tun. Hier gilt es also genau abzuwägen. Ist Englisch nicht die eigene Muttersprache werden viele dieser tiefverwurzelten Gefühle nicht in der gleichen Intensität dem Kind weitergeben werden können, selbst wenn das sprachliche Niveau exzellent ist. Es kommt nicht nur auf die sprachliche Perfektion an, sondern um die emotionale Welt, die wir beim Sprechen mitschwingen lassen. Es ist kein Argument dagegen, ich möchte nur, dass Eltern bei dieser Entscheidung wissen, worauf sie sich einlassen.

Lernen Kinder von alleine?
Einen Satz den ich immer wieder höre: „Kinder lernen Sprachen wie von alleine, sie saugen alles auf.“ Aber stimmt das? Meine Tochter besuchte vor einiger Zeit einen jüdischen Kindergarten. Wir, ihre Eltern, sind nicht jüdisch. Im Kindergarten wurden viele Lieder auf Hebräisch gesungen und am Freitag wurde der Sabbat mit den dazu gehörenden Ritualen begangen. Schon nach wenigen Wochen fing meine Tochter an die neu gelernten Lieder zu summen, auf Hebräisch natürlich. Ich glaube sie verstand noch nichts, ich auch nicht, aber es machte uns allen Spaß in den Klang dieser neuen Sprache einzutauschen. Und als ich sie an einem Freitag mittags abholte, begrüßte sie mich mit einem fröhlichen „Schalom Sabbat!“.

Heute, ein Jahr nachdem sie den jüdischen Kindergarten verlassen hat, sind die Spuren des Hebräischen verwischt. Sie kann sich noch an die Zeit dort erinnern, aber sie kann nichts mehr wiedergeben.

Auf die Kontinuität kommt es an
Fazit ist, Kinder lernen eine neue Sprache tatsächlich sehr schnell und gut, allerdings vergessen sie diese auch genauso schnell. Wenn Sie wollen, dass Ihr Kind eine Sprache lernt, die Sie selbst nicht als Erstsprache weitergeben können, müssen die Angebote an Ihr Kind Kontinuität haben, damit sich das Erlernte festigen kann.

 


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