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Definition Elternbildung Langfassung

1. Was ist institutionelle Elternbildung (Definition)

Elternbildung versteht sich als ein Angebot für Mütter, Väter, Großeltern und alle, die mit häuslicher Erziehungsarbeit betraut sind.

Elternbildung unterstützt Eltern dabei, ihre Erziehungsaufgaben zu erkennen und wahrzunehmen, eine für Kinder förderliche pädagogische Haltung zu entwickeln, um in der jeweiligen Situation adäquat zu handeln. Demzufolge soll Elternbildung Lernprozesse auslösen, durch die sich die Kenntnisse, Fertigkeiten, Haltungen und Wertungen der Eltern erweitern. Elternbildung stärkt die elterliche Kompetenz und die Erziehungsfähigkeit und stellt daher einen wesentlichen Beitrag zur Prävention von Schwierigkeiten in der Eltern-Kind-Beziehung dar.

Wichtige Prinzipien der Elternbildung sind:

  • Achtsamer, respektvoller, wertschätzender Umgang
  • Das Begleiten und Unterstützen statt Belehren
  • Das Aufzeigen von Wegen gewaltfreier Erziehung
  • Die Beachtung der Kinderrechte

Elternbildung hat die Vielfalt der familiären Lebenswirklichkeiten im Blick, richtet sich an alle Formen von Familien in den verschiedenen Lebensphasen und berücksichtigt persönliche, kulturelle, soziale und sprachliche Voraussetzungen.

Sie setzt unter fachlicher Leitung in Gruppen Prozesse in Gang, in denen sich Erziehende mit Beziehungs- und Erziehungsaufgaben auseinandersetzen.
Gut fundierte Elternbildung bietet Inhalte und Konzepte basierend auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen, ermöglicht Reflexion des eigenen Verhaltens und fördert den Erfahrungsaustausch. Sie unterstützt damit die intuitive elterliche Kompetenz.
Um Elternbildungs-Programme qualitativ einordnen zu können, muss ein auf Wissenschaft basierender theoretischer Hintergrund erkennbar sein.

Elternbildung ist ein wichtiges Instrument zur Verhinderung von Gewalt in der Familie.

2. Was ist institutionelle Elternbildung nicht? (Abgrenzung)

Elternbildung grenzt sich ab zu Therapie, Familien- und Erziehungsberatung, Mediation, Coaching, standardisierten Eltern-Trainings, Einzelarbeit und  Angeboten, die ausschließlich der Freizeitgestaltung und Erholung dienen.

Elternbildung grenzt sich auch ab zur rein funktionellen Elternarbeit, die darauf abzielt, die Erziehungskompetenz der Eltern so zu beeinflussen, dass die Kooperation zwischen offenen Bildungseinrichtungen und der Familie unterstützt wird. Sie grenzt sich ab zur informellen Elternbildung, wie z.B. Medien, Ratgeberliteratur, etc. und zu Weiterbildungsangeboten, die ausschließlich an pädagogisches Fachpersonal gerichtet sind.

3. Was will institutionelle Elternbildung (Ziele und Aufgaben)

Eltern tragen für ihr erzieherisches Handeln die Verantwortung. Elternbildung bestärkt sie darin.
Sie erhalten Informationen, Anregungen und Reflexionsmöglichkeiten, jedoch keine vorgefertigten Lösungen.

Elternbildung

  • ermutigt, eigene Wege in der Erziehung mit Kindern zu gehen.
  • ermutigt Eltern, nicht „perfekt“ sein zu müssen.
  • motiviert im geschützten Raum zur kritischen Auseinandersetzung mit eigenem Erziehungsverhalten und Erziehungsvorstellungen vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Rahmenbedingungen und regt den Transfer in den Erziehungsalltag an.
  • fördert elterliche Intuition, Erziehungs- und Beziehungsfähigkeit.
  • vermittelt grundlegendes Wissen über Entwicklung und Bedürfnisse von Kindern und darüber wie Familie und soziales Umfeld entwicklungs-fördernd darauf eingehen können.
  • führt zur Erweiterung der Handlungsoptionen von Eltern, um sich als mitgestaltende Subjekte in ihrem eigenen Lebensraum erleben zu können.
  • zielt auf die Verbesserung der Kommunikation in der Familie und unterstützt die Persönlichkeitsbildung.
  • sensibilisiert für die Eigenständigkeit und Individualität von Kindern.

 

4. Wie arbeitet institutionelle Elternbildung (Haltungen, Ansätze, Methoden)?

Elternbildung orientiert sich an den Bedürfnissen der Eltern und Kinder und an aktuellen gesellschaftlichen Anforderungen.

Elternbildner/innen und ihre Angebote vermitteln eine Haltung, die Versagensängsten entgegenwirkt. Sie begleiten Eltern im Dialog bei der Suche nach ihren Stärken.

Elternbildung will kein Rezeptwissen vermitteln, sondern unter Berücksichtigung der Ressourcen der Eltern die generellen erzieherischen Handlungskompetenzen erweitern.

Elternbildung wahrt in einem geschützten Rahmen die Integrität der Teilnehmer/innen und ermutigt zur Reflexion der jeweils eigenen Lebenssituation sowie der Erziehungserfahrungen.

Ein wichtiges Prinzip der Elternbildung stellt die Freiwilligkeit der Inanspruchnahme der Bildungsangebote dar. Daher finden die Veranstaltungen in Settings statt, die für Eltern interessant, reizvoll und motivierend sind.

Eltern werden in ihrer Persönlichkeitsentwicklung unterstützt und finden so ihren individuellen Erziehungsstil für den Familienalltag.

Elternbildung orientiert sich an der Didaktik, wie Erwachsene nachhaltig lernen. Sie verwendet zur Vermittlung der Inhalte eine Vielfalt an Methoden, die sowohl den Teilnehmer/innen als auch den Referenten/innen entsprechen. Eltern werden dabei als Experten/innen und Verantwortliche in eigener Sache betrachtet.

Besondere Bedeutung kommt dabei dem Gruppenprozess zu.

Die Eltern als selbstbestimmende Teilnehmende gestalten Inhalte und Tempo der Lernprozesse mit.

Ebenso wird die Bildung von Netzwerken, die Eltern in ihren Erziehungsaufgaben unterstützen, gefördert.

Elternbildung nach dem Dialog-Prinzip bedeutet Auseinandersetzung mit der Erziehung, mit sich selbst und mit eigenen Lebensidealen.

Elternbildungsträger sorgen für die Qualitätssicherung ihrer Angebote.

Die oben beschriebenen Haltungen, Ansätze und Methoden finden sich in den Elternbildungsangeboten und in der Öffentlichkeitsarbeit wieder.

Arbeitsgruppe:

Dr. Luitgard DERSCHMIDT
Mag.a Marlies ENENKEL-HUBER
Mag.a Katharina KAMELREITER
Christine KÜGERL
Brigitte LACKNER
Mag. Günther LEEB
Mag. Hans LUNZER
Dr. Edith MARKTL
Annemarie NEUREITER-KREJSA
Ute PAULWEBER
Dr. Hannelore REICHER
Mag.a  Andrea ROHRAUER
DSA Mag.a Brigitte SINGER
Dr. Harald WERNECK

Quellen:

  • Sigrid Tschöpe-Scheffler: Die fünf Säulen der Erziehung, Matthias-Grünewald-Verl., 2007
  • Sigrid Tschöpe-Scheffler: Elternkurse auf dem Prüfstand; Leske & Budrich-Verlag  2003
  • Univ. Prof. Dr. Elke Gruber: Perspektiven der Erwachsenenbildung im Rahmen des lebenslangen Lernens in der Steiermark – PERLS, Klagenfurt, 2009
  • Mechthild Papousek: Intuitive elterliche Kompetenzen, Zeitschrift der deutschen Liga für das Kind, Heft 1, 2001
  • Werneck, H.(Hrsg.) (2007. Reader zur Lehrveranstaltung „Proseminar Angewandte Entwicklungspsychologie: Elternbildung“. Wien: Universität, Fakultät für Entwicklungspsychologie und Psychologische Diagnostik
  • Beham, Martina: Elternbildung – Hilfe zur Selbsthilfe: Ergebnisse einer Pilotstudie aus: working paper, Österreichisches Institut für Familienforschung, Nummer 5 -1997

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