Der Einfluss von Eltern auf die Social-Media-Nutzung Jugendlicher und der Jugend-Internet-Monitor 2026
In einer Studien-Übersicht aus 2026 wurde untersucht, ob und wie Eltern das Nutzungsverhalten ihrer jugendlichen Kinder hinsichtlich sozialer Medien beeinflussen können. Die Ergebnisse basieren auf 27 Studien, die in Europa, in den USA und Asien durchgeführt wurden. Dabei wurden vier generelle Erziehungspraktiken identifiziert:
- Modelling (Vorbildwirkung): Die Ergebnisse zeigen klar: Je länger Eltern selbst soziale Medien nutzen, umso länger tun dies auch ihre Kinder. Eine Studie zeigte sogar, dass auch die spezifische Nutzung der Eltern (z.B. selbst Bilder posten / nur Liken oder Kommentieren) zum Teil von den Kindern übernommen wird.
- Mediation (Wissensvermittlung): Jugendliche, deren Eltern sich die Zeit nehmen, mit ihnen über ihr Medienverhalten zu sprechen, gemeinsam in den Medien etwas anzuschauen (Co-Viewing) sowie Wissen über Gefahren und Chancen weiterzugeben, verbringen weniger Zeit auf sozialen Medien als Jugendliche, deren Eltern das nicht tun.
- Monitoring (Überwachung): In einigen Studien führte die elterliche Überwachung dazu, dass Jugendliche weniger Zeit auf sozialen Medien verbringen, in anderen Studien wurden jedoch keine Effekte gefunden. Die Autorinnen und Autoren vermuten, dass hier zahlreiche zusätzliche Variablen wirken, z. B.: Wie vertraut sind die Eltern mit sozialen Medien? Wie gut kennen und nutzen die Eltern Apps / Möglichkeiten, die Online-Aktivitäten ihrer Jugendlichen zu überwachen?
- Limit Setting (Grenzen setzen): Einige Studien fanden heraus, dass Eltern durch das Setzen von Regeln und Grenzen das Nutzungsverhalten ihrer Kinder tatsächlich beschränken konnten, andere, dass Jugendliche dann erst recht mehr Zeit auf sozialen Medien verbrachten. Hier wird vermutet, dass besonders der Zeitpunkt eine wichtige Rolle spielt: Setzen Eltern schon früh und mit Voraussicht Regeln und Grenzen für ihre Kinder, wird eine exzessive Nutzung präventiv verhindert. Reagieren Eltern allerdings erst in Phasen der exzessiven Nutzung mit Beschränkungen, führt dies nicht zum gewünschten Ergebnis.
Viele der inkludierten Studien sind jedoch Querschnittstudien, sodass Ursache und Wirkung nicht klar differenziert werden konnten.
Zusammengefasst: Eltern können einen guten Umgang mit sozialen Medien ihrer Kinder unterstützen, indem sie selbst gute Vorbilder sind. Als wirksam haben sich auch gemeinsame Gespräche über die Vor- und Nachteile sowie Risiken sozialer Medien herausgestellt und wenn sich Eltern dafür interessieren, welche Inhalte ihre Kinder konsumieren / generieren. Co-Viewing kann ein guter Ausgangspunkt solcher Gespräche sein.
Parental Factors Associated with Social Media Use in Adolescence: A Systematic Review
Der Jugend-Internet-Monitor 2026 ist eine Initiative von Saferinternet.at und präsentiert aktuelle Daten zur Social-Media-Nutzung von Österreichs Jugendlichen.