Ei-Rahmen für Bilder

Bunt und lustig – und gesund! Tipps für die kreative Kinderjause!

von Mag. Mariella Lahodny, MSc

Mit einem langweiligen Käsebrot oder einem Wurstsemmerl lässt sich kaum ein Kind beeindrucken. Auch aus ernährungswissenschaftlicher Sicht handelt es sich bei diesen beiden
Pausenklassikern nicht gerade um eine ideale Kinderjause.

Die richtige Jause hingegen trägt wesentlich zu einer ausgewogenen Ernährung bei und spielt gerade bei den Kleinen eine wichtige Rolle. Gemeinsam mit dem Frühstück sollte die Jause ca. 1/3 des täglichen Nährstoffbedarfs liefern. Der Nachschub an Energie sorgt zudem für eine längere Konzentrationsfähigkeit.

Das klingt erst einmal komplizierter als es ist. Denn mit Hilfe von 4 einfachen Lebensmittel-Bausteinen lässt sich im Handumdrehen eine optimale Jause zusammenstellen.

4 Bausteine für eine ausgewogene Kinderjause

Die folgenden 4 Bausteine bieten viel Spielraum für Abwechslung und sollten die Basis für jede Kinderjause bilden:

1. Ein Getreideprodukt:

Egal ob Brot, Weckerl, Nudeln oder Reis, Wrap, Pitabrot oder Müsli – Getreideprodukte gibt es in vielen Formen und auch bei der Jause gilt: Abwechslung ist Trumpf! Wer dann noch möglichst oft
zu Vollkornprodukten greift, liegt absolut richtig! Gebäck und Toastbrot aus fein vermahlenem Vollkornmehl unterscheiden sich optisch und geschmacklich kaum von der Weißmehlvariante, doch der Gehalt an Vitaminen und Mineralstoffen fällt doch beträchtlich höher aus.

2. Eine Eiweißquelle

Hierzu zählen Milchprodukte, Speisen auf Ei-Basis und Lebensmittel aus Hülsenfrüchten wie Linsen, Kichererbsen, Sojabohnen.

Milchprodukte sind hervorragende Kalziumquellen und sorgen damit für starke Knochen. Bei Milch und Joghurt greift man am besten zu Produkte mit einem Fettgehalt zwischen 1% und 1,8%. Diese liefern wichtige fettlösliche Vitamine, aber weniger Fett als die Vollmilchvariante. Auch Topfen, Käse, Frischkäse, Hüttenkäse, Buttermilch oder Sauermilch sorgen für mehr Vielfalt
in der Jausenbox.

Hülsenfrüchte und Tofu können beispielsweise im Form von Aufstrichen wie Linsenaufstriche oder Hummus mitgegeben werden. Darüber hinaus stellen (ungezuckerte) Sojadrinks und Soja-
Joghurts mit Kalziumanreicherung eine Alternative zu Kuhmilch dar.

Hin und wieder ein hartes Ei oder ein pikanter Ei-Muffin mit Gemüse bringen weitere Abwechslung in die Brotdose.

3. Gemüse und/oder Obst

Die saftigen und knackigen Vitamin- und Mineralstoffspender sollten bei keiner Jause fehlen!

Bereits in mundgerechte Stücke geschnitten, als Fingerfood wirken ein Apfel oder eine Karotte jedoch deutlich attraktiver als am Stück. Riesige Berge an Grünzeug können zudem gerade kleine Kinder überfordern. Als Resultat kommt die gut gemeinte Gemüseplatte in der Jausenbox unangetastet wieder nach Hause. In diesem Fall sind kleine Portionen an Obst und Gemüse sinnvoller, ganz nach dem Motto: »Besser ein Bisschen als gar nichts!«

4. Ein zuckerarmes Getränk:

Der beste Durstlöscher ist Wasser und sollte das Standardgetränk bei jeder Jause darstellen. Stark verdünnte Fruchtsäfte (100% Frucht ohne Zuckerzusatz) sowie Früchte- oder Kräutertees ohne Zucker sind ebenfalls geeignet. Limonaden und Dicksäfte hingegen zählen zu den Süßigkeiten und nicht zu den Durstlöschern. Komplett ungeeignet für Kinder sind wegen ihres Koffeingehalts Kaffee, schwarzer Tee, grüner Tee, Cola und Eistee.

Einfach umgesetzt in der Praxis

Nur weil eine Jause wertvolle Nährstoffe liefert, heißt das noch lange nicht, dass dabei Genuss und Freude beim Verspeisen aufkommen oder, dass sich Kinder dafür begeistern können.

Mit diesen 4 praxiserprobten Tipps lässt sich aus jeder Jausenvariante eine kreative Kinderjause zaubern, die den Spieltrieb weckt und die kleine Zwischenmahlzeit zum aufregenden Erlebnis
werden lässt.

1. Auf die Vorlieben des Kindes Rücksicht nehmen

Idealerweise wird die Jause gemeinsam mit dem Kind vorausgeplant. So gibt es in der Pause keine unliebsamen Überraschungen. Das heißt aber nicht, dass es nur die Lieblingssnacks geben
darf. Auch für das Kind neue Lebensmittel können immer wieder in die Brotdose wandern.

Tipp: In Kombination mit Lebensmitteln, die das Kind gerne isst, steigt die Akzeptanz von Neuem.

2. Nicht zu viel – nicht zu wenig

Wie viel Jause ein Kind isst und braucht, ist individuell, von Kind zu Kind sehr unterschiedlich. In Phasen wo das Kind sehr aktiv ist oder gerade wächst wird es beispielsweise deutlich mehr essen. Riesige Portionen können kleine Kinder jedoch überfordern, außerdem fehlt in der Pause oft die Zeit zum Aufessen.

3. Auf die Verpackung achten

Damit die Jause auch noch bis zur großen Pause ein appetitlicher Augenschmaus bleibt, ist die Verpackung entscheidend. Für Milchprodukte eignen sich beispielsweise Isolierbehälter, um sie
kühl zu halten. Brotdosen mit integriertem Kühlpad oder Isoliertaschen halten die Jause auch an heißen Tagen frisch und knackig.

Besonders praktisch sind zudem bunte Jausenboxen mit mehreren Fächern. Hier gibt es unterschiedliche Varianten – kleinere Boxen für kleinere Kinder und größere Boxen für größere Kinder. Durch die unterschiedlichen Fächer greift man automatisch zu unterschiedlichen Lebensmitteln, um diese aufzufüllen. Dies trägt zur Nahrungsvielfalt bei und dient als Orientierungshilfe beim Packen der Jausenbox.

4. Das Auge isst mit

Essen darf Spaß machen und den Spieltrieb wecken. Je bunter dabei die Jause ausfällt, desto besser. Rote und gelbe Paprikawürfel wirken beispielsweise anziehender als einfarbige Würfel.

Bei Schulkindern können ein paar Spieße im Obst und Gemüse lustig aussehen und das Essen vereinfachen. Es gibt hier eine große Auswahl im Handel – von Herzen über Kulleraugen bis hin zu
witzigen Figuren.

Für Kindergartenkinder sind kleine Ausstechformen besonders praktisch, um Gemüse, Brot oder Käse in putzige, kindgerechte Formen zu verwandeln. Ein Stück Brot wird durch einen Käse-
Smiley zum Hingucker und ein paar Karotten-Herzchen oder Gurken-Sternchen lassen Kinderherzen höher schlagen.

Fazit

Eine bunte, ansprechende und zugleich ausgewogene Kinderjause ist einfacher als man denkt. Mit gezielt ausgewählten Zutaten, der richtigen Jausenbox und ein bisschen Kreativität lässt sich
so ein Pausensnack zaubern, für den man auf die Frage „Wie hat dir die Jause geschmeckt?“ ein freudestrahlendes Daumenhoch erntet.

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