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Kinder und Tiere – Freunde für’s Leben?

von MMag.a Dr.in Madeleine Petrovic

Vorweg: Ich war im Kindergartenalter, als ich es schaffte, meine Eltern zu überzeugen, dass eine Katze zu uns kommt. Wir haben den Kater „Beaty “ geholt und er hat mich 20 Jahre begleitet. Als er friedlich starb, war ich unendlich traurig, habe aber dann richtig reagiert: Ich bin ins Tierheim gefahren und habe wieder Katzen geholt.

Seither haben viele Tiere in unserer Familie Aufnahme gefunden und ich bin ganz sicher, dass meine Töchter auch deshalb so weltoffen, sozial und hilfsbereit sind, weil sie von klein auf gelernt haben, dass wir zwar leider nicht alles Unrecht und alle Grausamkeiten auf dieser Welt abschaffen können, aber, dass wir den Menschen und Tieren um uns helfen können.

„Niemand ist eine Insel “– das ist das Prinzip. Beim Kontakt mit Haustieren lernen Kinder Verantwortung und Mitgefühl spielerisch!

Ein Tier als Geschenk?

Grundsätzlich nein. Tiere sind Familienmitglieder und keine „Überraschungspakete “! Nur wenn die ganze Familie sicher ist, dass ein Tier herzlich willkommen ist und dauerhaft versorgt werden kann, dann spricht nichts dagegen, dass das neue Familienmitglied halt zufällig zu einem Jubeltag ins Haus kommt! Wichtig ist das Einverständnis der ganzen Familie. Tiere sind keine Spielzeuge für Kinder! Sie brauchen ein Plätzchen, wo sie sich ungestört zurückziehen können, und diese Orte müssen von der ganzen Familie respektiert und verstanden werden!

Urlaubsplanung, Tiersitter

Zum Glück gibt es Tierpensionen, wo Haustiere bleiben können, wenn die Familie gemeinsam verreist. Das kostet nicht die Welt und stellt sicher, dass im Fall der Fälle – z.B., wenn das Tier erkrankt – alles Nötige getan wird. Auch im Tierschutzhaus Vösendorf ist das möglich. Privat organisierte Betreuungsformen (z.B. Nachbarschaftshilfe, Tiersitter) funktionieren für die Tiere oft stressfreier. Wichtig ist, dass die BetreuerInnen erfahren, zuverlässig und vor allem tierliebend sind und sich regelmäßig, gewissenhaft und ausreichend um den „Urlaubs-Waisen “ kümmern. Das Haustier soll sich wohlfühlen und der Urlaub soll nicht zum Trauma geraten! Natürlich sind die schönsten Urlaube jene, die gemeinsam verbracht werden, gemeinsam mit dem Hund etwa in haustierfreundlichen Unterkünften.

Verhaltensstörungen des Tieres

Solche Störungen sind sehr selten, wenn bei der Entscheidung für das Tier und bei der liebevollen Aufnahme alles gepasst hat. Natürlich kann es am Anfang „Missverständnisse “geben, aber in aller Regel gibt sich das bald. Wichtig sind Ruhe, Geduld und vor allem ein absolutes Prinzip: Tiere dürfen, wie auch Kinder NUR mit Liebe, mit Anreizen, Lob und Belohnung erzogen werden. So wie unter uns Menschen gibt es auch für Tiere NIEMALS so etwas wie eine „g ’sunde Watschen “.

In den seltenen Fällen, wo das nicht reicht, empfiehlt es sich, ExpertInnen zu konsultieren. Bei unseren Schützlingen helfen wir gerne bei der Eingewöhnung und auch ansonsten steht Tierschutz Austria gerne mit Rat und Tat zur Verfügung!

Wenn es gar nicht geht

Wenn trotz aller Vorsicht ein unüberwindbares Hindernis auftritt, dann nehmen Tierheime, wie das Tierschutzhaus Vösendorf, die Tiere auf und vermitteln sie auf neue, gute Plätze. Absolut letztklassig ist es, wenn Tiere ausgesetzt oder gar getötet werden, weil sie unerwünscht sind. Wenn wir von solchen Fällen erfahren, erstattet Tierschutz Austria ANZEIGE. So etwas darf nicht sein und so was ist nicht nötig, denn Hilfe ist möglich!

Vorbereitung

Das Wichtigste ist die gute Vorbereitung. Daher sind gerade für Haushalte mit Kindern Heimtiere IDEAL. Die ganze Familie kann das Wunschtier mehrfach besuchen, bevor eine dauerhafte Aufnahme beschlossen wird. Es gibt Patenschaften und intensive Beratung. Bei uns im Tierschutzhaus gibt es viele Hunde, Katzen und andere Haustiere. Da ist sicher das „richtige “ Tier dabei. Ich habe schon mehrfach beobachtet, dass gerade entschlossene Kinder eine unglaubliche Fähigkeit haben, IHR Haustier aus Hunderten zu entdecken.

Ein kleines Mädchen, das sich eine junge Katze aussuchen sollte, ging ganz zielstrebig auf eine 10-jährige Katze zu, die Katze ist ihr entgegengelaufen und die beiden waren von der ersten Sekunde an unzertrennlich. Liebe auf den ersten Blick ist bei Tieren immer auch Liebe auf ewig. Wenn Eltern besorgt sind, dass ein mögliches Haustier zu alt ist, möchte ich beruhigen. Hauskatzen etwa können 20, 24, 25 Jahre alt werden.

Alles Gute mit Tieren und Kindern wünscht Madeleine Petrovic!

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