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Was Eltern tun können bzw. wie können Sie die Kinder unterstützen

von Marion Zauner

Langfristiges Ziel der betroffenen Familien ist natürlich ein „trockenes“ Kind. Aber auch bereits eine Linderung des Einnässens wird als eine deutliche Verbesserung im Alltag gesehen.

Mit welchen Maßnahmen kann man dies nun zuhause innerfamiliär unterstützen?!

Darmmanagement:

Eine funktionelle Obstipation stellt einen Hauptkofaktor des Einnässens dar. In 80% der erfolgreich abgeführten Kinder sistiert die Harntraktsymptomatik (Inkontinenz/Drangsymptomatik). Auf eine regelmäßige bzw. tägliche Entleerung einer großen Portion geformten Stuhls sollte somit immer geachtet werden.

Gerade bei älteren Kindern ist ein Erkennen einer Verstopfung oft schwierig, da sich diese oft über Monate etabliert und somit von den Kindern als „normal“ erachtet wird.  Symptome wie eine längere Dauer beim Stuhlgang, Schmerzen, Pressen, usw. können ein Hinweis auf ein Problem bei der Darmentleerung sein.

Auf eine ausreichende Trinkmenge und bewusste Ernährung sollte immer geachtet werden. Häufig ist allerdings eine längerfristige, mindestens 6 – 8 Wochen dauernde Therapie mit einem osmotischen Laxans indiziert: mit Macrogol 4000 oder löslichen Ballaststoffen (Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke.

Flüssigkeitsmanagement:

Auf eine altersadäquate, ausreichende Trinkmenge (mind. 800ml) sollte geachtet werden. Die Tagestrinkmenge sollte hauptsächlich am Vormittag und frühen Nachmittag aufgenommen werden. Kleine Gläser („Stamperl“) helfen am Abend, die Trinkmenge zu reduzieren. Kohlensäurehaltige Getränke sowie Milchprodukte sollten ab dem späten Nachmittag vermieden werden.

Der Konsum von kohlensäurehaltigen Getränken sollte generell vermieden werden.

Optimierung des Miktionsverhaltens:

Auf eine regelmäßige entspannte Blasenentleerung sollte man achten. In erster Linie lässt sich diese durch die Verwendung eines kindgerechten Toilettensitzes und einer Fußablage ermöglichen.

Um innerfamiliäre Konflikte zu lindern, kann auch als Erinnerung an den regelmäßigen Toilettengang eine Signal- /Alarmuhr verwendet werden. Bei älteren Kindern/Jugendlichen kann auch ein Vibrationsalarm am Handy hilfreich sein.

Auf der Toilette raten wir zu der Nutzung einer Sanduhr. Dadurch wird die Dauer einer Blasenentleerung für die Kinder sichtbar. Die Sanduhr soll bei jeder Miktion umgedreht werden und das Kind solange auf der Toilette sitzen bleiben.

Vor dem Zu-Bett-gehen und nach dem Aufstehen sollte der letzte bzw. erste Weg zur Toilette führen. Auch wenn noch im Bett gelesen wird, nochmals an den Toilettengang denken.

Auch eine Doppelmiktion am Abend kann zu einer ersten Linderung des Einnässens beitragen. Dies bedeutet nach dem Toilettengang am Abend (zB dann Anziehen des Schlafanzuges und Zähne putzen) innerhalb von ca. 5-10 Minuten nochmals die Toilette aufsuchen und dann ab ins Bett….

Unterstützung durch Hilfsmittel:

Gerade im Alltag mit einem Kind mit einer Einnässproblematik kommt man als Eltern doch auch öfter an die Grenze des Belastbaren. Die vollen Wäschekörbe, Kleidung wechseln, Bettwäsche wechseln,… In dieser Hinsicht hilft eine gute Beratung über vorhandene Hilfsmittel (zB Windeln, Einlagen, Bettschutz,..).

Ab dem 4. Geburtstag, bei ausreichender Diagnosestellung!,  sind saugende Produkte (Windeln) lt. Tarifliste der jeweiligen Krankenversicherung (meist bereits orientierend an der Tarifliste der ÖGK) verordenbar.

Sollten saugende Produkte als Unterstützung genutzt werden, die nicht in der Tarifliste enthalten sind, kann in diesen Fällen bei der Versicherung um einen Kostenersatz bzw. –beteiligung angesucht werden. Dies ist je nach Versicherung individuell.

 

 

 

 

 

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