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Lebensübergänge – Von Neuem und Unbekanntem

von Mag. Dr. Veronika Burtscher-Kiene

Elternbildung
Elternbildung
Elternbildung

Übergänge, Veränderungen prägen das Leben. Von Geburt an sieht sich der Mensch damit konfrontiert. Es gibt erwartbare Übergänge, auf die sich die Betroffenen ritualartig vorbereiten können. Ereignisse wie zum Beispiel der Start von Kindergarten, Schule, Pension oder Ähnlichem. Es gibt aber auch Lebensübergänge, die plötzlich eintreten. Schicksalsschläge, die keine Zeit für eine Vorbereitung lassen, wie Tod oder Trennung, oder eben auch die gesellschaftliche Situation durch die Coronakrise, wie sie Mitte März in Österreich und weltweit eingetreten ist.

Lebensübergänge stellen Erwachsene und Kinder stets vor eine Herausforderung, denn sie verändern Gewohntes. Sie haben eine eigene Gesetzmäßigkeit. Das, was davor galt, gilt nicht mehr. Es muss hinterfragt, Verhalten und Einstellungen müssen angepasst werden. Unabhängig ob planbar oder unerwartet, sind Lebensübergänge stets Phasen von Labilität und gleichsam verbunden mit Angst, Zweifel und Spannung. Sind sie einmal ins Leben getreten, können sie nicht mehr ignoriert werden. Es heißt, sich ihnen zu stellen und sich mit ihnen auseinanderzusetzen. Sie sind aber auch gleichzeitig Chancen für Entwicklung – für den betroffenen Einzelnen oder auch das gesamte System.

Veränderung von GewohntemElternbildung

Im Angesicht der Coronakrise verfielen Familien, Eltern wie Kinder, zunächst in eine Schockstarre. Das bisher bekannte Leben, der bisherige gut eingespielte Familien-Alltag, wurde völlig auf den Kopf gestellt. Elternpaare mussten ihre Rollen neu definieren. Alleinerziehende Eltern wurden und werden in dieser Zeit in ihrer Verantwortung, die Last allein zu tragen, noch mehr gefordert. Zusätzliche psychische Belastung besteht darin, dass der Grund für diese Veränderungen eine Bedrohung von außen ist: Covid-19 hielt und hält die Bevölkerung der gesamten Welt in Atem. Niemand kann wirklich einen Ausblick und eindeutige Antworten geben.

Fragen über Fragen beim KindElternbildung

Dieser uns alle plötzlich treffende Lebensübergang forderte uns heraus. Nach dem ersten Schock war es wichtig, sich als Familie zusammenzusetzen und die Situation zu diskutieren. Übergänge fordern vom System eine Neustrukturierung. Alle Familienmitglieder brauchen Platz für ihre Bedürfnisse, aber auch Ängste und Fragen. Vor allem für Kinder ist dieser Punkt von großer Bedeutung. Sie können nur schwer verstehen, was aktuell in der Welt passiert. Und wenn auch nicht alle Fragen beantwortet werden können, sollte doch zumindest der Versuch gestartet werden.

Innere Bindung gestärktElternbildung

Während der Coronakrise sind neue familiäre „Mikrokosmen“ entstanden. Durch die fehlenden sozialen Kontakte sind die Verbindungen nach innen noch stärker geworden. Auch wenn es für Eltern manchmal so scheint, dass jeder Tag nur aus Konflikten und Auseinandersetzungen besteht, führen auch diese – und vor allem der Umgang damit – zu einer Stärkung der inneren Strukturen. In den vergangenen Wochen haben Familien ihren eigenen Rhythmus und Rituale entwickelt, wie in dieser aktuellen Situation Leben, Alltag gestaltet wird. Gemeinsam hat man sich der Herausforderung gestellt und neue Stärke entwickelt.

Der Zyklus geht weiterElternbildung

Durch das nun zunehmende Hochfahren der Wirtschaft und des sozialen Lebens in Österreich entsteht wieder eine neue Herausforderung: Die entstandenen Mikrokosmen werden „bedroht“ und stehen in ihrer neuen Ausprägung vor der Auflösung.

Doch dieses Mal besteht die Chance darin, dass der Zeitpunkt, zwar nicht genau, aber ungefähr, bekannt ist. Das heißt: Eltern können sich mit ihren Kindern hinsetzen und die bevorstehenden Veränderungen besprechen. Warum und wann wird es zu welchen Veränderungen kommen? Wie wird sich die Struktur des Alltags nun wieder ändern? Wie damit auch die zeitliche und räumliche Nähe?
Für manche Kinder kann diese Veränderung eine neue Krise bedeuten. Denn sie haben die Nähe genossen und sich auch wieder an die viele Zeit mit ihren Eltern und Geschwistern gewöhnt. Sie möchten gar nicht, dass das aufgelöst wird.

Wichtigste Voraussetzung, um Lebensübergänge gut bewältigen zu können, ist das Gespräch mit allen Betroffenen. Eine offene Kommunikation, das Beantworten von Fragen, sind Bedingung für ein gutes Durchstehen und eine große Chance auf Entwicklung innerhalb des Systems Familie.

Der Umgang mit Veränderung zähltElternbildung

Die Psychologin Verena Kast sagt, dass es die Erfahrungen von den Lebensübergängen sind, die bewirken, wer wir sind – egal, ob diese Übergänge nun planbar waren, oder wir hineingeworfen wurden.

Der Umgang, den Eltern aktuell wählen, um mit den verschiedenen, kurz aufeinander folgenden Übergängen zurecht zu kommen, bestimmt, wie die Kinder sich an diese Zeit zurückerinnern und auch, welche Strategien sie für sich selber entwickeln können, um zukünftig auf Herausforderungen zu reagieren.

Lebensübergänge jeder Art stellen Menschen vor eine Herausforderung. Nach einem Moment der Verunsicherung und des Zweifels, können sie für die Betroffenen eine Chance auf Entwicklung sein. Das Leben besteht nun einmal aus Veränderungen. Sie sind seine Würze. Ein Zuviel macht es ungenießbar, ein Zuwenig langweilig. Doch gut dosiert machen sie das Leben schmackhaft und zu einem Erlebnis.


KommentareElternbildung

Alexandra

Danke für diesen stärkenden Artikel, der Mut macht. Interessant war für mich der Hinweis, dass Kinder vlt gar nicht möchten, dass diese "erzwungene Nähe" zur Familie endet. Ich bin immer davon ausgegangen, dass sie sich freuen werden... ich werde genau hinhören/schauen!


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