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Wie kann man also die „richtige“ Schule finden?

von Heidi Jütte

Der Schuleintritt ist für jedes Kind ein bedeutsamer Schritt. Verständlich, dass wir Eltern bemüht sind, diesen so erfolgreich wie möglich zu gestalten. Die meisten Kinder freuen sich auf die Schule – da gilt es diese Begeisterung und Bereitschaft für das Aneignen von Neuem zu erhalten und vom Elternhaus dieses positiv besetzte Lernklima zu unterstützen. 

Am Leichtesten fällt das, wenn Eltern die individuellen Fähigkeiten und Neigungen des Kindes kennen und dafür eine passende Schule finden. Natürlich muss dabei auch die Familiensituation berücksichtigt werden. So beeinflussen nicht nur die Lern- und Unterrichtsformen, sondern auch die Möglichkeit einer ganztägigen Betreuung oder auch die finanzielle Leistbarkeit die Entscheidung. Nicht unbedeutend ist die Nähe des Schulstandortes zur Wohnadresse, da die Kinder dann leichter einen Freundeskreis aufbauen und erhalten können.

Rahmenbedingungen

Die allgemeine Schulpflicht ist vom Gesetz her geregelt, sie beginnt mit dem auf den 6. Geburtstag folgenden 1. September. Wird das Kind zwischen 1. September und 31. März sechs Jahre alt, können die Eltern bei der Schulleitung schriftlich um eine vorzeitige Aufnahme in die erste Klasse ansuchen. Vorausgesetzt wird die Schulreife des Kindes und, dass es über entsprechende soziale Kompetenzen verfügt.
Der Termin für die Anmeldung für alle Kinder wird, um bei Bedarf eine frühe individuelle Sprachförderung zu ermöglichen, um ca. 1 Jahr vorgezogen und vom jeweiligen Bundesland bestimmt (Stadt- bzw. Landesschulrat). Die Eltern der schulpflichtigen Kinder werden von der Behörde verständigt.
Zur Anmeldung an Privatschulen empfiehlt sich eine möglichst frühe Kontaktaufnahme mit der jeweiligen Direktion.
Für schulpflichtige Kinder, denen die Schulreife von der Schulleitung nicht bestätigt wurde, gibt es je nach Organisationsform der Schule ein getrenntes Angebot, das heißt die Vorschulstufe in einer eigenständige „Vorschulklasse“ und dann 1. und 2. Schulstufe zu besuchen.  Die andere Möglichkeit ist die „flexible Schuleingangsphase“. Dabei werden die Kinder der Vorschulstufe mit der 1. und 2. Schulstufe zusammen in einem gemeinsamen Klassenverband unterrichtet und haben dabei bis 3 Jahre Zeit das gewünschte Lehrziel zu erreichen. 
Kinder, deren Muttersprache nicht Deutsch ist oder die geringe Deutschkenntnisse haben, werden integrativ im Klassenverband betreut, wobei auf ihre individuelle Situation mittels Förder- und Stützmaßnahmen (Einsatz von Begleit- und Muttersprachlehrer/innen, oder Sprachförderkursen im Ausmaß von 11 Wochenstunden) eingegangen werden soll.
Für Kinder mit besonderen Bedürfnissen besteht das Recht auf schulische Inklusion, das heißt ein  Schulbesuch ohne Diskriminierung und Barrieren, in Integrationsklassen mit anderen Kindern, mit Klassenlehrer/in und Sonderpädagogin. Es besteht zwar kein Recht auf den Besuch der nächstgelegenen Schule, aber auf eine Schule mit zumutbarem Schulweg.
Alternativ können auch andere sonderpädagogische Betreuungsformen (z. B. bei starken Beeinträchtigungen Unterricht in Sonderschulklassen in Sonderpädagogischen Zentren) in Anspruch genommen werden. Es wird dabei auf die jeweilige Behinderung bezogene Unterstützung angeboten, um Kinder in kleinen Gruppen mit einem spezifischen, therapeutischen Programm zu helfen. 

Anregung zur Information über das regionale Schulangebot

Es stehen öffentliche Volksschulen sowie private Schulen mit oder ohne Öffentlichkeitsrecht zur Auswahl. Bezüglich der weiteren Schullaufbahn werden die Eltern während der 4. Schulstufe beraten und informiert. 
In vielen öffentlichen Volksschulen gibt es – regional stark unterschiedlich – spezielle Angebote:

  • neue Lern- und Unterrichtsformen: Offenes Lernen (Kinder werden angehalten, selbst über ihr Leben und Lernen in der Klasse zu bestimmen), 
  • Freinet-Pädagogik (ganzheitliche, auf Neugierde und Spontanität ausgerichtete Methode),
  • Montessori-Pädagogik (spezielle Form des Offenen Lernens, Lernen mit allen Sinnen anhand geeigneter Materialien) 
  • andere Schwerpunkte, durch welche gezielt z.B. Selbständigkeit, Verantwortung oder soziale Kompetenz gefördert werden,
  • eine lebende Fremdsprache als verbindliche Übung von der 1. Schulstufe an (meist Englisch, auch zeitweise als Arbeitssprache oder Native Speaker Teachers)
  • bilinguale Klassen (z. B. Englisch, Romanischer oder Slawischer Schwerpunkt)
  • unterschiedliche Beurteilungsformen (verbale Beurteilung, Portfolio, Lernfortschrittdokumentation, Pensenbuch usw.)
  • unverbindliche Übungen (musikalisches und bildnerisches Gestalten, Begabungsförderung, Bewegung und Sport, weitere Fremdsprachen usw.)
  • schulautonom gibt es viele zusätzliche Angebote.
  • Auch in den privaten Volksschulen bestehen solche Angebote; darüber hinaus werden von den Schulerhaltern weitere Möglichkeiten geboten, wie z.B.
  • konfessionelle Ausrichtung (katholische, evangelische, islamische, israelitische)
  • betonte Ausrichtung auf spezielle pädagogische Konzepte wie z.B. Freinet (s.o.), Montessori (s.o.), Waldorf (ganzheitliche Methode, die mit künstlerisch-kreativen Mitteln arbeitet) usw.
  • Fremdsprachlicher Unterricht (z.B. Lycee francais, Sacre Coeur)

In privaten Volksschulen ist Schulgeld zu entrichten. Einige wenige haben kein sogenanntes Öffentlichkeitsrecht, die Zeugnisse werden nicht anerkannt, das bedeutet, dass man vor Beginn des Schuljahres eine Abmeldung des Kindes beim Landesschulrat durchführen muss und das Kind jährlich vor Schulschluss eine Prüfung über den Jahresstoff in einer Öffentlichen Schule ablegen muss. Das gleiche gilt, falls man sein Kind zu Hause unterrichten möchte.

Ganztägige Betreuung – Nachmittagsbetreuung

Grundsätzlich können alle Schulen Nachmittagsbetreuung anbieten, Eltern haben unter bestimmten Voraussetzungen einen Rechtsanspruch auf schulische Tagesbetreuung. Die Entscheidung liegt letztlich in der Verantwortung des Schulerhalters (bei öffentlichen Schulen ist es die Gemeinde) und erfolgt in Absprache mit Schulleitung und Elternvertretung. Die Anmeldung für die Nachmittagsbetreuung erfolgt dann in der Regel gleichzeitig mit der Einschreibung.
Benötigen Sie ein ganztägiges Betreuungsangebot, besteht die Wahl zwischen  „Ganztagsschulen“ und „Offenen Schulen“. Der Unterschied besteht darin:
 „Ganztagsschulen“ haben eine verschränkte Abfolge von Unterrichts- und Betreuungsteil (abwechselnde Phasen von Unterricht und Freizeit); die Anmeldung kann nur für sämtliche Tage der Woche und für die gesamte Dauer des Besuches dieser Schule erfolgen, alle Kinder der Klasse müssen an der Betreuung teilnehmen. Das „Campus – Modell“ hat zusätzlich einen  Kindergarten angeschlossenen.
In „Offenen Schulen“ ist eine getrennte Abfolge von Vormittagsunterricht und betreuter Lern- und Freizeit am Nachmittag vorgesehen; die Anmeldung kann auch für einzelne Schultage, gewöhnlich mindestens 3, erfolgen und verpflichtet nur für das jeweilige Schuljahr, es müssen nicht alle Kinder der Klasse daran teilnehmen. 
Beide Formen bieten gegenstandsbezogene und individuelle Lernzeit (z.B. für Hausaufgaben) sowie Verpflegung und sinnvolle Freizeitgestaltung und enden frühestens um 16 Uhr. Die Gesamtkosten setzen sich aus Betreuungs- und Verpflegungskosten zusammen, sind unterschiedlich und zu erfragen; unter gewissen Bedingungen sind Ermäßigungen möglich.
Eine Liste aller österreichischen Volksschulen mit ganztägiger Betreuung ist über die Homepage des BMBF zugänglich, buergerservice@bmbf.gv.at.
Daneben gibt es nach wie vor noch andere Betreuungsformen, wie z.B. Internatsschulen, Horte verschiedener Institutionen, sowie Lern- und Freizeitvereine. 

Für eine aktive Schulpartnerschaft

Einen ersten informativen Eindruck können Eltern an „Tagen der offenen Tür“ der in die engere Auswahl kommenden Schulen gewinnen, wo man das offene Gespräch mit verschiedenen Lehrer/innen, der Schulleitung, Schüler/innen und Eltern suchen kann. Wichtig ist, dass einem das Gefühl einer positiv stimmenden Schulatmosphäre vermittelt wird.
Noch etwas erweist sich oft als hilfreich, wenn Sie sich für eine Schule entschieden haben, die Ihr Kind dann besucht. Suchen Sie den Kontakt mit der Klassenlehrer/in oder dem Klassenlehrer. Engagieren Sie sich in der gewählten Schule für den Elternverein und nehmen Sie im Klassen- und Schulforum auch Ihre Rechte wahr. Sie haben die Möglichkeit durch eine aktive Schulpartnerschaft bessere Informationen über das Schulgeschehen zu erhalten und in diesem Rahmen darauf auch Einfluss zu nehmen. Nützen Sie in dieser neuen Situation ebenfalls das reichhaltige und hilfreiche Angebot der Elternbildung.
Ihr Kind wird auch dadurch die Wertschätzung und Teilnahme spüren, die Sie seiner Lebenswelt, der Schule, entgegen bringen, und dass seine Schulezeit einen hohen Stellenwert für die ganze Familie hat. Kinder mit einem positiven Verhältnis zur Schule lernen leichter, sind einsatzbereiter und fröhlicher. In diesem Alter lernen sie ja noch nicht nur „für das Leben“, sondern lieber für jemanden, den sie ins Herz geschlossen haben. 


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