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Zufriedener mit Kind?

Der Kinderwunsch der Österreicherinnen und Österreicher hat sich seit
1986 kaum geändert, hält Bernhard Riederer in seinem Beitrag fest. Aller-dings wünschen sich mehr Frauen als Männer drei oder mehr Kinder (1986: 22 % zu 18 %;2003: 18 % zu 17 %).

Der Wunsch nach genau einem Kind steigt bei beiden Geschlechtern leicht an, wobei die Frauen mit 9 % die Männer mit 8 %(2003) überholten. Die ideale Kinderanzahl liegt bei etwa zwei Drittel der Befragten nach wie vor(1986 und 2003) bei zwei Kindern. Und der Anteil derer, die das Ideal der Zwei-Kind-Familie verwirklicht haben, ist sogar gestiegen. Obwohl nur 2 % der Österreicherinnen und Österreicher keine Kinder wollen, liegt der Anteil der Kinderlosen darüber.

Frauen mehr familienorientiert?Die Familie nimmt bei den Frauen einen wichtigeren Stellenwert für das Lebensglück ein als bei den Männern. Diese geben 2003 mit 3 % auch häufiger als Frauen (1 %) an, alleine glücklicher zu sein. In den Erhebungen 1986 und 1993 waren sich beide Geschlechter in dieser Frage noch mit jeweils 1 % einig. Die Familienorientierung scheint der Erhebung nach bei Frauen stärker ausgeprägt zu sein. Auch glauben immer weniger Frauen, dass ein glückliches Leben ohne Kinder möglich ist. Erwerbstätige Mütter werden zunehmend akzeptiert, das Bild der Frau als Hausfrau und Mutter erfährt nicht mehr einen so starken Zuspruch wie früher,zeigt die Datenerhebung im Zeitverlauf. Während 1986 noch 69 % zustimmten, dass die Beziehung von erwerbstätigen Müttern zu ihren Kindern genauso herzlich sein könne wie bei Müttern, die zu Hause bleiben, sind es 2003 bereits 90 %. Bei den Männern zeigt sich zwischen 1993 und 2003 ein deutlicher An-stieg an Zustimmung.
Mit oder ohne Kind?
Männer generell sowie höher Gebildete (Männer und Frauen) können sich ein glückliches Leben ohne Kinder leichter vorstellen. Trotzdem nimmt die als ideal betrachtete Kinderanzahl bei steigender Bildung zu. Die Idealzahl sinkt umso mehr je größer der Wohnort ist. Ein Leben ohne Kinder ist auch mit zunehmendem Alter leichter vorstellbar. Bei schlechter werdender Gesundheit gewinnen Kinder wiederum an Bedeutung. Kommt jemand aus einer kinderreichen Familie, so hat er/sie selbst auch mehr Kinder. Bernhard Riederer hat den Stellenwert von Kindern auch hinsichtlich der Konfessionen untersucht. Zwischen Katholiken, Protestanten oder Anders-Gläubigen ist kein Unterschied erkennbar. Die Zustimmung zu einer Anzahl von mehr als zwei Kindern liegt zwischen 26 und 30 %. Einen höheren
Stellenwert nehmen Kinder allerdings bei gläubigen Moslems ein, die sich im Jahr 2003 mit 56 % für mehr als zwei Kinder aussprechen. Bei Konfessionslosen liegt die Zustimmung bei lediglich 12 %. Tatsächlich haben Konfessionslose und Personen, die weniger oft das Gotteshaus besuchen,weniger Kinder. Aus der Erhebung wurde deutlich, dass sich finanzielle Zufriedenheit nicht auf den Kinderwunsch auswirkt. Menschen mit mehr Kindern sind jedoch eher mit ihrer finanziellen Situation unzufrieden. Sichtbar wird auch, dass die ideale Kinderanzahl bei steigendem Einkommen sinkt. Bei steigender Wochenarbeitszeit sinkt die realisierte Anzahl an Kindern, der Stellenwert von Kindern für ein erfülltes Leben steigt hingegen.

Zufriedener mit Kind?

Menschen mit Kindern scheinen zufriedener mit ihrem Leben zu sein als kinderlose, ist ein weiteres Ergebnis der Befragung 2003. Insbesondere geben kinderlose Männer häufiger als die anderen Befragungsgruppen an, unglücklich zu sein. Das zeigt sich vor allem bei den 16- bis 30-jährigen Männern, bei denen 66 % der Väter hochzufrieden mit ihrem Leben sind, aber nur 24 % der Männer ohne Kinder. Auch scheinen Eltern eher sehr zufrieden zu sein, wenn die Kinder im gemeinsamen Haushalt leben (49 %) als wenn zumindest ein Kind bereits ausgezogen ist (36 %). Eltern sind auch glücklicher, wenn sie ihre Kinder öfters sehen.

Die Zufriedenheit mit dem Partner sinkt bei Frauen mit zunehmender Kinderanzahl. Bei Männern zeigt sich eine gegenteilige Entwicklung zumindest bei bis zu drei Kindern. Die Zufriedenheit in der Partnerschaft ist bei kinderlosen Frauen sogar höher als bei Frauen mit mehr Kindern. Und sie sinkt vor allem dann, wenn die reale Kinderzahl höher ist als die als ideal angesehene. Diese Ergebnisse weisen darauf hin, dass Frauen viel mehr Erziehungsarbeit leisten und ihre eigenen Ziele und Bedürfnisse mehr einschränken müssen als Männer, meint der Autor Bernhard Riederer. Frauen wollen Erwerb und Familie mit Kindern erfolgreich vereinen, was aber nur schwer zu verwirklichen zu sein scheint. Viele Kinder haben vorwiegend Personen, die selbst zu Hause bleiben, oder der Partner bzw.

die Partnerin. Die Erhebung verdeutlicht, dass Erwerbsarbeit von
unserer Gesellschaft höher bewertet wird als Elternarbeit. Hier wäre eine Umorientierung notwendig, so der Autor abschließend.

Literatur:

Bernhard Riederer:Tradition, Investitionsgut oder Herzenssache? Der Wunsch nach Kindern zwischen Ideal und Realität.Wolfgang Schulz, Max Haller, Alfred Grausgruber (Hrsg.): Österreich zur Jahrhundertwende.
Gesellschaftliche Werthaltungen und Lebensqualität 1986-2004.
Verlag für Sozialwissenschaften. Wiesbaden 2005. S.367-400.

ISBN 3-531-14623-8

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