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Bettnässen – (k)ein Tabuthema??

von Marion Zauner

Bettnässen ist ein häufiges, aber meist „stillgeschwiegenes“ Problem im Kindesalter. Obwohl es nun wirklich keine Seltenheit ist und kein Tabuthema sein sollte. Auf keinen Fall muss man sich schämen, wenn ein Kind ein Problem mit einer Inkontinenz hat. Es können verschiedenste Ursachen zugrunde liegen. Diese zu entdecken, ist oftmals ein langwieriger Prozess.

Bettnässen kann sich zu einem großen Problem für die gesamte Familie entwickeln, wenn man unsicher ist und sich allein gelassen fühlt. Ratlosigkeit, Verzweiflung, Wut und manchmal auch Ekel vor dem „Nassen Kind“ haben eine Auswirkung auf das gesamte Familienleben.

Etwa 5-10% aller 7jährigen wachen morgens in einem nassen Bett auf. Als Jugendliche betrifft es immer noch 1-2%, die regelmäßig nachts einnässen. Natürlich gibt es auch eine Spontanheilungsrate von 15% pro Jahr.

Wann sollte man dann aber doch handeln? Wann ist der richtige Zeitpunkt, um Rat zu suchen?

Prinzipiell ab dem 5. Lebensjahr, gegebener Motivation des Kindes zum Trocken-werden und auch einer altersgemäßen Sauberkeitsentwicklung.

Als erste Ansprechpartner in so einem Fall eignen sich am besten die Ärzte des Vertrauens (Hausarzt, Kinderarzt,..). Diese kennen etwaige Vor- bzw. Begleiterkrankungen und können bereits mit einer ersten adäquaten Therapie beginnen.

Ein ganz wesentlicher Punkt dabei ist die Entmystifizierung dieses oft sehr belastenden Themas und eine gute, grundsätzliche Information zu den „normalen“ Vorgängen im Körper. Dadurch können  – nicht seltene – Konflikte vermieden und ein konstruktiver Umgang stark gefördert werden.

Erste diagnostische Schritte umfassen neben einem sogenannten Miktionsprotokoll, bei dem Flüssigkeits Ein- und Ausfuhr über mind. 2 Tage protokolliert werden, einen Ultraschall des Harntraktes und eine Untersuchung bezüglich des eventuellen Vorliegens einer Stuhlverstopfung.

Aufgrund der hohen Erfolgswahrscheinlichkeit eines ersten Therapieversuches erfolgt die Zuweisung zu spezialisierten Zentren erst danach.

„Wissen über die Krankheit, ihre Häufigkeit und gute Behandelbarkeit gibt den Eltern die Sicherheit und den Mut zum Handeln. Je kürzer das Kind bzw. die Familie leidet, desto besser.“

© Elisabeth Leeb (ehem. Obfrau Club Mondkind)

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