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Nachhaltiges Spielzeug: Gut für Kinder, Umwelt und Familienalltag

von Evelyn Rath

Als Mutter von vier Töchtern weiß ich: Kinder brauchen nicht möglichst viel Spielzeug – sie brauchen Raum zum Entdecken und Dinge, die ihre Fantasie anregen. Mit diesen Tipps gelingt es, sowohl Kindern als auch Umwelt und der ganzen Familie Gutes zu tun.

Wer nachhaltig leben möchte, muss seinem Kind nicht jeden Wunsch verwehren. Es geht vielmehr darum, bewusst auszuwählen. Das richtige Spielzeug begleitet Mädchen und Buben oft über viele Jahre, ist gesundheitlich unbedenklich, hält einiges aus und kann an Geschwister oder andere Familien weitergegeben werden.

Weniger Spielzeug schafft mehr Spiel

Viele Eltern kennen das Phänomen: Das Kinderzimmer ist voll, aber trotzdem scheint nichts interessant zu sein. Tatsächlich können zu viele Kuscheltiere, Autos, Puppen oder Legosteine auch überfordern. Die Kinder springen schneller von einer Sache zur nächsten und finden oft schwer in ein längeres, vertieftes Spiel.

Eine kleinere Auswahl hilft Kindern, sich besser zu konzentrieren und kreativer zu werden. So entsteht aus ein paar Bausteinen plötzlich ein Haus, ein Schiff oder eine Burg. Ein einfaches Tuch von Mama verwandelt sich in ein Zelt, einen Umhang oder eine Picknickdecke für Stofftiere. Gerade diese Offenheit fördert die Fantasie viel stärker als Spielzeug, das nur eine einzige Funktion erfüllt.

Gerade vor Weihnachten oder Kindergeburtstagen ist es hilfreich, mit Familie und Freunden verbindliche Absprachen fürs Schenken zu treffen: Ein lang ersehntes Spielzeug –  gerne auch Second Hand – oder ein Gemeinschaftsgeschenk sind genug!

Setzen Sie auf weniger, dafür hochwertige Produkte statt Unmengen an Spielzeug-Schnäppchen aus billigen Materialie. Die Strategie „Qualität vor Quantität“ wird Sie ganz nebenbei auch beim Zusammenräumen des Kinderzimmers entlasten.

Natürlich und hochwertig statt laut und blinkend

Nachhaltiges Spielzeug besteht häufig aus natürlichen Materialien wie Holz, Kork oder Stoff. Es fühlt sich angenehm an, darf bedenkenlos in den Mund genommen werden, ist langlebig und kann meist repariert werden. Als Eltern können wir bei den Bausteinen aus Holz oder Stofftieren aus Baumwolle üblicherweise darauf vertrauen, dass sie nicht nur ungiftig – also frei von Weichmachern, Bisphenolen oder Schwermetallen sind, sondern auch klimafreundlicher in der Herstellung und der Entsorgung.

Ebenso wichtig ist aber, dass Spielzeug die Kinder nicht mit Reizen überflutet. Gerade Babys und Kleinkinder profitieren von ruhigen Farben, einfachen Formen und Materialien, die zum eigenen Entdecken einladen.

(Kunststoff-)Produkte, die blinken, Musik abspielen oder ständig Geräusche produzieren, übernehmen oft das Spielen für das Kind. Einfaches Holzspielzeug dagegen lässt Raum für eigene Ideen. Die Kinder bestimmen selbst das Tempo und entwickeln ihre Kreativität ganz ohne Dauerbeschallung.

Natürlich darf Spielzeug auch bunt sein. Entscheidend ist jedoch, dass es Kinder nicht permanent mit Licht-, Ton- und Bewegungseffekten reizt. Weniger Reize bedeuten oft mehr Konzentration und entspannteres Spielen.

Spielzeug ohne Batterien

Ein weiterer Vorteil von einfachem Spielzeug: Es kommt meist ganz ohne Batterien aus.

Batteriebetriebene Produkte verursacht nicht nur laufende Kosten und zusätzlichen Ressourcenverbrauch. Leere Batterien sind Sondermüll und müssen richtig entsorgt werden. Gerade wenn sie in Stofftieren, Rasseln oder Bilderbüchern verarbeitet sind, landen sie jedoch fast immer im Restmüll. Dort können sie beschädigt werden und Brände in Müllfahrzeugen oder Abfallanlagen auslösen. Spielsachen ohne Batterien stellen aus ökologischer Sicht in jedem Fall die bessere Wahl dar. Gleichzeitig unterstützen Sie als Eltern Ihr Kinder dabei, die eigene Fantasie zu nutzen.

ReUse statt Neukauf

Kinder wachsen schnell – und mit ihnen verändern sich ihre Interessen. Deshalb lohnt es sich, Spielzeug möglichst lange im Kreislauf zu halten.

Gerade hochwertige Produkte halten oft über Generationen. Sie können an jüngere Geschwister weitergegeben, verschenkt oder verkauft werden. Kinderflohmärkte oder Online-Plattformen bieten eine große Auswahl an gut erhaltenen Spielsachen.

Nicht alles muss neu sein. Für Kinder zählt vor allem, was sie damit erleben können – nicht, ob es frisch aus der Verpackung kommt. Ein Tipp beim Neukauf: Bewahren Sie die Originalverpackung auf. So lassen Sie Spielzeugsets später deutlich leichter weiterverkaufen.

Verantwortung für die nächste Generation beginnt im Kinderzimmer

Nachhaltigkeit bedeutet nicht, perfekt zu sein. Es geht darum, bewusste Entscheidungen zu treffen und Ressourcen wertzuschätzen. Gerade beim Spielzeug wirken sich ein paar einfache Maßnahmen positiv auf Umwelt, Gesundheit und Zufriedenheit aus.

Weniger Spielzeug, langlebige hochwertige Materialien, Weiterverwenden statt Neukauf, Tauschen statt Besitzen und Spielzeug ohne Batterien machen den Familienalltag oft sogar einfacher. Gleichzeitig lernen Kinder ganz nebenbei einen wertschätzenden Umgang mit Dingen. Sie erleben, dass nicht immer Neues gekauft werden muss und dass Spaß nicht von blinkenden Lichtern oder lauter Beschallung abhängt. In einer Zeit des ständigen „Zuviels“ wird das Kinderzimmer damit zu einer Oase der Entschleunigung und des unbeschwerten Spielens.

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