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Weihnachten, X-Mas, Lichterfest und Co machen die Wirtschaft froh…

von MA Ralf Tatto

Warum wir eigentlich noch Feiern und was das ist.

Weihnachten:

Der Verkäufer im Laden lächelt, Kinderaugen strahlen, auf erwachsenen Stirnen glänzt der Angstschweiß. Angstschweiß? Geht sich das finanziell überhaupt noch aus? Muss ich nicht noch irgendwas mit meiner Bank vereinbaren, damit ich keine Probleme bekomme? Habe ich auch wirklich alle notwendigen Geschenke – der Wünsche die über das Jahr verteilt genannt wurden – besorgt? Ist die Mischung der eingeladenen Verwandten eine harmonische? Soll ich nicht doch noch schnell irgendwo einen Obdachlosen besorgen, den ich an den Weihnachtstisch setzen kann? Reicht die eine Schuhschachtelgeschenkaktion für Kinder in Moldawien um der sozialen Verantwortung gerecht zu werden und den Kindern ein gutes Vorbild zu sein…?
Haben Sie sich wenigstens bei einem Punkt wiedergefunden? Mir geht es genauso.

Kein Witz:

Eine Atheistin, ein zum Buddhismus konvertierter, vier Jahre ministrierender Katholik, eine Buddhistin im ersten Jahr des Religionsunterrichtes und ein eben konfirmierter Protestant feiern Weihnachten mit einem Kleinkind. Was wie der Anfang eines Witzes klingt ist bei uns 2014 Realität. 

Feiern die Buddhisten Weihnachten?

Am ehesten noch mit Weihnachten vergleichbar ist das Lichterfest bei dem z.B. in der Gegend von Laos das Ende der Regen- und Buddhistischen Fastenzeit gefeiert wird. Im europäischen Raum wird das Lichterfest auch in Zusammenhang mit der längsten Nacht im Jahr (Wintersonnenwende), welche heuer am 22. Dezember ist, gefeiert. Dabei steht im Vordergrund, dass die Nächte danach wieder kürzer werden und die Sonne länger scheint.

Wie  feiern wir?

Nachdem es in der Familie meiner Frau und in meiner Familie kein Weihnachten ohne Baum gegeben hat, setzen wir diese „Tradition“ fort. Das Strahlen der Kinderaugen beim Betrachten eines 3m 40 hohen, mit Kerzen beleuchteten Weihnachtsbaum am 24. Dezember ist einfach durch nichts zu toppen. Doch dieses Jahr wird es wohl, aufgrund des Umzuges in eine Neubauwohnung mit Deckenhöhe 2m 50 (siehe eigener Beitrag), nichts mit dem Riesenbaum. Gesungen werden jedoch meist Lieder ohne religiösen Hintergrund also eher „Jingle Bells“ und „Oh Tannenbaum“. Es schadet der Stimmung jedoch keineswegs, wenn derer Lieder nicht so viele sind ;-).

Einmal dort, einmal da, auch im Patchwork wunderbar.

Eine stete Diskussion war die Ortswahl der Feier. Bei den Schwiegereltern oder bei uns. Irgendwann haben wir uns dann auf einen abwechselnden Rhythmus geeinigt. Dieses Jahr geht es wieder zu Oma und Opa. Da wird das Fest dort gefeiert und zu Hause steht ein Baum für die Feier mit der Patchwork-Großfamilie samt Sohn aus erster Ehe. Zur Freude der kleineren Kinder gibt es also immer zwei Feiern wenn man so möchte. Die Zeiten sind dabei flexibel. Entweder noch am Vormittag des 24. Dezembers oder am nächsten Tag.

Die religiösen Hintergründe:

Meine Frau feiert Weihnachten als Familienfest, bei dem es darum geht sich diesem geschützten Raum bewusst zu werden, ihn zu genießen und vor allem die Gemeinsamkeit zu schätzen. Die kleinste Tochter (1einhalb) feiert das Fest des Staunens. Die sechsjährige Tochter feiert das Fest der Geschenke, wobei wir zum Glück vorher mit einem Flohmarkt einmal Platz im Kinderzimmer schaffen werden. Mein Sohn (13) feiert Weihnachten als das Fest zweier Familien. Dabei wird bis zu sieben Mal Weihnachten gefeiert (1x Großeltern bei uns, 3x Großeltern bei seiner Familie (1x davon Scheidungsgroßeltern der Mutter) 1x bei ihm zu Hause und 1x bei uns zu Hause. Irre oder? Dabei werden aber die „Geschenke“ koordiniert bzw. meist Geld auf ein Sparbuch gelegt. Der kann sich in der Regel nach Weihnachten das leisten, was uns am Konto fehlt ;-). Und ich? Ich feiere Weihnachten als ein Fest der Besinnung und der Dankbarkeit für das Glück so eine Familie zu haben. Der buddhistische Ansatz in Bezug auf den Mittleren Weg und den edlen achtfachen Pfad (siehe Linksammlung am Ende) ist bzw. sollte eher ein Ganzjahresprojekt sein und nicht nur eines welches zu Weihnachten bzw. zum Lichterfest in den Vordergrund tritt. Ich hab für mich persönlich entschieden, lieber ein schlechter Buddhist als ein guter Christ zu sein ;-). Was nicht heißen soll, dass ich Christen nicht leiden kann. Ich habe sehr viele Freunde die Christen sind und war selber jahrzehntelang ein bekennender Katholik. Nur mit der Kirche als Gemeinschaft konnte ich nichts mehr anfangen. Was mich 2006 dazu brachte zum Buddhismus zu konvertieren. Wer sich mit dem Thema etwas beschäftigen möchte ohne gleich das ganz Kompendium über Siddhartha Gautama (Buddha) zu lesen findet eine nette kurze und einfache Alternative mit  „Weshalb Sie (k)ein Buddhist sind“ von Dzongsar Jamyang Khyentse und Stephan Schuhmacher.  

Die Lesung ist Fix!

Fast schon eine mehr als lieb gewonnene Tradition ist die alljährliche Lesung von Weihnachtsgeschichten vor der Bescherung. Dabei gilt es im liebevollen Wettstreit das Auditorium zu begeistern. Bei dieser Challenge gilt es Oma vs. Papa (also meine Person). Jeder sucht meist schon Wochen vor dem Weihnachtsfest nach einer passenden und noch nie erzählten Geschichte die uns bewusst machen soll wie gut wir es haben und wie dankbar wir für unser Leben sein können. Die Geschichte von Christine Nöstlinger über den „Krisenfall Weihnachten“ im Standard 2011 hat mir ganz besonders gut gefallen.

Die Jagd nach dem Baum…

Kennen Sie die Szene von Chevy Chase eine schöne Bescherung? Nicht ganz so, aber doch ähnlich spannend gestaltet sich bei uns die Suche nach dem richtigen Baum. Im Keller befindet sich ein so genannter Hilfs-, Not-, Ersatzbaum aus Kunststoff und Metall. Diesen Baum durfte ich bis dato noch nie aufstellen obwohl ich den auch ganz hübsch finde. Dabei wurde mir mit so ziemlich allem gedroht was man sich nur vorstellen kann. Von der schwiegermütterlichen Festbesuchsverweigerung bis zur Festverbannung meiner Person auf den Balkon war da alles drinnen. Bis zum Vormittag des 24. Dezembers hielt ich in den letzten Jahren immer ohne echten Baum durch. Doch dann schnappte ich mir jedes Mal meinen Sohnemann und sagte, na lass uns doch schauen, ob sich nicht doch noch ein frischer Baum finden lässt. Mit dem Hintergedanken, dass wir ohnehin unseren Notfallbaum  im Keller haben und der besagte Baum sonst auf den Mist kommt. Das Baum kaufen, wenn der Christbaumverkäufer bereits beim Abbauen und Baumaufladen ist, lässt die Preise extrem purzeln. Vor allem wenn man dem Verkäufer glaubhaft versichern kann, dass man eigentlich gar keinen Baum brauchen würde. Wie dem auch sei,  bisher ging es immer um sehr hohe Bäume bei denen die Wahrscheinlichkeit sehr groß ist, dass auch ein schöner Baum bis zum Schluss vorhanden ist. Somit steht auch für dieses Jahr die Frage im Raum „…kommt der Plastikbaum?“.

Die Jagd nach den Geschenken…

In „Versprochen ist Versprochen“, ein Weihnachtsfilm mit Arnold Schwarzenegger, versucht dieser in der Rolle eines sichtlich verzweifelten Vaters die letzte Turboman Actionfigur für seinen Sohn zu bekommen. Bei uns läuft das folgender Maßen ab: Im Laufe des Jahres werde alle Wünsche der Kinder via Wunschliste gesammelt und an die Verwandten (Bedarfsträger), etwas vorsortiert, weitergegeben. Das hat den Vorteil, dass viele Dinge die grundsätzlich zu stundenlangen bodenaufstampfenden Diskussionen in Einkaufsläden geführt hätten, vermieden worden sind. Da ja der Wusch zur Kenntnis und auf die entsprechende Liste aufgenommen wurde. Eine notwendige Erweiterung war die Einführung der „was gebe ich denn dafür weiter bzw. her-Liste“. Dabei muss bei den Wünschen festgelegt werden auf was man zukünftig verzichten möchte damit Platz für den neuen Wunsch in der Wohnung ist. Ebenso eine überaus  wichtige und meiner Meinung nach sehr sinnvolle Geschichte war es den Film WALL-E etwas näher mit den Kindern zu beleuchten. Darin geht es vor allem darum, dass die Menschen zu viel Müll produzieren und letztendlich der Welt Schaden zufügen. Dies hat zum Glück zu einem Umdenken bei unseren Kinder geführt. Man wünscht sich nun weniger und „sinnvollere“ Dinge. Dieses Jahr ganz oben auf der Wunschliste stehen Sachen von Matador, „Weil Holz wächst wieder nach und macht Luft zum Atmen!“ sagt meine Tochter. Die haben eine schöne neue Serie herausgebracht bei der dem Alter entsprechend ausgewählt werden kann. Nachdem das Österreichische Produkt nicht in die Kategorie Billigspielzeug fällt wird sich das wohl auch im eher vernünftigen Rahmen halten. Wer darüber mehr lesen möchte ist herzlich eingeladen die Rezenbsion auf unserem Blog www.ultimatemoms.at zu lesen.

Und wie sieht es mit den anderen Feiern und so aus?

Der Nikolaus, der Osterhase und das Martinsfest (Laternenumzug) werden ohne großen christlichen Hintergrund der Gesellschaft halber mitgefeiert. Man will seine Kinder ja nicht zu Außenseitern erziehen. Die Zahnfee kommt der Gesundheit der Zähne zu liebe regelmäßig vorbei. Wobei wir hier gerne auf Kupfersammelmünzen zurückgreifen, da die für uns eine schöne Alternative zu den unleistbaren Goldmünzen darstellt. Bei alledem nicht fehlen darf der obligatorische Brief der jeweiligen Absender also z.B. Zahnfee & Co. Die bieten meist auch eine gute Gelegenheit das brave Zähne putzen zu loben. Neulich hat jedoch unsere sechsjährige Tochter den Verdacht geäußert, dass wir (die Eltern) die Zahnfee seien. Dieses Mal konnten wir den Verdacht noch zerstreuen. Hoffentlich gelingt uns das auch noch länger.

Resümee:

Weihnachte, X-Mas, Lichterfest usw. stellen für uns eine Möglichkeit dar, wieder zurück zu den Basics zu kommen. Also zur Familie. Wobei wie Sie selber lesen konnten vieles Familie sein kann. Egal ob der große gemeinschaftliche Verbund vieler Menschen die sich um die Kinder kümmern oder zwei Personen die sich unzertrennlich gerne haben und auf einander aufpassen. Familie definiert sich, für mich persönlich vor allem, in einen Bereich vollsten Vertrauens. In dem man so sein darf wie man ist und sich sicher und geborgen fühlt. Diesen Bereich sich bewusst zu machen und ihn in einer Zeremonie ganz besonders zu feiern und wert zu schätzen… Nun, dass ist für mich Weihnachten…


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