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Geteilte Sorgen trotz gespaltener Möglichkeiten

von Mag. Philipp Ikrath

Der Freundeskreis ist für Jugendliche eine der wichtigsten, wenn nicht sogar die entscheidende Sozialisationsinstanz geworden. Fragt man junge Menschen nach ihren liebsten Freizeitbeschäftigungen, so findet sich das Beisammensein mit Freunden regelmäßig auf einem der obersten Listenplätze wieder. Und der Austausch innerhalb der Gleichaltrigengruppe bleibt inzwischen nicht mehr alleine auf die Zeit beschränkt, die man in der Schule, am Nachmittag oder beim abendlichen Weggehen miteinander verbringt. Mit der Verbreitung moderner Kommunikationstechnologien, seien es die omnipräsenten sozialen Netzwerke wie facebook, seien es Mobiltelefone mit Gesprächs- und Internetflatratetarifen, bleiben sie auch in dem Zeitfenster, das Jugendliche noch zu Hause verbringen, ständig mit ihrem Freundes- und Bekanntenkreis vernetzt. Und das, ganz ohne verstohlenes Flüstern, wie das bei den oft peinlichen Gesprächen über das häusliche Festnetz in der Vergangenheit der Fall gewesen ist. Parallel zu diesem rein quantitativen Bedeutungszuwachs werden Freunde und Bekannte für Jugendliche aber auch subjektiv immer wichtiger, wie die Daten der Jugend-Wertestudie 2011 zeigen (siehe Abbildung 1).
Abbildung 1: Wichtige Lebensbereiche im Zeitreihenvergleich

Quelle: Institut für Jugendkulturforschung (2012): Jugend-Wertestudie 2011; rep. für 16- bis 24-jährige ÖsterreicherInnen; Angaben in Prozent; n=838
Denn während im Jahr 1990 noch rund die Hälfte der Befragten Freunde und Bekannte als einen „sehr wichtigen“ Lebensbereich bezeichnete, waren es im Jahr 2011 schon 80 Prozent.

Freunde wissen vieles besser als Eltern

Der Freundeskreis ist nicht alleine als Ort der kulturellen und der Wertesozialisation, wie sie in modernen Jugendszenen stattfindet und wie sie schon oft beschrieben wurden, von Bedeutung. Zusätzlich, und hier haben wir es mit einem verhältnismäßig neuen und bislang weitestgehend unterbelichteten Phänomen zu tun, eignen sich junge Menschen hier auch ganz handfeste Kompetenzen an, wie sie ihnen ihre Eltern oder LehrerInnen inzwischen gar nicht mehr beizubringen im Stande sind. Die amerikanische Anthropologin Margaret Mead spricht in diesem Zusammenhang von einer präfigurativen Kultur. Solche Kulturen sieht sie durch einen rasanten Wissenszuwachs gekennzeichnet. Wissensbestände bleiben nicht einmal mehr über den Zeitraum einer Generation hinweg halbwegs beständig. Sie verändern sich vielmehr dermaßen schnell, dass in vielen Lebensbereichen nicht mehr die Jungen von den Alten lernen, sondern umgekehrt. Die Neuen Medien sind für eine solche Situation nur ein besonders prägnantes Beispiel.

Jugendliche brauchen keine Helikopter-Eltern

Dass Kindern und Jugendlichen Freiräume verbleiben, die sie außerhalb der Kontrolle pädagogischer Institutionen oder der eigenen Eltern autonom gestalten können, wird zunehmend zu einer Herausforderung. Hier spielt nicht nur die Tendenz eine Rolle, dass der Alltag junger Menschen zunehmend minutiös durchgeplant wird – neben Schule und Schularbeiten strukturieren diverse außerschulische Aktivitäten ihre Zeit. Denn dass Jugendliche über ihre Handys immer erreichbar sind führt oft auch dazu, dass überbesorgte Eltern diesen Umstand weidlich ausnutzen und ihre Kinder darauf verpflichten, auch für sie ständig verfügbar zu sein. Für einen solchen Erziehungsstil hat sich der Begriff der „Helikopter-Eltern“ eingebürgert. Diese kreisen immerzu über ihren Kindern und lassen sie nicht mehr aus den Augen. Das ist nicht nur für die Jugendlichen selbst enervierend sondern bedeutet auch eine Belastung für die Eltern, die hinter jedem kryptischen facebook-Eintrag oder unbeantworteten Anruf nur das Schlimmste befürchten. Hier ist ein etwas lockerer, vertrauensvollerer Umgang mit den Jugendlichen gefragt. Denn auch Autonomie will praktisch gelernt sein.


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