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Stark und positiv in der Erziehung – auf die Haltung kommt es an.

von Dr. Philip Streit

Martin Seligman, der Begründer der positiven Psychologie, hat für das Gelingen der Erziehung folgenden Satz geprägt: Das wichtigste ist das Engagement der Eltern, Lehrer, Lehrerinnen, Erzieher & Erzieherinnen. Wenn Sie eine positive Haltung haben, stark, positiv und souverän sind, gelingt uns was uns wohl am wichtigsten ist: Nämlich dass unsere Kinder zu selbständigen, autonomen & zuversichtlichen Menschen werden, die Ihr Leben meistern. Unser positives Engagement wirkt sich, wie Neurowissenschaftler festgestellt haben, auf die Entwicklung Ihres Selbst aus. Das heißt, es zählt eigentlich nur eines, eine gut gelingende, positive Erziehung und Resonanz.

Doch nicht immer ist es leicht. Unser Kind oder Jugendlicher kommt um elf Uhr nach Haus, jedoch nicht wie besprochen um 11:00 abends, sondern um 11:00 mittags am nächsten Tag. Sorgen macht uns auch übermäßiger Alkoholkonsum, Drogenkonsum, respektloses Verhalten, Neigung zu Gewalt, Rückzug oder auch Delinquenz.

Die Liste ist lang und kann durchaus noch verlängert werden, und Eltern fragen sich verzweifelt, was hier zu tun wäre. Denn schnell ist klar, was hier nichts nützt: Drohungen, Jammern, Diskutieren und Strafen. Das führt unweigerlich in einen Machtkampf bei welchem unsere Kinder immer am längeren Ast sitzen, auch wenn wir scheinbar immer wieder gewinnen. Wenn es dabei ganz schlimm wird, spielen wir mit dem Gedanken die Beziehung zu unseren Kindern aufzugeben, was aber nicht gelingt, da wir Ihre Eltern sind und sie grundsätzlich lieben.

Eines ist auch klar, wenn sich Kinder unangemessen verhalten, dann tun sie das nicht aus Jux und Tollerei, sondern weil auch sie versuchen, Ihre menschlichen Grundbedürfnisse Zugehörigkeit, Autonomie und etwas Außerordentliches zu leisten, zu befriedigen. Wir sind dann diejenigen die sagen, dass dieses Verhalten, welches uns Sorgen macht, nicht in Ordnung ist. Und laufen selbst immer wieder Gefahr uns genauso zu verhalten, dass dieses Problemverhalten der Kinder wieder auftritt. Dies nennt man die sich selbst erfüllende Prophezeiung. Doch es ist klar, wenn ein Verhalten auftritt, welches jenseits der roten Linie ist, dann müssen wir in wachsamer Sorge eingreifen. Dazu brauchen wir Positivität, Stärke und Souveränität um nämlich eines tun zu können: Gegen das Verhalten, welches uns zu Recht Sorge bereitet, adäquat Widerstand leisten zu können und dabei weiter das Positive und das Gelingende zu bemerken. Das heißt, wir Eltern brauchen eine klare, und unmissverständliche, aber zugleich wohlwollende und positive Haltung, um diese Aufgabe gut zu erfüllen. Folgendes kann dabei helfen:

  • Geben Sie nie die Beziehung zu Ihrem Kind auf, auch wenn es manchmal so scheint, als würde dies nie wieder gelingen. Bei allen was Ihnen nicht gefällt, signalisieren Sie wie wichtig Ihnen Ihr Kind ist und das es einen fixen Platz in Ihrer Familie hat. Das gelingt am besten indem Sie achtsam mit sich selbst umgehen, aber auch genau hinhören und achtsam mit Ihrem Kind umgehen und es zunächst einmal so zu nehmen wie es ist, auch wenn es noch so schwer ist. Geben Sie zumindest einmal am Tag zu erkennen, wie wichtig Ihnen Ihr Kind ist, „The daily hug of love“ nennt dies Richard Wörner.
  • Achten Sie auf Struktur und Regelwerk. Sie als Eltern geben die Struktur des Tages vor: Wann aufzustehen ist, wann zur Schule gegangen und wann zu Mittag gegessen wird. Achten Sie auf fixe Regeln und Rituale. Dass Sie die Regeln vorgeben ist von größter Bedeutung. Wir gehen auch davon aus, dass Sie dies verantwortungsbewusst tun. Daran können sich unsere Kinder und Jugendlichen orientieren, wie viele Beispiele zeigen.
  • Bleiben Sie nicht allein, gerade in herausfordernden Erziehungssituationen brauchen Sie Hilfe um die Anforderungen bewältigen zu können. Erbitten Sie diese Hilfe in Ihrer nächsten Umgebung, bei den Großeltern, Tanten, Onkeln und guten Freunden. Bauen Sie sich so ein Netzwerk der Unterstützung auf, auch mit Hilfe der Schule und anderen Institutionen wie dem Sportverein, um Ihren Erziehungsjob gut machen zu können. So ein Hilfsnetzwerk stärkt ungemein.
  • Bleiben Sie ruhig. Es ist manchmal wirklich zum aus der Haut fahren. Dann verzögern Sie Ihre Reaktion und atmen Sie tief durch. Achten Sie bevor Sie etwas sagen, darauf dass Sie auch ein positives Beziehungssignal an Ihr Kind senden und nicht einfach nur voller Wut toben. Ganz gut ist es dabei langsam aus- und einzuatmen oder sich etwas abzulenken. Dann belehren sie Ihr Kind nicht, was es zu tun hat und was es falsch macht. Sondern bitten Sie es, diese Dinge immer wieder zu erzählen, so kommen Sie viel schneller und ruhig zu einer Lösung.
  • Leisten Sie Widerstand. Die Formel lautet: „Wir sind deine Eltern, wir mögen dich sehr gerne, dieses dein Verhalten“ – dann zählen Sie zwei bis drei Verhaltensweisen auf – „die können wir nicht mit ansehen, das macht uns Sorgen. Daher haben wir beschlossen, dagegen Widerstand zu leisten.“ Übergeben Sie Ihre Botschaft in Form eines Briefes. Achten Sie aber darauf nicht in die Falle zu tappen, dass man sich sofort ändern muss. Widerstand ist vor allem wichtig, damit Sie klar auf Kurs bleiben. Und wenn Sie Widerstand leisten betonen Sie auch, dass Sie sich Unterstützung holen werden, zugleich vergessen Sie nie, die alltäglichen, kleinen, positiven Dinge zu bemerken, also Stolzbotschaften zu schicken.
  • Wenn es grobe Verfehlungen gibt, reicht eine einfache Entschuldigung nicht mehr aus weil Schaden zugefügt wurde. Ein solcher Schaden braucht Wiedergutmachung. Verlangen Sie von Ihrem Kind eine solche Wiedergutmachung. Am besten wäre diese Wiedergutmachung als ein Dienst für die gesamte Gemeinschaft welche somit auch die Wiedereintrittskarte in das sichere soziale System darstellt.
  • Suchen Sie die Öffentlichkeit. Wenn Sie Ihr Unterstützungsnetzwerk basteln, dann machen Sie dies bereits.
  • Um Ihren Job gut zu machen, erinnern Sie sich an Ihre eigenen Stärken und Leidenschaften. Fördern Sie Ihre Stärken und Leidenschaften auch Ihrem Kind gegenüber. Bemerken Sie diese anstatt auf Schwächen herumzureiten. Bemerken Sie die kleinen, positiven Veränderungen und betonen Sie das Gelingende.
  • Übergeben Sie Verantwortung: lassen Sie Ihr Kind/Ihren Jugendlichen eine Aufgabe finden, die etwas größer ist, als sie selbst, das ergibt Sinn. Fördern Sie Ziele welche Ihr Kind erreichen soll und fordern Sie durchaus, dass es beharrlich daran arbeitet. Wenn Sie dann so beharrlich positiv dran bleiben, dann können Sie Ihre Aufgabe gut meistern und Ihr Kind wird außergewöhnliche Erfolge haben.

 


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