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Und wann schlafen die Eltern?

von Christine Kügerl

Durchschlafen ist für Eltern meist das Hauptthema. Einerseits zehrt es an den Kräften der Eltern, meist der Mütter, wenn sie in der Nacht mehrmals aufgeweckt werden und dann sich einem weinenden Baby zuwenden müssen, andererseits bestehen oft falsche Vorstellungen. Unter Durchschlafen verstehen viele einen zusammenhängenden Nachtschlaf von 12 Stunden. Dies entspricht Babys jedoch auf Grund ihrer Gehirnentwicklung nicht. 5 Stunden an einem Stück zu schlafen, ohne von den Eltern etwas zu brauchen, ist schon recht viel. Ein wichtiger Schritt für Eltern ist also die Einstellung und das Wissen, dass Babys ihr Schlafverhalten in den ersten zwei Jahren noch entwickeln und sich dies dadurch laufend verändert.

Eltern sollen sich dabei von anderen (auch Großeltern) nichts einreden lassen. Nächtliches Aufwachen von Babys ist häufig und kein Versagen der Eltern. Weiters weiß man aus Studien, dass auch vor 30 Jahren Kinder nicht früher durchgeschlafen haben als heute.

Da sich der Schlafbedarf der Babys im ersten Lebensjahr um zwei Stunden reduzieren kann, sind Eltern herausgefordert, den Tagesablauf immer wieder an die Entwicklung des Kindes anzupassen. Im ersten Halbjahr werden vom Baby oft drei Tagschlafzeiten benötig, im zweiten Halbjahr reduzieren sich diese oft auf zwei Tagschlafzeiten. Vor allem, wenn das Baby wieder einen Reifungsschritt macht, haben Eltern oft über 1 bis 2 Wochen das Gefühl, sich gar nicht mehr auszukennen. Erwachsene haben eben das Bestreben, etwas Erreichtes lange stabil zu halten. Bei Kindern ist dies anders, wenn etwas gerade sehr gut läuft, kann man sich wieder auf etwas Neues einlassen. Ca. alle 2 bis 3 Monate finden beim Baby solche Entwicklungsschübe statt.

Was kann Eltern helfen?
Das Wissen, dass sie ihrem Baby die Entwicklung von Urvertrauen und einem guten Selbstwertgefühl ermöglichen. Indem sie sich auf seine Bedürfnisse gut einstellen können, reagieren sie rasch auf sein Weinen und geben beim Einschlafen und in der Nacht die richtige, beruhigende Unterstützung. So lernt das Baby am besten, dass seine Eltern verlässlich sind und dass es etwas bewirken kann. Dies stärkt auch die Liebe zu den Eltern.

Das Erkennen der Selbstberuhigungsmöglichkeiten des Kindes. Babys beginnen bald durch Saugen am Schnuller oder am Ärmchen, durch das Halten der eigenen Hände, durch Lallen, raunzen oder durch Schaukelbewegungen sich selbst zu beruhigen. Alles was ein Baby selbst kann, soll man ihm nicht durch überfürsorgliches Verhalten abnehmen. Es ist für Eltern nicht immer leicht herauszufinden, was das Baby schon selbst kann und wo es Hilfe braucht. Daher ist es speziell beim Ein- und Durchschlafen sinnvoll nicht gleich alle Register zu ziehen, sondern mit klein dosierten Angeboten zu beginnen. Z.B. zuerst einfach die Hand auf das Köpfchen oder das Bäuchlein legen, oder mit leiser Stimme beruhigend sagen: “Schlaf ruhig weiter, es ist alles in Ordnung.“ Wenn das nicht ausreicht, sollte die Unterstützung erst verstärkt werden. Z.B. mit leichtem Klopfen oder Schaukeln. Nur wenn all das nicht hilft, sollte das Baby hochgenommen werden.

Einschlafgewohnheiten entwickeln, bei denen bestimmte Zeiten, Abläufe und Stofftiere dem Baby Sicherheit geben. Um fünf Monate herum, bei manchen Babys einige Tage früher, es kann aber auch Wochen später sein, beginnen Babys Zusammenhänge zu entdecken. Ab diesem Zeitpunkt können Eltern ihr Baby auch an etwas gewöhnen. Oft geschieht dies automatisch, ohne dass es bewusst angestrebt wird. Diese kleinen Schritte der Selbstständigkeit können Eltern wahrnehmen und fördern.

Wenn das Kinderbettchen im Elternschlafzimmer Platz hat, dann schläft das Baby oft ruhiger und die Mutter braucht in der Nacht nicht so weit zu gehen um das Kind zu stillen oder ihm die Flasche zu geben. In den ersten Monaten brauchen Babys auch in der Nacht Nahrung.

Wenn es für die Eltern passt und alle gut schlafen können, dann kann das Baby auch im Elternbett oder einem extra großen Familienbett schlafen. Wenn Eltern die Zeit des gemeinsamen Schlafens kurz halten wollen, dann sollte das Baby zum Einschlafen bzw. in der ersten Nachtzeit ins eigene Bettchen gelegt werden. Wenn das Baby dann in der Nacht wach wird, wird es zum Stillen oder Beruhigen ins Elternbett geholt und schläft dort weiter. So kommen Eltern oft zu ruhigeren Nächten, als wenn sie immer aufstehen und ins Kinderzimmer gehen müssen.

Mit dem Baby schlafen gehen ist eine Möglichkeit eigenen Schlafmangel zu vermeiden. Wenn das Baby am Abend eingeschlafen ist, kann man ebenfalls ins Bett gehen. Vor allem, wenn das Baby die erste Zeit in der Nacht gut und länger am Stück schläft. Auch am Tag kann man sich mit dem Baby hinlegen und schlafen. Es geht ja nicht um eine totale Veränderung, sondern um die Überbrückung von einigen „schlafarmen“ Monaten. Im zweiten Lebensjahr sieht Vieles wieder ganz anders aus.

Wenn die Nächte sehr unruhig sind, dann teilen sich die Eltern die „Nachtwache“ oft auf. Der berufstätige Elternteil steht im ersten Teil der Nacht auf, wenn das Baby Beruhigung braucht und der andere Elternteil danach. So hat jede/r zumindest einige Stunden Schlaf.

Wenn aufgrund der Familiensituation ein Elternteil während der Woche überwiegend die Betreuung des Babys über hat, dann kann am Wochenende der andere Elternteil mehr für das Baby tun. So kann z.B. die Mutter Samstag und Sonntag am Morgen deutlich länger schlafen und sich einen Mittagsschlaf gönnen.

Schlafzeiten des Babys nicht für Hausarbeit usw. sondern zur eigenen Erholung nutzen.
Die ersten Monate sind eine enorme Umstellung für Eltern und ein Baby braucht wirklich viel. Da ist es sinnvoll andere Aufgaben nach Möglichkeit zu reduzieren oder abzugeben. Das Baby braucht die Eltern jetzt, vieles andere kann warten.

Hilfsangebote von Verwandten und Freunden sollten angenommen werden. Manchen Eltern hilft es, wenn die Oma oder Freundin regelmäßig mit dem Baby spazieren fährt und sie für sich, zum Schlafen oder einfach freie Zeit haben. Andere Eltern geben ihr Baby nicht so gerne her und lassen sich lieber im Haushalt helfen. Beides bringt Entlastung und Freiräume.

Wenn Eltern keine Verwandten in der Nähe haben, dann können Leihoma-/Leihopa-Dienste, Babysitter oder andere Initiativen hilfreich sein. Viele Angebote sind kostengünstig. Informationen bekommt man bei Familienverbänden, Eltern-Kind-Zentren oder in der Elternberatung.

Wenn ein Baby sehr unruhig ist, wenig schläft und viel schreit oder wenn Eltern erschöpft sind und das Gefühl haben, sich überhaupt nicht mehr auszukennen, dann kann eine Gespräch in einer Familienberatungsstelle, in der Elternberatung, bei den Frühen Hilfen oder in einer Schreiambulanz weiterhelfen. Infos finden sie auf: www.familienberatung.gv.at oder www.gaimh.org

 


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