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Was Eltern speziell zum Thema „Schielen“ wissen sollten

von Dr. Gabriela Seher

Wenn Kinder schielen, sollten Eltern das ernst nehmen. Unbehandelt kann daraus eine Schwachsichtigkeit (Amblyopie) entstehen, die sich nach dem 6. Lebensjahr kaum mehr beheben lässt. Wichtig für Eltern ist, dass Schielen oft nicht erkennbar ist und Kinder nie über Beschwerden klagen.

Was ist Schielen?
Schielen (Strabismus) bedeutet, dass beide Augen nicht parallel zueinander stehen, d.h. ein Auge aus der gemeinsamen Richtung abweicht. Die Augen nehmen normalerweise die Seheindrücke jeweils einzeln auf und diese verschmelzen dann zu einem Bild. So können wir räumlich sehen. Beim Schielen sind diese Bilder so unterschiedlich, dass sie nicht mehr zu einem Bild verschmolzen werden können. Die Folge davon sind Doppelbilder. Manche Kinder können den Seheindruck des schielenden Auges unterdrücken. Wenn dies unbemerkt bleibt, kann eine dauerhafte Sehschwäche (Amblyopie) entstehen, die sich nach dem 6.Lebensjahr nicht mehr beheben lässt.

Ursachen
Schielen kann ganz unterschiedliche Ursachen haben: Familiäre Anlagen, eine problematische Schwangerschaft, Weitsichtigkeit (Hypermetropie) oder andere Sehschwächen, Infektionskrankheiten sowie Verletzungen können die Ursache für Schielen sein. Daher sollten Eltern nicht auf die augenärztlichen Untersuchungen im Rahmen des Mutter-Kind-Passes vergessen bzw. danach jährlich bis zum Schuleintritt Kontrolluntersuchungen durchführen lassen.

Verschiedene Schiel-Formen
Man unterscheidet zwischen unterschiedlichen Schielformen: Das einseitige, manifeste Schielen (Innen- Außen- oder Höhenschielen), tritt meist in früher Kindheit auf. Dabei wird die Wahrnehmung eines Auges unterdrückt. Dieses Auge wird mehr oder weniger schwachsichtig (=amblyop) und muss dringend behandelt werden. Die Kinder klagen nicht, da dieses Sehen für sie normal ist. Manifestes Schielen mit Schielwinkel über 5 Grad wird meist vor Schulbeginn operativ korrigiert.

Latentes oder verborgenes Schielen tritt bei über 90% aller Menschen auf und ist nur manchmal behandlungsbedürftig. Die Augen stehen parallel, sie schielen nicht, haben aber die Neigung zu schielen. Eine Dekompensation aus dem Parallelstand verursacht verschwommenes Sehen und Doppelbilder. Daher zwingt das Gehirn die Augen zur Parallelstellung. Manchmal werden die Bilder beider Augen nur unter Anstrengung fusioniert und können Beschwerden wie verschwommenes Sehen und Doppelbilder auslösen. Die Kinder können sich nicht mehr konzentrieren und vermeiden Naharbeit.

Behandlung
Kleine latente Schielabweichungen kommen häufig vor, sie sind physiologisch. Sie verursachen keine Beschwerden und erfordern daher auch keine Behandlung. Treten Kopfschmerzen, Doppelbilder oder verschwommenes Sehen auf, müssen zuerst diese Beschwerden durch eine Brille exakt ausgeglichen werden.

Bei drohender einseitiger Sehschwäche muss das schwächere Auge trainiert werden, indem das besser sehende Auge stunden oder tageweise abgeklebt wird (Okklusionstherapie). Hier ist die Mitarbeit der Eltern von großer Bedeutung.

Schielabweichungen können mit einer Prismenbrille ausgeglichen werden. Die Voraussetzungen sind die Untersuchung im eingetropften Zustand (vorübergehende Ausschaltung des Autofokus) und die Korrektur von Weitsichtigkeit, Kurzsichtigkeit, Hornhautverkrümmung und einer Akkommodationsschwäche. Abzuraten ist daher die Anfertigung von Prismenbrillen ohne Verschreibung durch den Augenfacharzt.

Bei großem Schielwinkel besteht die Indikation zur Schieloperation. Eine Schieloperation ist ein Routineeingriff und dauert rund 30 bis 45 Minuten. Schielbehandlungen und -operationen sind auch für Erwachsenen möglich.

Wie können Eltern Schielen frühzeitig erkennen?
Da rund um das 6. Lebensjahr die Entwicklung der Sehfunktion abgeschlossen ist, ist eine frühzeitige Erkennung und Behandlung extrem wichtig, um dauerhafte einseitige Sehschwäche zu verhindern. Wenn Eltern das Schielen auffällt, ist meist viel wertvolle Zeit vergangen. Nur Routineuntersuchungen beim Augenfacharzt gewährleisten die Früherkennung des Schielens. Empfohlen wird derzeit eine jährliche Untersuchung beim Augenarzt bis zum 10. Lebensjahr. Im Mutter- Kind – Pass sind eine augenärztliche Untersuchung im 1. und 2. Lebensjahr vorgesehen.


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