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Die Diagnose: Hörkurve ist nicht ableitbar.

von Kathrin Baumgartner

Elternbildung
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Zuerst bestand Verdacht auf Fruchtwasser im Ohr, mit 3 Monaten gab es nun die endgültige Gewissheit, dass bei unserer Tochter die Hörkurve nicht ableitbar war. Ich sah Saskias Werdegang mit meinem eigenen Leben als Hörbehinderte vor meinen Augen ablaufen und eine sehr mühevolle Aufgabe auf uns zukommen.

So kamen wir zum 1. Mal mit der HNO im AKH in Kontakt. Die Logopädin stand uns sehr hilfreich zur Seite, hatte trotz Zeitdrucks (viele Patienten) immer ein offenes Ohr für unsere Sorgen. Saskia bekam mit 3,5 Monaten Hörgeräte und wir stellten fest, dass sie keine Lall-Laute von sich gab. Im Laufe der Zeit stand bereits eine Vorentscheidung zu Cochlea Implantaten Operation im Raum. Es ist für die Eltern keine leichte Entscheidung, ihr kleines Kind operieren zu lassen. Sicher machen sie sich Sorgen, ob es alles gut gehen wird und ob es überhaupt die richtige Entscheidung war.

Im Mai 2006 wurde unser Mädchen mit bilateralen Cochlea Implantaten von Herrn Dr. Univ.Prof. Wolf-Dieter Baumgartner in einer 4-stündigen Operation versorgt. 6 Wochen nach der Implantation erfolgte die Erstanpassung. Es war wie erwartet zuerst keine Reaktionen zu erkennen. Wenn es ihr zu laut war, zuckte sie mit ihren Wimpern. Im Herbst 2006 fing Saskia mit dem Lallen an, und kurz vor Weihnachten 2006 sagte sie bereits “Mama”. Es ging stufenweise voran, es kamen laufend neue Wörter dazu, später die Sätze.

Wir hatten eine mobile Frühförderin, die uns wöchentlich besuchen kam, bis zum Kindergarteneintritt. Danach begannen die regelmäßigen Besuche bei der Logopädin, um die Stärkung der Aussprache und der Grammatik zu gewährleisten. Uns war es wichtig, dass ihre Sprachentwicklung regelmäßig kontrolliert wird und ihr ein Sicherheitsgefühl für die Sprache gegeben wird. Trotz der Therapien und Übungen war es uns wichtig, dass Saskia genug Zeit hatte, ihre Kindheit zu genießen.

Für mich als Hörgeräteträgerin war es ein Neuland, mit CI in Berührung zu kommen. Wenn ich jetzt zurückblicke, habe ich mir viel zu viele Sorgen und Gedanken über Saskias Zukunft gemacht. Die technische Entwicklung bei den Cochlea Implantaten und die positive Veränderung unserer Gesellschaft haben dazu beigetragen, dass ihre Hörentwicklung um etliches besser wurde als bei mir seinerseits. Vielleicht hat es auch dazu geführt, dass ich als Hörbehinderte meine Erfahrungen an Saskia, an die Lehrer und Logopädin vermitteln konnte. Und auch ddas Netzwerk, das von der mobilen Frühförderin großenteils erstellt wurde, hat vieles beigetragen, dass wir viele Informationen bekamen. Wir lernten durch das regelmäßige von den Frühförderinnen organisierte Treffen viele betroffene Familien kennen.

Im Kindergarten hat unser Kind sich sehr wohl gefühlt, wurde akzeptiert und hatte sehr viele Freunde.Es gab Situationen im Sommer, als die Kinder im Garten mit Wasser spielten. Saskia musste ihre nicht wasserdichten CI-Hörgeräte runtergeben. Die Kinder schauten immer wieder nach ihr, ob sie die Anweisungen der Tante verstand. Manchmal stand die Kindergartentante weit weg von Saskia, dadurch war das Zurufen nicht möglich. Die Kinder leiteten die Informationen an das Mädchen weiter. Der Zusammenhalt unter den Kindern war einfach toll.

Es war ein großes Glück für uns, dass sie auch in der Volksschulklasse sehr viele Freunde und tolle Lehrerinnen hatte. In den ersten Schulwochen fiel es niemandem auf, dass es unter ihnen irgendjemanden gibt, der eine Hörbehinderung hatte. Saskias Aussprache ist nicht einem Hörbehinderten zuzuordnen. Lediglich ihre etwas schlampige Aussprache. Ich korrigiere noch immer ihre Aussprachefehler, ich bin als Kind damit so eingeimpft worden, dass ich es nicht anders kann. Ich habe den Lehrerinnen stets meine Hilfe und Unterstützung angeboten, falls Saskia im Unterricht oder mit dem Lernstoff Probleme haben sollte. Doch ich musste kaum in die Schule kommen. Andererseits mussten wir sie, bzw. müssen wir bis heute noch mit dem Lernstoff unterstützen. Ich glaube aber, dass auch viele Eltern hörender Kinder, ihre Kinder unterstützen müssen.

Jetzt ist unser Kind auf dem Gymnasium und ich hatte auch da wieder große Bedenken. Weil ich mit vielem in der Hauptschule (in der Volksschule ebenso) zu kämpfen hatte und ich gar nicht auf das Gymnasium hätte gehen können. (Ich wurde genauso benotet wie alle andere hörenden Kinder.) Ich hatte die Sorge, dass sie gleich in der 1. Klasse untergehen wird. Wir suchten das Gespräch mit der Direktorin, und sie organisierte gleich eine Gesprächsrunde mit Saskias Lehrern und einen erfahrenen Sonderschulpädagogen, der auf Hörbehinderte spezialisiert ist. Die Gesprächsrunde war sehr informativ, man konnte offen darüber sprechen. Unser Schulkind bekommt nun Förderstunden in den 3 Hauptgegenständen mit ihren Lehrern.

Was ich auch noch neben dem tollen Netzwerk wichtig finde, dass unser Kind regelmäßig Kontakte zu anderen hörbeeinträchtigten Kinder hat. Unser Bücherwurm liebt Geige spielen (ist auch fördernd fürs feine Hören), taucht und schwimmt sehr gerne.

Mein Mann ist hörend und hat eine sehr positive Einstellung gegenüber Saskias Zukunft. Ich bin dagegen aufgrund meiner persönlichen Erfahrungen vorsichtiger und ich freue mich immer, dass mein Mann mehr recht hatte als ich. Wir sind zuversichtlich, dass unser Mädchen sogar die Matura schaffen kann.


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