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Schlaf wenn das Baby schläft. Lass den Haushalt Haushaltsein. Und – Liebe dich selbst, damit du andere lieben kannst

von Stefanie Raeke

Elternbildung
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Ich kann gar nicht sagen, wie sehr mir diese Sätze schon bei den Ohren raushängen.

Ich bin 32, selbständig, Mama von zwei kleinen Kindern und Ehefrau eines ebenfalls selbständigen Mannes. Ich war schon immer ein Arbeitstier, ich bin immer die „Extrameile“ für meine Arbeitgeber gegangen, habe daneben die Praxis meines Mannes organisatorisch geleitet und ganz nebenbei habe ich mich kurz nach der Geburt unseres ersten Kindes mit meinem eigenen Business verwirklicht.

Über die neumodischen Begriffe wie Me Time oder Selfcare konnte ich lange nur müde lächeln.

Auch wenn ich mir die Aufgaben mit meinem Mann sehr gut aufteilen kann, laufen viele Dinge in der Familie und im Haushalt dann doch wieder nur durch mich. Mein Mann ist im Job monatelang im Vorhinein terminlich ausgebucht und kann daher keine spontanen Kinderarzttermine oder Playdates übernehmen, auch wenn er das oft gerne tun würde.

Und überhaupt scheint es so ein „Frauending“ zu sein an alles denken zu wollen und alle Eventualitäten im Familienleben gedanklich durchzuspielen bevor sie überhaupt nur ansatzweise stattfinden. Ich glaube Männer tun sich auch einfach leichter, weil sie situationsabhängig agieren und nicht schon drei Tage vorher überlegen, was sie dem Kind am Mittwoch zum Geburtstag des anderen Kindergartenkindes anziehen möchten. Gut, das erübrigt sich zu Coronazeiten erst einmal auch für uns Mamas. 😉

Schon beim ersten Kind konnte ich diesen „Schlaf wenn dein Baby schläft“ und ähnlichen Empfehlungen nichts abgewinnen. Während mein Baby schlief versuchte ich meinen Onlineshop aufzubauen, Krümel und Hundehaare zu beseitigen oder die bespuckte Wäsche zu waschen. Buchhaltung und Bestellungen wurden abends abgewickelt, wenn Papa wieder zu Hause war.

Ich liebte es schon immer geschäftig zu sein, Timelines einhalten zu müssen und am Ende etwas „Fertiges“ vor mir zu haben. Das hat mich jahrelang angetrieben und sehr zufrieden gemacht.

Nun, was soll ich sagen? Das ist mit Kindern so eine Sache, denn „fertig“ ist man da ja irgendwie nie und unter Druck steht man als selbständige Mama von einem Kleinkind und einem Baby irgendwie immer. Es gibt bei uns keinen klassischen Feierabend und kein wirkliches Wochenende an dem mal nichts zu tun wäre. Denn sobald ich mal Zeit für mich habe weil mein Mann die Kinder übernimmt, schießen mir gleich 1000 Gedanken und Aufgaben durch den Kopf die ich am liebsten alle auf einmal erledigen möchte.

Klassischer Mindfuck Elternbildung

Die vielen To Dos, meine Selbstständigkeit, mein Großer in der Autonomiephase und mein Kleiner der gefühlt 24/7 getragen und gestillt werden wollte, haben mich dann irgendwann doch überfordert.

Irgendwann war ich an einem Punkt an dem ich mich selbst total verloren hatte. An manchen Tagen wusste ich nicht mehr, ob ich morgens überhaupt die Zähne geputzt hatte. Von Zeit für duschen und Haare waschen ganz zu schweigen. Und da das Baby nachts sofort aufwachte und brüllte sobald ich mich ein paar Zentimeter von ihm wegbewegt hatte, ging ich oft stundenlang nicht aufs Klo, nur damit der Große im Familienbett nicht wach wird.

Mein Schokoladen- und Kaffeekonsum sind nach der Geburt unseres zweiten Sohnes – zwischen Pakete packen und gute Mama sein wollen – exponentiell gestiegen.

Egal wie oft ich mir vornahm abends eine kleine Runde joggen zu gehen oder morgens eine Yogaeinheit einzubauen. Irgendwas war immer und aus meiner Erwartung wurde Enttäuschung, Frustration, Resignation.

Jetzt war es endgültig soweit – Ich musste und vor allem wollte ich MICH wiederfinden. Als ich merkte, dass ich mich da in etwas hineinmanövrierte, dass so überhaupt nicht ICH war, musste ich handeln. Etwas ändern, um wieder mit mir selbst im Reinen zu sein.

Denn was klar ist: Je unzufriedener ich mit mir bin umso unerträglicher werde ich auch für mein Umfeld. Und daran finde ich, erkennt man gut, dass es keineswegs egoistisch ist sich um sich selbst zu kümmern.

Wie heißt es so schön: Happy wife, happy life. Und das ist so wahr.

Wichtig oder dringend?Elternbildung

Ich habe mir erst mal professionelle Hilfe geholt. Ich hatte das Gefühl über den Punkt hinaus gekommen zu sein, an dem ich es selbst schaffe zu ordnen, priorisieren und ausmisten. Mit ausmisten meine ich Gedanken und Aufgaben, die mich immer wieder gestresst haben und eigentlich total unnötig sind. Eine sehr gute Übung die ich im Rahmen meines Coachings lernte ist, zwischen Wichtigkeit und Dringlichkeit zu unterscheiden. Wichtig ist der Impftermin, aber nicht dringend denn er kann auch ein paar Tage oder zur Not auch mal Wochen warten. Wichtig und dringend ist das schreiende Baby das gestillt werden möchte. Das sollte sofort passieren.

Und was ich vor allem lernen musste, ICH bin der wichtigste Mensch in meinem Leben und wenn ich nicht mehr kann, weil ich vor lauter Mental Load überschnappe, kann ich auch für meine Familie nicht mehr gut da sein. Und das ist es ja, was ich so gerne möchte, eine gute Mama sein. Mir ist wichtig, dass meine Kinder lernen auf sich selbst zu achten, die eigenen Grenzen zu kennen und zu wahren und dass sie ein gesundes Selbstbewusstsein entwickeln können.

Gerade wir Mamas müssen aktiv darauf achten, dass wir uns bewusst Momente für uns nehmen. Die so gehypte Me Time. Neue Energie tanken, wie auch immer du das machst, mach es. Denn niemand sonst tut es für dich.

Was mir anfangs so abwegig erschien, ist für mich heute die beste und einfachste „Me Time“: Beide Füße „erden“, tief und fest in den Bauch atmen, bewusst Schluck für Schluck ein Glas Wasser trinken.

Zugegeben, das gelingt mir nicht immer. Wenn beide Kinder um die Wette brüllen, ich sowieso schon einen fürchterlichen Tag hinter mir habe und genau weiß, mein Mann kommt heute erst um 20 Uhr aus der Praxis raus, schaffe ich es auch oft nicht mehr.

Diese Situationen werden aber seltener, weil ich mich selbst wieder besser „lesen“ kann und rechtzeitig dafür sorge, dass ich wenigstens ein paar Minuten Auszeit bekomme.


KommentareElternbildung

Edina

Hallo Stefanie! Dein Artikel gefällt mir! Ich bin auch 32 Jahre alt und habe bereits drei Kinder. Ja du hast recht, wir sind es uns selbst absolut schuldig, eine Auszeit zu nehmen, ohne schlechten Gewissen!! Schließlich "funktioniert" die Familie am besten wenn wir Mamas funktionieren! Es kann ja wirklich mal so turbulent werden, dass man die eigenen Gedanken kaum hört... Liebe Grüße, Edina


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