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Das Kinderzimmer aus pädagogischer Sicht

von DI Sonja Pittner

Die Bedürfnisse eines Kindes ändern sich im Lauf der Jahre  in ihrer Entwicklung vom Säugling bis zum Jugendlichen – und das Kinderzimmer mit seiner Einrichtung sollte sich diesen Ansprüchen anpassen.

Für jede Lebensphase das passende Zimmer

In den ersten beiden Lebensjahren muss es vor allem der geschützte Raum mit Nähe und Kontakt zu den Eltern sein. Im Vorschulalter sollte die Spielfläche wachsen, das Kind möchte jetzt zunehmend auch für sich alleine sein. In der letzten Phase wird das Kinder- zum Jugendzimmer – es wird Arbeitsplatz und Besucherraum.
Pädagogen sprechen von der Anforderung einer gelungenen Sozialisation des jungen Menschen in der Gruppe – diese Sozialisation beginnt  im räumlichen Umfeld des Kinderzimmers – hier wird die eigene Identität und soziale Sicherheit gefunden und entwickelt.

Das Babyzimmer

Ein Säugling begnügt sich neben Mamas Nähe im Grunde mit 2 Dingen: einem Schlafplatz und einem Wickelplatz. Dafür ist auch noch kein eigenes Zimmer notwendig.

  • Wiege:  egal, ob zum Aufhängen, auf Rollen oder feststehend – eines haben alle Wiegen gemeinsam: das sanfte Hin- und Herschaukeln erinnert an die Zeit in Mamas Bauch und vermittelt dem Baby das Gefühl von Geborgenheit.
  • Stubenwagen:  das kleine Babybettchen auf Rollen kann  ganz leicht in jedes Zimmer mitgenommen werden – so ist das Kleine  immer im Blick  des Elternteiles und  die gemeinsame Zeit kann auch genossen werden, wenn das Baby  schläft.
  • Beistellbett:  es steht neben dem Elternbett, das Kleine liegt so stets in Reichweite und  trotzdem haben beide Eltern Raum füreinander.
  • Wickelkommode, Wickeltisch oder Wickelauflage: egal, ob komfortabler oder flexibler – das Wickeln in den ersten Jahren ist täglicher Begleiter und durch den intensiven Umgang miteinander ein bindendes gemeinsames Erlebnis.

Ist für ein Baby  bereits ein eigenes Kinderzimmer vorhanden, ist eine angenehme, beruhigende Atmosphäre wichtig, die vor allem viel Geborgenheit bietet. Helle, sanfte Farben und funktionelle Möbel sind passend.

Das Spielzimmer

Je älter das Kind wird, desto aktiver bewegt es sich, es beginnt seine Umwelt in immer größer werdenden Radien zu erforschen und zu erobern.
Mit dem Übergang vom Kleinkindalter (1 bis 3 Jahre) bis zum Kindergartenalter (3 bis 6 Jahre) wachsen zwei  grundlegende Bedürfnisse des Kindes:
Rückzugsmöglichkeit  und  Bewegungsfreiheit zum Spielen
Das Kind will zunehmend immer mehr alleine erledigen – es will zu den „Großen gehören“.
Als Kindergartenkind werden Rollenspiele interessant und Mama ist nicht mehr die einzige Bezugsperson.
Langsam entwickeln sich feste Freundschaften mit Altersgenossen und erste Hobbies.  
All diese Faktoren  nehmen Einfluss auf das Kinderzimmer:

  • Schlafplatz:  Mit dem Herauswachsen wird das Gitterbett durch ein Kinderbett ersetzt. Dieses Bett wird Ihrem Kind in den nächsten Jahren Vertrautheit, Schutz und Rückzugsmöglichkeit bieten.
    Psychologen vertreten die Meinung,  dass Kindern bei der Auswahl von Bett und  Bettwäsche in optischer Sicht größtmögliches Mitspracherecht zugestanden werden soll.
    Wenn Kinder in der Nacht Angst haben, hilft ein kleines Nachtlicht, die grusligen Schatten, die mit Kinderphantasie schnell zu Monstern werden, zu vertreiben.

Betreffend der Gestaltung des eigenen Zimmers soll man Kinder ernsthaft anhören und sie auch mitgestalten lassen. Fast alle Kinder mögen z.B.  die Farbe Weiß nicht – diesem Umstand kann Rechnung getragen werden, indem z.B. eine Wand oder Wandteil  (Schlafecke oder Spielecke) in Farbe gestrichen wird oder bei weißen Wänden färbige Möbel oder färbige Kastentüren verwendet werden.
Für Kinder ist weniger entscheidend, welches  Zimmer sie haben oder wie groß es ist, sondern dass es  „ihr Zimmer“ ist!

  • Aufbewahrung von Spielzeug und Büchern:  die Menge an Spielzeug und persönlichen Dingen nimmt zu, besonders geeignet sind Boxen (mit oder ohne Deckel, mit Rollen, stapelbar).  Darin kann Spielzeug leicht verstaut werden und sie können auch problemlos in andere Zimmer mitgenommen werden.
    Regale bieten die Möglichkeit, Spielsachen sichtbar zu verstauen –  hier kann das Kind sein Lieblingsstück immer sofort entdecken und behält ganz leicht den Überblick über all seine Schätze.  Mit Boxen, die in die Regalfächer passen, lassen sich die beiden Möglichkeiten perfekt kombinieren.
    Truhen bieten den Vorteil, dass innen Spielzeug verstaut wird und das Möbel gleichzeitig als Sitzgelegenheit verwendet werden kann.

Boxen und Regale fördern aus pädagogischer Sicht die Erziehung zu Ordnung, weil jedes Ding seinen zugewiesenen Platz hat.  Gleiches wird zu Gleichem gelegt,  Spielzeug wird nach Farbe, Form, Größe und Zweck sortiert.
Kinder müssen erst lernen, wie Ordnung funktioniert. Ein Kleinkind kann sein Zimmer nicht alleine aufräumen, auch wenn es das wollte.
Das Aufräumverhalten sollte von klein an trainiert werden, wichtig ist, den Kindern dabei zu helfen.
Bestimmte  Fertigkeiten können nebenbei beim Spielen erlernt werden, z.B. das Sortieren.
Dabei hilft auch, Fotos vom Inhalt auf die Spielzeugkiste zu kleben. Und wichtig ist, dass die Spielzeugmenge, die sortiert werden muss, überschaubar bleibt.

  • Aufbewahrung von Wäsche und Kleidern:   kindgerechte Kleiderschränke fördern die Entwicklung  des Kindes zur  Selbstständigkeit  –  der Innenraum des Schrankes ist dabei so aufgeteilt, dass das Kind seine Sachen eigenständig vom Bügel nehmen und wichtige Dinge ganz leicht erreichen kann.
  • Ein Mal- und Basteltisch:  Malen und Basteln fördern die kreative Enzwicklung des Kindes – daher sollte dafür Platz geschaffen werden. Dazu kann eine einfache Holzwerkstoffplatte verwendet werden oder auf den Schreibtisch wird eine Mal-/Schneidunterlage gelegt.
    Eine andere Möglichkeit bietet  der Anstrich einer Regalseitenwand oder Kastentüre  mit Tafelfarbe.
  • Platz zum Spielen:   ideal sind Möbel mit multifunktionalem Charakter – z. B. eine extra Klappmatratze kann zum Sitzen verwendet werden, aber auch zum Bauen einer Höhle.
    Aus ein paar zusätzlichen Utensilien, z.B. 2 Leintüchern, ein paar Wäscheklammern, Pappkarton und etwas Fantasie kann ein Zelt, eine Burg, ein Auto  oder ein Raumschiff werden.    

Kinder sollen die Möglichkeit bekommen,  Bauten für den nächsten Tag stehen zu lassen.
Was für Erwachsene wie das totale Chaos aussieht, ist für Kinder z.B. eine aufgebaute Stadt aus Klötzen mit Flughafen, Straßen und Lastautos.
Sie hätten gerne ein aufgeräumtes Kinderzimmer, Ihr Kind findet das unlogisch, weil es ja am nächsten Tag mit der Stadt weiter spielen möchte.
Wenn dafür  ein spezieller Platz ausgewiesen wird (z.B. eine Ecke des Kinderzimmers oder auch im Wohnzimmer), können dies Kinder in der Regel bestens akzeptieren.
Es sollte aus pädagogischer Sicht aber auch Räume geben, in denen sich das Kind nicht mit seinen Spielsachen ausbreiten darf – je nach Definition der Eltern z.B. ihr Schlafzimmer oder ein Arbeitszimmer.

Das Jugendzimmer

Mit der Pubertät ändern sich Vorlieben und Bedürfnisse von Kindern grundlegend.
Die bunte Spielzimmereinrichtung ist nur noch peinlich – jetzt muss dringend eine neue Einrichtung her!
Das Teeniezimmer ist kein Platz zum Spielen mehr, sondern ein Rückzugsort, an dem auch mal mit Freunden möglichst ungestört „gechillt“ werden kann. Ein Arbeitsplatz mit PC ist jetzt ebenso unverzichtbar wie ein geräumiger Kleiderschrank für die aktuellen Modetrends  oder ein  trendiges Sitz- oder Schlafsofa.
Ganz wesentlich zu beachten ist, dass Kinder in diesem Alter ganz konkrete Vorlieben und Abneigungen haben – Entscheidungen für die neuen Möbel sollten daher immer gemeinsam getroffen werden.
Je älter die Kinder werden, umso wichtiger wird es für sie, sich mit eigenem Geschmack von den Erwachsenen und den jüngeren Geschwistern abzugrenzen.  Geld brauchen Eltern dazu zumeist weniger, als man denkt, Toleranz dafür umso mehr.

Medien im Kinder- und Jugendzimmer

Zu diesem hochaktuellen Thema ist der Standpunkt der Fachleute ziemlich eindeutig:  

CD-Player mit altersgerechten CD´s  sind bereits in Kleinkindzimmern in Ordnung
Computer können im Kinderzimmer stehen, sobald Kinder gut lesen und schreiben können, also mit 8-9 Jahren. Der PC sollte gemeinsam mit den Eltern entdeckt und kindersicher gemacht werden (Lernspiele, die Kreativität, Geschicklichkeit und Konzentration schulen – keine Spiele, die Gewalt verherrlichen und kein Internetzugang vor der Pubertät).
Der PC-Konsum sollte vor der Pubertät durch die Eltern reguliert werden.  
Ein Fernseher gehört nicht ins Kinderzimmer, er sollte  immer der Kontrolle der Eltern unterliegen.
Zum Ende der Pubertät, wenn das Kind zum Jugendlichen wird, kann ein Fernseher im Jugendzimmer stehen, wenn der Jugendliche in der Lage ist, den Aus-Schalter zu drücken und den eigenen Fernsehkonsum selbst zu regulieren.


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