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Grenzen setzen in der Wackelzahnpubertät

von Ilse Maria Lechner

Elternbildung
Elternbildung
Elternbildung

Eltern müssen ziemlich auf Trab sein. Kaum haben sie gemeinsam mit dem Kind die Trotzphase hinter sich gebracht und konnten ein wenig verschnaufen steht schon wieder die Wackelzahnpubertät ins Haus.

Kinder haben es aber auch nicht leicht. Gerade im Vorschulalter machen sie körperlich wie geistig noch einmal einen riesigen Sprung nach vorne. Sie sind ständig am Wachsen, die Proportionen verändern sich, der Körperschwerpunkt verschiebt sich. Das Körpergefühl ist täglich ein anders, wachsen tut manchmal weh. Die Gliedmaßen wachsen so schnell, dass das Kind immer wieder wo anstößt und über die eigenen Füße stolpert.
Dazu kommt noch der Zahnwechsel. Auch der Mundraum spürt sich immer wieder anders an. Laute, die bisher ohne Probleme gesprochen werden konnten, klingen plötzlich ungewohnt, weil eben ein oder mehrere Zähne fehlen. Das eigene Selbstbild gerät ins Wanken.

Geistig merkt das Kind, dass es nicht mehr alles selbst erforschen muss. Es kann auf die Erfahrungen anderer zurückgreifen und von ihnen lernen. Es beginnt sich Vorbilder zu suchen, genau zu beobachten und auch zu hinterfragen.

Genau in diese Zeit fällt meistens der Schulbeginn, die Kinder sollen ruhig sitzen, aufpassen und vernünftig sein. Das bedeutet Stress pur!

Wackeln die Zähne – wackelt die SeeleElternbildung

So heißt ein Buch über diesen Zeitabschnitt der Entwicklung und der Buchtitel könnte treffender nicht sein.

Die Kinder sind zerrissen. Einerseits sind sie im Kindergarten schon gelangweilt und merken selbst, dass sie schon groß sind. Sie wollen auch die Großen sein. Andererseits spüren sie genau, dass sich ihr Alltag verändern wird. Sie können die Veränderung noch nicht einschätzen und das verunsichert.

Und dann kommt da noch die Wut.
Und diese Wut sucht sich ein Ventil. Meistens sind es wieder die Eltern, die als Ziel dieser Wut herhalten.

Tipps für den Umgang mit WutElternbildung

Angriffe und Wutausbrüche nicht persönlich nehmen.

Sie sind vielleicht Ziel der Wut, aber nicht die Ursache. Oft richtet sich diese Wut gegen die Situation, gegen sich selbst oder gegen ein unbestimmtes Gefühl. Sie sucht sich ein Ventil, um sich zu entladen. Kinder lassen ihren Frust meistens dort los, wo sie sich angenommen und geliebt fühlen – in der Familie. Wenn Sie selbst wütend werden, dann können Sie Ihrem Kind nicht helfen, mit seiner Wut umzugehen und aus der Wut herauszufinden oder sie zu kanalisieren.

Nicht in die Wut hineinargumentieren

Wenn die Emotionen Achterbahn fahren, dann sind wir Menschen unzugänglich für Argumente. Genau so geht es jetzt Ihrem Kind. Es will in der Wut die Informationen nicht hören und kann sie auch gar nicht verarbeiten. Warten Sie daher ab, bis Ihr Kind sich beruhigt hat und sprechen Sie dann mit ihm.

Aus dem Machtkampf aussteigen

Machen Sie sich bewusst, dass es Ihr Kind ist, das da gerade kämpft. Sie müssen nicht mitkämpfen und nicht auf die Einladung einsteigen.
Wenn ihr Kind begleitet werden möchte, dann bleiben Sie im Raum. Wenn es allein gelassen werden möchte, um sich zu beruhigen, dann akzeptieren sie das.

Wie können Sie trotzdem Grenzen setzen?Elternbildung

Begegnen Sie Ihrem Kind auf Augenhöhe und nehmen Sie es ernst

Das Selbstbewusstsein Ihres Kindes steht im Moment auf tönernen Füßen. Es ist leicht aus der Balance zu bringen und wenn das passiert, dann bricht gleich die Welt zusammen.

Es reagiert höchst sensibel auf Bevormundung, Respektlosigkeit oder Gesichtsverlust.

Versuchen Sie daher Ihr Kind schon im Vorfeld in Entscheidungen und Abmachungen einzubeziehen. Ihr Kind kann nicht erwarten überall seinen Kopf durchzusetzen, aber es sollte Gehör finden und Sie sollten seine Argumente ernst nehmen. Auch wenn Sie vieles nicht nachvollziehen können, oder schmunzeln müssen.

Hören Sie Ihrem Kind zu

Das ist ein Alter, in dem Kinder oft sehr spannende Gedanken entwickeln und vor großen Fragen stehen. Wenn Sie Ihrem Kind zuhören und sich auf diese Fragen einlassen, dann lernen Sie nicht nur Ihr Kind besser kennen. Sie können sich auch gemeinsam mit Ihrem Kind auf Forschungsreise begeben. Dadurch erkennt Ihr Kind, dass auch Sie nicht alles wissen. Es erfährt aber gleichzeitig, dass das keine Schande ist, und wie es zu den gesuchten Informationen kommt.

Nützen Sie Rituale

Rituale helfen uns Menschen Übergänge zu gestalten. Sie zeigen uns, dass wir von einem Lebensabschnitt in den anderen wechseln. Das kann vor allem, wenn der Wechsel mit Angst oder Respekt verbunden ist, sehr hilfreich sein.

In manchen Kindergärten gibt es das Ritual die Vorschulkinder am letzten Kindergartentag aus dem Fenster des Kindergartens zu schmeißen oder rutschen zu lassen. Selbstverständlich werden sie von draußen aufgefangen. Das ist ein schönes Ritual, das mit einer richtigen Feier verbunden wird. Auf diese Feier freuen sich die Kinder.

Vereinbaren Sie klare Regeln

Vereinbaren Sie klare Regeln, wie z. B. wer für das Mistkübel entleeren zuständig ist, welche Arbeiten vor dem zu Bett gehen noch erledigt werden müssen und Ähnliches.

Diese Handlungsabläufe werden schnell eintrainiert und helfen den Kindern dann in der Schule alles unter Kontrolle zu haben. Sie sind es gewohnt sich einzubringen und auf ihre Sachen zu achten.

Machen Sie Planungen sichtbar

Gerade im Vorschulalter gibt es oft Streit um die täglichen kleineren und größeren Aufgaben. Hier hilft es, die Planung sichtbar zu machen. Ob es sich dabei um eine Liste zum Abhaken, eine Tafel mit Piktogrammen oder ein schön gestaltetes Board, wo alle Aufgaben notiert sind handelt ist einerlei.

Wenn Sie sich für die Möglichkeit eines gemeinsamen Boards entscheiden, dann ist es wichtig, dass alle Familienmitglieder Aufgaben zugeteilt bekommen. So wird das Bedürfnis nach Fairness befriedigt. Gleichzeitig merkt ihr Kind auch, dass sie Aufgaben erfüllen, über die es sich z. B. gar nicht bewusst ist.

Das eigene innere Kind sehen

Zu guter Letzt: Beschäftigen Sie sich mit Ihrer eigenen Wut. Wenn es ihrem Kind gelingt, Sie in den Machkampf hineinzuziehen, dann fragen Sie sich hinterher, was sie so getriggert hat.

Meistens reagiert das eigene innere Kind und spürt die Resonanz. Vielleicht haben Sie sich selbst als Kind auflehnen müssen und durften es nicht. Vielleicht haben Sie sich in Ihrem Schmerz allein gefühlt.

Wenn Sie in Ihre eigenen kindlichen Muster fallen, dann können Sie ihr Kind nicht richtig begleiten.

 


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