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„Packt uns nicht in Watte ein!“: Kinder brauchen Abenteuer.

von Mag.(FH) Martin Heim

„Packt uns nicht in Watte ein!“ Diese Passage aus einem Lied der Kinderfreude trifft den Punkt. Nicht alles kann und darf von Kindern ferngehalten werden. Lernen passiert auch durch Scheitern – Fallen ist wichtig, um wieder aufstehen zu können.

Das ist für Eltern nicht immer einfach. Ich kenne das am Beispiel meiner eigenen Tochter. Natürlich will ich nur das Beste und bin versucht, jeden möglichen Schaden von ihr abzuwenden. Ich muss mir selbst immer wieder bewusst machen, dass sie auch mal fallen muss – im Idealfall, ohne dass sie sich verletzt.

Verantwortung heißt, Gefahren einzuschätzen
Vollkommen verhindern können wir Verletzungen nie. Als Eltern müssen wir deshalb nach bestem Wissen und Gewissen so handeln, dass wir das Risiko minimieren. Wichtig sind dabei die Vorhersehbarkeit von möglichen Gefahren sowie ein adäquater Umgang mit Gefahren. Um eine Situation richtig einschätzen zu können, muss ich mein Kind kennen und ihm vertrauen.

Zwei entscheidende Begriffe sind hier außerdem „subjektives“ und „objektives Risiko“. Oft macht es eine Aktivität erst spannend, wenn sie subjektiv ein Risiko birgt. Wie zum Beispiel beim Klettern, das – wenn alles richtig vorbereitet und begleitet wird – objektiv kaum Gefahren birgt. Einem objektiven Risiko setzt sich aus, wer beispielsweise völlig ungesichert eine Wand hochklettert.

Gemeinsam lernen, gemeinsam wachsen
Kinder brauchen Lernräume, in denen Gefahren für ihre Eltern abschätzbar, aber für sie selbst immer noch Abenteuer möglich sind. Sie brauchen Gelegenheiten, um sich selbst auszutesten und zu lernen, was sie schon können und was ihnen Spaß macht. Idealerweise in der Natur. Eindrücke und Abenteuer entstehen draußen oft von selbst. Sei das ein Bach, der zu überwinden ist oder ein Baum, der beklettert werden will.

Für die Eltern bietet sich in diesem Zusammenhang ebenfalls eine Lernchance: Sie können und dürfen sich an das Aushalten von Gefahren „herantasten“ und sehen, wie viel das eigene Kind schafft, wenn es gelassen wird. Kein Meister ist hier je vom Himmel gefallen, Eltern brauchen hierfür ebenfalls Zeit! Selbst wenn es eine große Überwindung darstellt, das Kind klettern, springen oder allein laufen zu lassen: Die gemeinsame Freude über das Erreichte ist eine wunderbare Belohnung!

Wachstums- statt Komfortzone
In diesem Zusammenhang sehr passend ist das Lernzonenmodell von Werner Michl. Darin wird der Prozess des Lernens durch den Wechsel unterschiedlicher Zonen verdeutlicht. Die innere, sogenannte „Komfortzone“ ist gekennzeichnet vom Alltäglichem, das ohne Herausforderungen abläuft: „Sicherheit, Geborgenheit, Ordnung, Bequemlichkeit, Entspannung, Genuss“ (Michl 2009). Eine „mittlere“ Lernzone, die auch „Wachstumszone“ (Michl) genannt wird, birgt besondere Herausforderungen, anhand derer das Bestehende erweitert, in Frage gestellt oder modifiziert werden kann. Hier findet Lernen statt, wenn die Lernenden entsprechend begleitet und unterstützt werden. Motivation und angemessene Aufgabenstellungen wirken dabei förderlich: „Abenteuer, Unbekanntes, Unsicherheit, Problem, Herausforderung, Unerwartetes, Risiko, Unplanbares“ (Michl). In der äußeren, sogenannten „Panikzone“ setzt eine Blockade ein: „Notfall, Verletzung, objektive Gefahr, Unfall“ (Michl). Hier herrschen Verunsicherungen und Panik. Im Idealfall bewegt man sich in der Lernzone und kommt nicht in die Panikzone.

Abenteuer können Arbeit sein
Kindern Abenteuer zu ermöglichen, heißt also nicht, sie einfach unbeaufsichtigt laufen zu lassen. Im Gegenteil, es ist viel Aufmerksamkeit (Und das ist nicht das Gleiche wie Kontrolle!) von den Eltern nötig. Man muss außerdem ganz schön viel aushalten – das ist oft sehr anstrengend. Belohnt wird das aber mit Kindern, die Freude an Aktivität und Bewegung haben, sowie selbstbewusst an neue Herausforderungen herangehen.


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