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Richtig essen von Anfang an? Ernährung zwischen Lifestyle und Risikofaktor

von Univ.-Doz.in Mag.a Dr.in Ingrid Kiefer

Für Kinder ist eine ausgewogene Ernährung die Grundlage für Wachstum, Entwicklung, Gesundheit, körperliche und geistige Leistungsfähigkeit. Die Weichen für Nahrungsmittelpräferenzen und Ernährungsgewohnheiten werden schon sehr früh gestellt. Schon während der Schwangerschaft und Stillzeit kann die Ernährung der Mutter die Vorlieben für bestimmte Geschmacksrichtungen sowie die Akzeptanz von Nahrungsmitteln bei Kindern prägen (pränatale und postnatale Prägung). Durch jahrelange soziokulturelle Lernprozesse (beispielsweise durch Kultur, Tradition, Verfügbarkeit von Speisen, Gewohnheiten der Eltern und anderer Vorbilder, gesellschaftliches Umfeld und Erziehung) werden die Ernährungsgewohnheiten der Kinder weiter und gefestigt. Die richtige Ernährung von Anfang an liefert somit einen wesentlichen Beitrag zum Essverhalten an sich aber auch zur Prävention ernährungsassoziierter Krankheiten wie Übergewicht, Herz-Kreislauferkrankungen und einigen Krebserkrankungen.

Was ist gesunde Ernährung für Kinder?

Aufgrund ihres Wachstums, aber auch durch die Entwicklung von Körperfunktionen und -fähigkeiten haben sie ganz spezielle Ernährungsbedürfnisse. Kinder sind keine kleinen Erwachsenen!

Wissenschaftliche Untersuchungen und Bewertungen bilden die Basis für evidenzbasierte Empfehlungen. Diese berücksichtigen den Bedarf einzelner Mikro- und Makronährstoffe und enthalten zusätzlich Sicherheitszuschläge um eine ausreichende Versorgung zu gewährleisten. Von diesen werden dann zwecks anschaulicher Vermittlung und leichterer Umsetzbarkeit lebensmittelbasierte Empfehlungen (z.B. Ernährungspyramide) ermittelt.

Grundlage einer ausgewogenen Ernährung bilden pflanzliche Lebensmittel wie Gemüse, Getreide und Obst. Gefolgt von eiweißreichen Lebensmittel wie Fisch, Milch- und Milchprodukten, Fleisch und Hülsenfrüchten. Sogenanntes HFSS-Food (= Foods high in fat, salt and sugar) wird nicht verboten, sondern in kleinen Mengen toleriert. Verbote erhöhen bereits ab dem Kleinkindalter das Verlangen, aber auch den Konsum. Darum bedarf es Kindern den richtigen Umgang mit Lebensmittel zu lernen, ohne diese als Belohnung usw. einzusetzen.

  • Basis der gesunden Ernährung sind die Österreichischen Ernährungspyramiden
  • Verbotene Lebensmittel und Getränke sind für Kinder besonders attraktiv
  • Wichtig ist der richtige Umgang auch mit ernährungsphysiologisch ungünstigen Lebensmitteln

Ist gesunde Ernährung überhaupt leistbar?

Untersuchungen haben gezeigt, dass gesund essen primär keine Frage des Preises ist. Durchschnittlich werden in Österreich € 314,- für Ernährung pro Haushalt und Monat ausgegeben (= 14,2 % aller Haushaltsausgaben), davon € 71,4 für Fleisch und Fleischwaren, € 62,8 für Brot und Getreideprodukte, € 48,5 für Milch- und Milchprodukte, je rund € 30,- für Obst und Gemüse, € 25,- für Süßwaren und € 11,- für Limonaden (Statistik Austria 2017, Konsumerhebung 2014/15). Wer weniger Fleisch und Wurstwaren, aber auch Süßigkeiten und Limonaden konsumiert spart dadurch schon einen beträchtlichen Teil der Haushaltsausgaben ein, genauso wie beim Griff zu saisonalem Obst und Gemüse. In Deutschland konnte nachgewiesen werden, dass eine Lebensmittelauswahl entsprechend präventiven Empfehlungen sogar um 12,3 % günstiger ist als die übliche Ernährung, obwohl für Vollkornprodukte und pflanzliche Produkte insgesamt mehr bezahlt wird. Gesunde Ernährung erfordert keine teuren Lebensmittel.

  • Bewusstes Einkaufen und gute Planung helfen die Lebensmittelkosten niedriger zu halten
  • Grundnahrungsmittel wie Getreide, Kartoffeln, Gemüse, Hülsenfrüchte und Obst sind die Basis für gesundes, leistbares Kochen.

Ernährung: adipogene Lebensbedingungen

Durch das Überangebot an energiedichten und fettreichen Lebensmitteln, sowie Snacks, zuckerhaltigen Getränken, „Fast-Food“, aber auch durch die suboptimale Verfügbarkeit von „gesundem Essen“ und unzureichenden Wissen darüber kommt es zur überhöhten Energieaufnahme. Dies erhöht das Risiko für eine Gewichtszunahme, die dann wiederum die Grundlage für zahlreiche Begleit- und Folgeerkrankungen darstellt. Hier bedarf es vor allem der Schaffung von gesünderen Verhältnissen (Verfügbarkeit von Obst und Gemüse, Vollkornprodukten), damit beim Essen und Trinken die gesündere Wahl die leichter wird. Auch in Schulen sollte deshalb immer gesundes Essen angeboten werden. Die SchülerInnen sollten zumindest die Wahl haben. Je attraktiver gesunde Snacks angeboten werden, desto größer ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass diese gegessen werden.

Gemeinsame, familiäre Mahlzeiten sind für Kinder sehr wichtig, da diese die Qualität der Nahrungsaufnahme positiv beeinflussen können. Voraussetzung ist, dass es zu Hause entsprechend „gesundes Essen“, mit möglichst vielen frischen Zutaten, gibt. Gemeinsames Kochen sollte auch nicht als Zeiträuber gesehen werden, sondern als sinnvolle gemeinsame Beschäftigung.

  • Suboptimales Lebensmittelangebot erhöht die Energiezufuhr
  • Gemeinsame, familiäre Mahlzeiten könnten die Nahrungsaufnahme positiv beeinflussen
  • Kochen stärkt bei Kindern die Ernährungskompetenz

Gesunde Ernährung: Mythen und Fakten

Gerade im Bereich Ernährung gibt es unzählige Mythen und Irrtümer, aber auch Empfehlungen und Diäten. Viele von ihnen sind klassische „Ernährungsmärchen“, die einfach nicht stimmen, völlig sinnlos sind oder auch bei langfristiger Einhaltung die Gesundheit schädigen. Zu den klassischen Ernährungsmärchen zählen beispielsweise das „Spinatmärchen“ oder die Geschichte, dass Milch bei Kindern Allergien auslöst. Kritische Ernährungsformen für Kleinkinder und Kinder sind auf alle Fälle alle Ernährungsformen, die einzelne oder mehrere Lebensmittelgruppen strikt ablehnen wie beispielsweise der Veganismus. Hier bedarf es professioneller Aufklärung und spezieller Empfehlungen um langfristige Gesundheitsschäden zu verhindern. Nahrungsmittelintoleranzen und Allergien bedürfen einer professionellen Diagnostik und Therapie um mögliche Gesundheitsschäden und Ernährungsdefizite zu verhindern.

  • Einheitliche, qualitätsgesicherte Informationen helfen Wissensdefizite auszugleichen
  • Statt Stigmatisierung Aufklärung, praxisnahe Tipps und Alternativvorschläge bei allen modernen Ernährungstrends
  • Genaue Diagnostik und professionelle Ernährungstherapie bei Intoleranzen und Nahrungsmittelallergien

Fazit

Gesunde Ernährung hat ein großes präventives Potential. Um dieses voll auszuschöpfen bedarf es der richtigen Ernährung von Anfang an, ohne Gebote und Verbote. Wesentlich sind auch die Orientierung am gesellschaftlichen Umfeld und die Berücksichtigung von individuellen Vorlieben und Werten.

 

Literatur:

Kiefer I. Ekmekcioglu C.: Fitness geht durch den Magen. Wie Ernährung unsere geistige und körperliche Leistungsfähigkeit beeinflusst. Baumüller Verlag 2014

Kiefer I. Zwiauer K.: Was Kinder wirklich brauchen. Das Ernährungsbuch für Eltern. KneippVerlag 2011

Mertens E, Hoffmann I, Schneider K, Chaupein E, Spiller A.: Lebensmittelkosten bei verschiedenen Ernährungsweisen. Ernährungs Umschau 3: 139-147 (2008).

Österreichische Ernährungspyramide: http://www.bmgf.gv.at/home/Ernaehrungspyramide und http://www.bmgf.gv.at/home/Gesundheit/Ernaehrung/Ernaehrungspyramide_illustriert_fuer_Kinder

Reinehr Th, Kersting M, van Teeffelsen-Heithoff A, Widhalm K.: Pädiatrische Ernährungsmedizin. Grundlagen und praktische Anwendungen. Schattauer Verlag 2012

REVAN (Richtig essen von Anfang an): http://www.richtigessenvonanfangan.at

Statistik Austria: Konsumerhebung 2015/2015,: https://www.statistik.at/web_de/frageboegen/private_haushalte/konsumerhebung/index.html

Unser Schulbuffet: www.unserschulbuffet.at und http://www.bmgf.gv.at/home/Schwerpunkte/Ernaehrung/Unser_Schulbuffet

Woodruff SJ, Hanning RM: A review of family meal influence on adolescents`s dietary intake. Can J Diet Pract Res 2008;69(1):14-22


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