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Wie entstehen Regenbogenfamilien?

von Barbara Schlachter

Elternbildung
Elternbildung
Elternbildung

Der 1. Jänner 2019 ist für viele Menschen in Österreich ein historischer Tag. Denn ab diesem Tag können auch gleichgeschlechtliche Paare zivilrechtlich heiraten. Was das Verfassungsgericht durch sein Urteil ermöglicht hat, ist der letzte Schritt in einer Reihe von Gerichtsurteilen in den vergangenen Jahren, die die rechtliche Situation von homosexuellen Menschen in Österreich sukzessive verbessert haben. Vor allem familienrechtlich hat sich in den letzten Jahren so viel bewegt, dass immer mehr gleichgeschlechtliche Paare beschließen eine Familie zu gründen und gemeinsam Kinder großziehen.

Definition
Familien in denen Kindern von einem gleichgeschlechtlichen Elternpaar großgezogen werden, nennt man Regenbogenfamilien. Regenbogenfamilien sind aber viel mehr als das häufig von den Medien transportierte Bild von „Mama, Mami & Kind“ und „Papa, Papi & Kind“. Als Regenbogenfamilien definiert man alle Familien, in denen sich mindestens ein Elternteil als schwul, lesbisch, bisexuell oder transgender definiert. So ist z.B. auch eine lesbische Alleinerzieherin und ihr Kind eine Regenbogenfamilie sowie eine Familie, in der sich Vater oder Mutter als transgender outen.

Familienkonstellationen
Regenbogenfamilien gibt es in den unterschiedlichsten Konstellationen. Von Eineltern -, über die klassischen Zweieltern – bis hin zu Mehrelternfamilien, wenn Elternpaare sich trennen und neue Beziehungen eingehen (Patchwork) oder wenn Lesben und Schwule gemeinsam eine Familie gründen (Queer families). Nicht zuletzt aufgrund dieser Vielfalt werden Regenbogenfamilien gerne als „moderne Familienform“ bezeichnet und erst in den letzten 10 Jahren zunehmend thematisiert. Aber Regenbogenfamilien hat es auch früher schon gegeben, denn immer schon haben auch Schwule und Lesben Kinder gezeugt und/oder großgezogen. Neu ist aber, dass es vor allem aufgrund der in immer zahlreicheren Ländern rechtlichen Gleichstellung immer mehr werden, dass die Familien einen Namen bekommen haben und sichtbar sind.

 

Wege zum Kind

Kinder aus früheren heterosexuellen Beziehungen
Ein großer Teil von Kindern in Regenbogenfamilien werden auf konventionelle Art gezeugt, wenn ihre Eltern vor einem Coming-out der Mutter oder des Vaters heterosexuelle Beziehungen hatten. Sollten die Eltern sich daraufhin trennen und der Vater oder die Mutter zukünftig gleichgeschlechtlich orientiert leben und lieben, werden Kinder so Teil einer Regenbogen-Patchworkfamilie.
Ebenso können Kinder oftmals konventionell gezeugt werden, wenn ein Elternteil sich als transident definiert.

Pflegschaft
Viele gleichgeschlechtliche Paare erfüllen sich ihren Wunsch nach einem Leben mit Kind/ern, indem sie Pflegeeltern werden und schenken so Kindern, die nicht bei ihren leiblichen Eltern bleiben können ein liebevolles Zuhause.
In Wien können gleichgeschlechtliche Paare bereits seit 1996 Pflegekinder aufnehmen, weshalb es in der Bundeshauptstadt besonders viele Pflege-Regenbogenfamilien gibt.
Hier findet man sehr oft schwule Pflegeväter, da es für homosexuelle Männer aufgrund der biologischen Gegebenheiten sehr viel schwerer ist eine Familie mit leiblichen Kindern zu gründen.

Adoption
Rechtlich ist die gemeinsame Adoption eines fremden Kindes gleichgeschlechtlichen Paaren seit 2016 gestattet. Allerdings werden in Österreich sehr wenige Kinder zur Adoption freigegeben und es kommt dadurch zu sehr langen Wartezeiten.
Im Ausland gibt es sehr viel mehr Kinder für die Adoptiveltern gesucht werden. Gemeinsam können homosexuelle Paare aber nur in jenen Ländern ein Kind adoptieren, in denen die Adoption gleichgeschlechtlichen Paaren offensteht. Das sind aktuell vor allem Südafrika und die USA.

Künstliche Befruchtung
Bis dato ist es nur Paaren erlaubt, sich mittels Samenspende in einer Kinderwunschklinik ihren Kinderwunsch zu erfüllen.

Seit 2015 ist es in Österreich auch möglich, dass zwei Frauen mit Hilfe einer Samenspende gemeinsam Eltern werden. Die ständig steigende Zahl an Kindern, die in bereits bestehende gleichgeschlechtliche Beziehungen hineingeboren werden, haben viele österreichische Kinderwunschkliniken dazu veranlasst, sich mit ihrem Angebot ganz gezielt an lesbische Paare zu wenden. Mit Hilfe von Samenspenden aus der hauseigenen Samenbank oder aus Samenbanken mit denen die jeweilige Klinik zusammenarbeitet, kann eine Schwangerschaft herbeigeführt werden. Beide Frauen, nicht nur die leibliche Mutter, sondern auch deren Partnerin werden auf diesem Weg rechtlich anerkannte Elternteile ihres Kindes.

Als es diese Möglichkeit in Österreich noch nicht gab, fuhren viele lesbische Paare ins Ausland, denn vor 2015 war es in vielen anderen Ländern bereits realisierbar sich in einer Kinderwunschklinik behandeln zu lassen. Eine weitere beliebte Option war auch die Heiminsemination mit einer Samenspende. Allerdings gab es für diese Familien lange Zeit keine Option die zweite Mutter auch rechtlich als Mutter abzusichern. Erst 2013 wurde aufgrund eines Gerichtsurteils die sogenannte Stiefkindadoption für gleichgeschlechtliche Paare möglich. Damit konnte ein Kind nun ganz offiziell zwei Mamas oder zwei Papas haben.

Die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare Anfang des Jahres ist ein wichtiger Schritt zur Gleichbehandlung von homosexuellen Menschen. Sie wird ein weiteres Stück dazu beitragen, dass Regenbogenfamilien als vollwertige Familien wahrgenommen werden und Schwule und Lesben ihre Kinder in einer diskriminierungsfreien Gesellschaft großziehen können.


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