Zum Inhalt Zum Menü
Farbiger Bogen Farbiger Bogen Ei Schwerpunktthemen Zahnrad Lupe Share on Twitter Twitter Logo Share on Facebook Facebook Logo Share via E-Mail E-Mail Pfeil lang Pfeil nach unten Pfeil nach links Pfeil nach rechts Karte mit Marker Newsletter Links Bestellservice Literaturtipps Studien Elternbildung Login/Logout Hand Schließen Marker mit Hand YouTube Ei-Rahmen für Bilder info forum head helpdesk home info list logout message student task upload add burger burger_close courses delete download edit check link media preview preferences-elearning image share play-store-icon app-store-icon

Wie man Kindern aus der Angst helfen kann

von Barbara Dolak

Die meisten kindlichen Ängste sind Zeichen für eine gesunde Entwicklung. Jeder Entwicklungsschritt im Leben eines Menschen lässt ihn ein Stück reifen, wappnet ihn gegen die Herausforderungen in der Welt und bedeutet ein Stück mehr Selbständigkeit und Autonomie. Kinder „erobern“ so die Welt. Gleichzeitig macht das Kennenlernen neuer Perspektiven und Situationen oft Angst. Und wir Eltern stehen manchmal hilflos daneben. Eben war mein Kind noch so mutig, jetzt hat es Angst vor Gewittern, Monstern oder der Dunkelheit.

Wer selbst schon einmal gehört hat: „Du brauchst keine Angst zu haben.“, weiß, wie wenig hilfreich das ist. Welche Bewältigungsstrategien helfen aber wirklich?

Um zunächst einmal zu verstehen, woher die Angst kommt, kann man sich als Mutter oder Vater folgende Fragen stellen:

  • Befindet sich mein Kind gerade in einer Entwicklungsphase, mit der die Angst im Zusammenhang steht? (z.B. „Fremdeln“ – Achtmonatsangst)
  • Sind es wirklich die Ängste meines Kindes oder übertrage ich als Erwachsener möglicherweise meine eigenen Ängste auf das Kind? (z.B. Spinnenphobie)
  • Wird die Angst meines Kindes durch meinen Erziehungsstil ausgelöst? Und wenn das zutrifft, wie kann ich an mir und meinem Verhalten arbeiten? (z.B. „Wenn du nicht brav bist, kommt der Krampus.“)
  • Fühlt sich mein Kind überfordert? (z.B. Versagensangst durch zu stark verplante Freizeit)
  • Hat sich etwas an den Lebensumständen verändert (z.B. Kindergarteneintritt, Trennung, Umzug, Geschwisterkind, Todesfall, …)?
  • Sind die Medien , die ich meinem Kind zumute, geeignet für seine Entwicklungsstufe?  (z. B. Dauer und Wahl von Fernsehsendungen, Computerspielen, …)

„Angst klopfte an die Tür, Vertrauen öffnete und niemand stand draußen.“
(chinesisches Sprichwort)

Ist es wirklich so einfach? Darauf zu vertrauen, dass in jeder kindlichen Angst eine Entwicklungschance steckt, mag prinzipiell helfen. Eltern können ihre Kinder jedenfalls mit einigen Grundhaltungen unterstützen:

  • Liebevolles Verständnis: Das Kind hat ein Recht auf seine Angst und auf das Verständnis seiner Eltern.
  • Empathie: Sich in die Lage und Gefühlswelt seines Kindes zu vesetzen ist immer hilfreich.
  • Aufmerksames Zuhören: Vielleicht verstecken sich interessante Details zwischen den Zeilen.
  • Fragen stellen: „Machst du dir Sorgen?“ Manchmal fällt es Kindern (auch altersabhängig)schwer, ihre Ängste einzuordnen und zu benennen. Fragen können dabei helfen.
  • Lösungen keimen lassen: Kinderängste durchlaufen einen Prozess. Die Bewältigung muss reifen dürfen.
  • Wertschätzung: Eltern lieben ihre Kinder auch in schwierigen Situationen. Lassen Sie Ihr Kind das wissen!
  • Ernst nehmen: Ängste sind keine Kleinigkeit und fühlen sich für Kinder ebenso bedrohlich an, wie für Erwachsene.
  • Vertrauen und Sicherheit ausstrahlen: „Ich weiß vielleicht noch nicht wie, aber ich bin sicher, wir schaffen das!“
  • Tabu: Lächerlich-machen oder gar Strafandrohungen steigern die Angst. Die Ängste des Kindes sind ernstzunehmen, sie zu dramatisieren oder herunterzuspielen ist nicht zielführend.

Dem Kind Methoden aus der Angst anbieten

Um Kinderängste zu bewältigen, können Eltern ihre Hilfe anbieten. Tatsächlich führt der Weg des Kindes aus der Angst aber nur heraus, wenn es ihn selbst gehen darf. Bieten Sie Ihrem Kind eine oder mehrere Möglichkeiten der folgenden Methoden an (je nach Alter und Persönlichkeit), aber vertrauen Sie darauf, dass es dieses Werkzeug dann selbst verwendet! Bsp.: Der siebenjährige Tobias hat Schwierigkeiten in der Schule und Angst davor, nach dem Wochenende wieder dorthin zu gehen. Er jammert über Bauchweh, obwohl er organisch gesund ist. Seine Mutter schlägt ihm vor, einen Zauberspray zu brauen, der ihn in der Schule schützen soll. Tobias zögert erst, ist aber dann mit Eifer dabei. Er wählt alle Zutaten selbst (Pusteblumen-Samen als Symbol für gute Ideen; ein paar Tropfen Mama-Parfum zum Geborgen-Fühlen, ein paar Tropfen Papa-Rasierwasser zum Stark-Fühlen, usw.) Seine Mutter hilft ihm, das Gebräu zu verarbeiten und in ein kleines Fläschchen zu füllen. Morgens vor der Schule träufelt Tobias ein wenig davon „auf eine geheime Stelle“ und macht sich mutig auf den Weg. 

  1. Märchen und Geschichten:
    Märchen fassen Kinderängste in Worte, Kinder identifizieren sich gern mit den mutigen, starken oder schlauen Helden, können aber auch in die Rolle des Bösewichts schlüpfen und sich so dessen mächtige Anteile aneignen.
  2. Kinderängste malen oder basteln:
    Ängste kreativ auszudrücken hilft besonders, wenn Worte fehlen oder nicht ausreichen. Ein Bild dessen vor sich zu haben, wogegen man kämpfen muss, macht die Herausforderung weniger furchteinflößend. Ein Kind, das sich selbst mit z.B. Ritterrüstung gezeichnet hat, bekommt ein konkretes Bild in seinem Kopf von sich als Sieger über die Angst.
  3. Rollenspiele gegen Kinderängste:
    Nutzen Sie die heilenden Kräfte des Spiels (z. B. mit dem Doktorkoffer auf einen Krankenhausaufenthalt vorbereiten). Vielleicht liebt Ihr Kind auch Kasperlfiguren, Stofftiere oder Puppen. Ermutigen Sie es auch hier, durchaus in die Rolle des Bösewichtes oder Gespenstes zu schlüpfen, wenn es mag. Dadurch kann es sich die bedrohlichen Teile aneignen und Herr darüber werden.
  4. Rituale geben Sicherheit:
    Wenn angsterregende Situationen mit immer wiederkehrenden, schönen Traditionen verknüpft werden, kann aus einem bedrohlichen Gewitter ein wunderschönes Kuschelritual werden. Rituale geben Ihrem Kind Sicherheit und schaffen Vertrauen.
  5. Entspannung hilft:
    Angst führt zu Verkrampfung und Verspannung. Fantasiereisen oder Yoga können Ihrem Kind helfen, sich zu entspannen und ruhig zu werden.
  6. Leerstellen schaffen:
    Verplanen Sie den Tagesablauf Ihres Kindes nicht zu sehr, sondern gönnen Sie ihm Zeit für „unverplante“ Beschäftigung und Tagträume. Herausforderungen in der Entwicklung brauchen Platz, um verarbeitet zu werden.
  7. Sport und Bewegung:   Sport stärkt das Selbstbewusstsein und macht Ihr Kind dadurch stark. Gerade ängstliche Kinder haben manchmal ein mangelndes Körpergefühl, das sich durch Sport und viel Bewegung deutlich verbessern lässt. Wichtig ist dabei, dass Ihr Kind Spaß daran hat.

 Ich packe meinen Koffer…
 …und rüste mich gegen Ängste. Wenn es Ihnen und Ihrem Kind Freude macht, können Sie miteinander einen Angstkoffer packen, der jederzeit zur Verfügung steht, wenn man ihn braucht.  Darin kann alles sein, was Ihrem Kind hilft, z.B.:  Traumfänger,  Sorgenfresserchen, Antimonsterspray, Zauberspray, Nachtlicht, Lieblingsbuch,Schutzamulett,  Yogabuch, Fantasiereisen,  Kräutertee, Hand-Staubsauger (zum Monster-unterm-Bett-entfernen), Superman-Pyjama,  Geister verboten –Schild, Notfalls-Mut-Pillen (verzauberte Zuckerl), usw. Je kreativer Ihr Kind sein „Werkzeug“ wählt, desto besser.

 5 Schritte der Angstbewältigung:

 

Schritt 1: Angstmonster bitte nicht füttern!

Das Angstmonster wächst, indem man  der Angst aus dem Weg geht / das Kind bedrängt, Ängste zu ignorieren / beängstigende Situation permanent vermeidet / Angst lächerlich macht.

Schritt 2: Das Angstmonster kennenlernen !

Mit Ängsten ist leichter umzugehen, wenn man sie zum Ausdruck bringt. Kinder können ihre Angst erzählen / einen Namen finden / sie aufmalen / basteln / den Ort der Gefahr herzeigen.

Schritt 3: Das Angstmonster bezwingen!

Wenn Angst angenommen wird und die Gefühle klar benannt / dargestellt werden können, findet Bewußtmachung im Gehirn statt. Erst dann wird die Tätigkeit des Gehirnbereiches, der für die Symptome der Angst verantwortlich ist (Amygdala) gehemmt.

Schritt 4: Das Angstmonst er trainieren!

Wer sich für den Notfall wappnet und sich vorbereitet auf alle Eventualitäten, ist weniger machtlos und ausgeliefert, wenn die Angst anrollt.

Schritt 5: Angstmonster streicheln

Wer sich seinen Ängsten stellt, kann an der Aufgabe wachsen und Mut verdient Lob. So kann sich ein Kind darüber klar werden, was es schon erreicht hat.


Kommentare

Derzeit gibt es noch keine Kommentare zu dieser Stimme


Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Diese Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu gewährleisten. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Ich stimme zu