Zum Inhalt Zum Menü
Farbiger Bogen Farbiger Bogen Ei Schwerpunktthemen Zahnrad Lupe Share on Twitter Twitter Logo Share on Facebook Facebook Logo Share via E-Mail E-Mail Pfeil lang Pfeil nach unten Pfeil nach links Pfeil nach rechts Karte mit Marker Newsletter Links Bestellservice Literaturtipps Studien Elternbildung Login/Logout Hand Schließen Marker mit Hand YouTube Ei-Rahmen für Bilder info forum head helpdesk home info list logout message student task upload add burger burger_close courses delete download edit check link media preview preferences-elearning image share play-store-icon app-store-icon
Zum Inhalt Zum Menü

Wie uns Resilienz hilft, gut durch Krisenzeiten zu kommen

von Mag.a Corinna Harles

Elternbildung
Elternbildung
Elternbildung

2020 war für uns alle kein einfaches Jahr. Mit der Corona-Pandemie befinden wir uns seit vielen Monaten im Dauer-Ausnahmezustand. Letztes Monat hat dazu noch ein Terroranschlag unser Land erschüttert. Und auch abgesehen davon gilt leider: Tagtäglich erfahren wir in den Nachrichten von schlimmen Dingen, die auf der Welt passieren. Eltern machen sich verständlicherweise Sorgen um ihre Kinder. Was macht das mit Kindern, wenn sie unter solchen Bedingungen aufwachsen? Wie können sie schwere Zeiten gut überstehen?

Eine Vorhersage, wie Kinder auf Krisen reagieren, ist nicht möglich. Aber: Viele wissenschaftliche Untersuchungen haben sich damit beschäftigt, warum manche Kinder, die schwierige Situationen wie Armut, Scheidung, Verlust des Arbeitsplatzes, psychische Krankheiten und Drogenmissbrauch erleben, trotzdem gut im Leben zurechtkommen. Diese Widerstandskraft wird als Resilienz bezeichnet. Und: Man konnte vier wichtige Aspekte herausfinden, die beeinflussen, wie gut ein Kind schwierige Lebenssituationen ohne anhaltende Beeinträchtigungen überstehen kann.

Persönlichkeit und Resilienz hängen zusammenElternbildung

Die biologisch verankerten Temperaments- und Persönlichkeitsmerkmale eines Kindes können dafür sorgen, dass Kinder viele positive Erfahrungen machen und in manche schwierigen Situationen gar nicht erst hineingeraten. Das Temperament des Kindes macht hier besonders viel aus: Kinder mit einer unbeschwerten, geselligen Veranlagung passen sich leichter an Veränderungen an und andere Menschen reagieren positiver auf sie. Auch intellektuelle Fähigkeiten sind ein Schutzfaktor. Sie vergrößern die Chancen, dass ein Kind in der Schule positive Erfahrungen erlebt, die Stress zu Hause in den Hintergrund rücken lassen.

Eltern-Kind-Beziehung und Resilienz hängen zusammenElternbildung

Ein weiter Schutzfaktor ist eine enge Beziehung zu mindestens einem Elternteil, der dem Kind positive emotionale Zuwendung entgegenbringt und hilft Ordnung und Orientierung in das Leben des Kindes zu bringen. Er ist nicht unabhängig vom ersten Faktor. Pflegeleichte Kinder erleben eher positive Beziehungen zu Eltern und anderen Menschen und können dadurch eher Eigenschaften entwickeln, die für andere Menschen anziehend sind.

Soziale Beziehungen und Resilienz hängen zusammenElternbildung

Auch ein lieber Mensch außerhalb der Kernfamilie, zu dem sich eine stabile, unterstützende enge Bindung entwickelt, kann zur Resilienz beitragen. Das kann beispielsweise ein enger Freund sein, die Oma, der Opa oder der/die Lehrer*in. Das Kind erlernt durch die Vorbildfunktion effektive Bewältigungsstrategien.

Soziale Umwelt und Resilienz hängen zusammenElternbildung

Ältere Kinder und Jugendliche überstehen Härten im Leben tendenziell stabiler, wenn sie sich am Gemeinschaftsleben beteiligen können sowie eine Aufgabe im Leben haben. Wichtige soziale Kompetenzen wie Kooperation, Führungskompetenz und das Achten auf das Wohlergehen anderer werden gut in Jugendgruppen, Arbeitsgemeinschaften oder bei freiwilligen Aktivitäten vermittelt. Das Kind gewinnt auf diesem Weg Selbstvertrauen, Selbstwertgefühl und Verantwortungsgefühl für den Nächsten.

Was können Sie sich davon zur Krisenbewältigung mitnehmen?Elternbildung

Das wichtigste ist: Eine stabile, unterstützende Beziehung zu Ihrem Kind bietet den größten Schutz, um durch Krisen möglichst gut hindurch zu kommen. Versuchen Sie achtsam, ehrlich und altersgerecht mit Ihren Kindern über die Belastungen die durch die Krise entstehen zu sprechen. Wenn Kinder nur diffus spüren, dass etwas nicht stimmt, führt das oft zu Ängsten und Unsicherheiten. In kritischen Zeiten ist aber das Gefühl von Sicherheit beziehungsweise Sicherheit zu vermitteln ungemein wichtig! Das heißt: Als Elternteil sollten Sie Ihr Kind spüren lassen: „Du bist hier sicher. Ich bin bei dir, ich helfe dir in dieser schwierigen Zeit.“ Das gibt Ihrem Kind Halt. Natürlich ist das gar nicht so einfach in Situationen, die auch wir Erwachsene bedrohlich erleben. Aber es gibt Dinge, die man beachten kann:

  • Sicherheit heißt, dem Kind nur jene Informationen weiter zu geben, die ich mit Sicherheit weiß. Ich kommuniziere keine Unklarheiten, ich stelle keine Mutmaßungen an und beteilige mich nicht an Spekulationen.
  • Sicherheit wird vermittelt indem ich kindgerechte und altersadäquate Erklärungen gebe, also so, dass es mein Kind versteht. Ein 12-jähriges Kind wird mehr wissen wollen, einem Kind im Kindergartenalter reicht vielleicht eine kurze Auskunft.
  • Sicherheit heißt, Ansprechpartner*in für die Kinder zu sein. Fragen Sie Ihr Kind, wie es ihm geht und geben Sie Ihm die Möglichkeit, auch selbst mit Fragen zu kommen.
  • Sicherheit zu geben bedeutet, ich mache deutlich, dass sich zwar manches durch die Krise verändert hat. Das meiste jedoch immer noch wie vorher ist. Das Leben geht in vieler Hinsicht weiter wie bisher. Kinder erleben Sicherheit, wenn der Alltag und bekannte Routinen so gut wie möglich erhalten bleiben. Auch wenn wir im Lockdown zuhause bleiben müssen, kann man die Morgenroutine weiterführen und zur selben Zeit wie sonst die Schulbank (zuhause) drücken.
  • Sicherheit erfährt ein Kind, wenn das Leben weiter gelebt und der Krise wenig Raum geben wird. Auch wenn ein Terroranschlag unsere Welt erschüttert, ist es hilfreich, bald den gewohnten Alltag fortzusetzen – mit Arbeit, Schule oder Kindergartenbesuch.

Prinzipiell wissen wir nicht genau, wie es weitergeht. Daher können wir nur einen Schritt nach dem anderen machen und versuchen, die aufkommenden Themen eines nach dem anderen anzugehen und dann zu überlegen, wie wir damit gut umgehen können. Schwierige Situationen gehören zum Leben dazu. Auch wenn man es noch so gerne möchte, kann man seine Kinder nicht vor allem beschützen. Man kann Ihnen jedoch beistehen und helfen, dass sie die Herausforderungen gut meistern und sich gemeinsam dafür entscheiden, Vertrauen zu haben.

Und natürlich gilt bei schwierigen Situationen: Ich muss auf mich selbst achten, damit ich andere gut unterstützen kann. Wenn Sie selbst nicht weiterwissen, dann handeln Sie verantwortungsvoll, wenn Sie sich Unterstützung holen. Rat auf Draht ist eine solche Stelle, die Ihnen gerne weiterhilft: Mit der Rat auf Draht Elternseite gibt es ein eigenes Angebot, das für Eltern und Bezugspersonen da ist.

 


KommentareElternbildung

Derzeit gibt es noch keine Kommentare zu dieser Stimme


Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Name

*

Email
Kommentar