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Schuleintritt und Schulfähigkeit

von MMag. DDr. Andrea Richter

In Österreich müssen alle Kinder, die bis zum 1. September sechs Jahre alt wurden, die Schule besuchen – es beginnt die Schulpflicht. Das bedeutet Ihr Kind verlässt die gewohnte Umgebung des Kindergartens und betritt die neue Welt der Schule, die für die nächsten Jahre ein wichtiger Begleiter nicht nur für ihr Kind sondern für die ganze Familie darstellen wird.
Gerade die ersten Schuljahre stellen eine wesentliche Basis für den weiteren Lernweg dar. In dieser Zeit werden nicht nur die Kulturtechniken Schreiben, Lesen und Rechnen erworben, sondern auch entscheidende Grundlagen für die Entwicklung von Selbstvertrauen, Selbständigkeit und Leistungsmotivation werden jetzt gelegt. 
Natürlich möchten alle Eltern, dass dieser Einstieg bestmöglich gelingt. Oft fiebern die Erwachsenen dem ersten Schultag mit größerer Nervosität entgegen als dies ihre Kinder tun.
Welche Voraussetzungen sollten denn erfüllt sein, um einen positiven Einstieg in die Volksschule zu ermöglichen?
Man kann grob drei Entwicklungsbereiche für die sogenannte Schulreife bzw. Schulfähigkeit unterscheiden.
Am auffälligsten präsentiert sich natürlich die körperliche Entwicklung eines Kindes. Als Hinweise auf eine noch fehlende Schulfähigkeit zählen Zeichen wie:

  • Wenn ein Kind noch sehr klein und sehr kindlich wirkt.
  • Wenn das Kind nach dem Kindergarten immer sehr erschöpft ist.
  • Wenn es feinmotorisch noch sehr große Schwierigkeiten hat (z.B. beim Zeichnen, Basteln, Schneiden,…).

Natürlich ist  an die intellektuelle Entwicklung zu denken, wenn von der Schulfähigkeit die Rede ist. 

  • Hier sollte ihr Kind in der Lage sein, kurze Geschichten bzw. Erlebnisse folgerichtig und in vollständigen Sätzen zu erzählen. 
  • Auf Fragen sollte es sinngemäß antworten können und auch einfachen sprachlichen Anweisungen zu folgen imstande sein. 
  • Eine wichtige Lernvoraussetzung für die Entwicklung des Lesens ist etwa die Fähigkeit, Symbole zu erkennen und zu unterscheiden. 
  • Auch das Sortieren von verschiedenen Formen und Gegenständen nach den Kriterien Farbe, groß/klein, schnell/langsam, länger/kürzer,… sollte bereits gelingen.
  • Einfachste Zählaufgaben bzw. das Erfassen von Mengen von 2-3 Elementen auf einen Blick stellen eine wesentliche Basis für den Erwerb mathematischer Fähigkeiten dar. 
  • Das Kind sollte auch in der Lage sein, sich über einen Zeitraum von ca. 15 Minuten konzentriert mit einem Spiel bzw. einer Aufgabe zu beschäftigen.

Und schließlich muss auch noch die sozioemotionale Schulfähigkeit bedacht werden. Dazu gehören die Frage nach der Gruppenfähigkeit, der emotionalen Stabilität, der Arbeitshaltung und des Aufgabenverständnisses.
Gruppenfähigkeit: Hat ihr Kind während des Kindergartenbesuchs gelernt mit anderen freundschaftlich umzugehen? Kann es mit Kindern und Erwachsenen in sprachlichen Kontakt treten? Kann es auf andere Rücksicht nehmen und z.B. warten, bis es an der Reihe ist?
Emotionale Stabilität: Dieser Faktor beeinflusst stark, wie und mit welcher Einstellung Ihr Kind an eine Aufgabe herangeht. Kann es seine Empfindungen und Bedürfnisse angemessen äußern? Kann es seine eigenen Fähigkeiten gut einschätzen? Gibt es bei Misserfolgen rasch auf, oder spornen diese es an? Kann es schon selbst abschätzen, welchen Anteil es selbst am Lösen einer Aufgabe trägt?
Arbeitshaltung und Aufgabenverständnis: Wie schaut es mit der Selbständigkeit ihres Kindes aus? Kann es schon selbst die Schuhe und die Jacke anziehen und wenn ja, gelingt dies auch in angemessener Zeit? Hält es bei einer Aufgabe bis zum Ende aus und arbeitet dabei auch sorgfältig? Versteht es Spielregeln, hält es sich auch an sie und gelingt es ihm auch schon manchmal zu verlieren?
Die Vorbereitung auf den Schuleintritt findet im Kindergarten aber natürlich auch zu Hause statt. Wichtig ist dabei ein möglichst angstfreies und selbstwertförderndes Klima zu schaffen. Viele der oben genannten Fähigkeiten können im alltäglichen Miteinander gefördert werden. Sei es, dass man Zählen in der Obstabteilung des Supermarktes beim Füllen von Säckchen trainiert oder beim Spaziergang mit dem Kind über die verschiedenen Formen und Farben in seiner nächsten Umwelt spricht. Wichtig ist dabei immer auch, dem Kind ausreichend Zeit für die Erfüllung dieser Aufgaben einzuräumen. So kann schon einmal das selbständige Anziehen der Schuhe frühmorgens zur Geduldsprobe werden.
Die meisten Kinder bewältigen die oben beschriebenen Herausforderungen schon nach kurzer Eingewöhnungszeit in der Schule. Es gibt jedoch Kinder, die in der Entwicklung noch deutlich zurückliegen. Für sie gibt es die Möglichkeit das erste Schuljahr in einer Vorschulstufe zur „Nachreife“ zu verbringen. Der Schritt in die Vorschulstufe kann auch noch während des ersten Schuljahres erfolgen, wenn im Laufe des Unterrichts deutlich wird, dass noch größere Entwicklungsrückstände bestehen. Durch ein umfangreiches Förderangebot, das flexibel auf die individuellen Lernbedürfnisse abgestimmt wird und auch durch kürzere Lerneinheiten soll dem Kind die Möglichkeit eröffnet werden, seine Fähigkeiten stärker herauszustreichen aber auch bei Schwächen Förderangebote in Anspruch nehmen zu können.
Sollten Sie Zweifel an der Schulfähigkeit / Schulreife Ihres Kindes haben, können Sie sich an eine der zahlreichen schulpsychologischen Beratungsstellen zur kostenlosen Beratung wenden. Die Telefonnummern der Schulpsychologischen Beratungsstellen finden sie unter www.schulpsychologie.at.


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