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Streit kommt in den besten Familien vor

von Linda Syllaba

Elternbildung
Elternbildung
Elternbildung

Menschen sind sehr unterschiedlich in ihren Vorstellungen, Meinungen und Ansichten. Sie haben individuell unterschiedlichen Geschmack, Bedürfnisse, Wünsche, Grenzen… Ich sage gern mit meinem Zwinkerauge „nur eine Null hat keine Ecken und Kanten“. Das bedeutet, dass das, was für mich gut und richtig ist, jemand anderes total idiotisch finden kann. Wenn das passiert, haben wir einen Konflikt.

So gesehen haben wir jeden Tag unzählige Konflikte mit allen möglichen Menschen. In der Familie, wo wir einander besonders nahe stehen, kommt noch der Faktor Emotion verstärkend hinzu, so dass es nahezu unmöglich ist, auch nur einen einzigen Tag konfliktfrei miteinander zu verbringen. Wo Menschen zusammenkommen, da menschelt´s. Und raschelt´s. Und kracht´s.

Jetzt kommt es natürlich darauf an, wie man mit so einem Konflikt umgeht. Möglichkeiten gibt es ja viele.

Da gibt es die Variante: „ich sage nichts, aber was ich denke ist grausam.“ Bei dieser Form, wird der Konflikt nicht mit Worten ausgesprochen, der Körper spricht trotzdem und die Atmosphäre wird vergiftet. Einer, oder gar beide schlucken ihren Ärger hinunter und „vergiften“ damit sich selbst. Eine recht ungesunde Sache. Aber leise.

Dann gibt es da noch die Variante, völlig auszurasten, herumzuschreien und zu toben. Hierbei besteht die Gefahr, einander mit Worten oder womöglich noch anderweitig zu verletzen. Auch das könnte recht ungesund enden, denn auch seelische Verletzungen können lebenslange Narben hinterlassen. Und es wird laut.

Zwischen diesen beiden Extremen gibt es gottseidank noch Abstufungen und es ist eine wirklich wichtige Fähigkeit für uns Menschen, die wir ja als soziale Wesen mit anderen Menschen zusammenleben wollen, mit Konflikten gesund umgehen zu lernen. Unsere Kinder lernen dies, wie so oft, am besten über uns Erwachsene, durch Vorbildwirkung.

Nun wissen wir schon, dass Konflikte an sich nichts ungewöhnliches sind und auch nichts Schlimmes, sondern etwas ganz Natürliches, das eben auftritt, wo Menschen zusammenkommen. Ich betone das so, um Konflikten den Schrecken zu nehmen. Der Schrecken rührt eher von unangenehmen Erfahrungen mit Konflikten in der Vergangenheit, oder der Unfähigkeit, damit umzugehen.

Schreckliche Vorbilder und loyale Kinder

Wenn deine eigene Mutter konfliktscheu war, kann es passieren, dass du es ihr gleichtust. Wenn dein Vater Choleriker war, kann es ebenso sein, dass du ihm nachkommst. Abgesehen vom eigenen Temperament, hat dieses ähnliche Verhalten, neben der Sache mit der Vorbildwirkung, oft mit einer Form von Liebe zu tun, die man auch Loyalität nennt.

Aus Loyalität machen wir Menschen Dinge unbewusst

  • wie du
  • statt dir
  • für dich

Das eine schließt das andere nicht aus, es ist auch möglich alle drei Möglichkeiten parallel zu führen. Kinder sind extrem loyal und agieren ganz oft auf die beschriebene Weise. Auch erwachsene Kinder tun oft immer noch wie/statt/für ihre Eltern. Dann ist es wichtig, anzuerkennen, dass es so ist und dass es nicht länger notwendig ist, weil

Du bist Du und ich bin ich.

Du darfst Du sein und Deinen Weg auf Deine Weise, deiner Vorstellung entsprechend gehen. Es gibt so viele Möglichkeiten, Liebe auf andere Art zum Ausdruck zu bringen. Du musst nicht länger „kooperieren“, und darfst (Deine Eltern oder wen auch immer) trotzdem weiter lieben.

„Wer dem Konflikt aus dem Weg geht, geht letztendlich den Menschen aus dem Weg.“ (Jesper Juul)

Eigene Streitkultur erlernen

Konflikte sind auch eine Form von Kontakt, vielleicht nicht immer die angenehmste Form, jedoch bedeutet es, dass dir ein Thema wichtig ist und dass dir der Mensch mit dem du den Konflikt austrägst wichtig ist. Sonst würdest du nicht mit ihm streiten. Wenn irgendwann die Resignation oder Ignoranz gesiegt haben, muss einiges an Machtkämpfen vorangegangen sein. à Wenn in einem Streit einer gewinnt, verlieren am Ende beide.

Es geht auch anders!

Wie so oft, ist Kommunikation die Basis. Im Streitfall empfiehlt es sich, die sogenannten ICH-Botschaften zu verwenden. Ich gehe noch weiter und empfehle die „persönliche Sprache“. Diese ergänzt die Ich-Botschaft um eine Nachricht aus deinem persönlichen „Wahrnehmungsland“.

Beispiele:

Ich denke…

Ich fühle…

Ich brauche…

Ich will/nicht

Ich werde…

Ich mag…

Mir gefällt…

Wichtig ist dabei, wirklich beim EIGENEN zu bleiben und nicht nach dem ersten Komma, in die Du-Botschaft überzuleiten. Beispiel: „Ich mag nicht dass du….“. Bleibe in Deinen Aussagen bei Dir, bei Deinen Empfindungen, Wahrnehmungen, Bedürfnissen usw. Damit kannst Du niemals so verletzend sein, wie wenn du dem anderen etwas über ihn erzählst (du bist ja so …).

Das wunderbare daran ist, dass wenn Du jemand anders Einblick in Dein „Land“ gewährst, dieser andere Mensch also etwas über dich erfährt, das er vorher vielleicht noch nicht wusste. Wenn Du deine Gefühle und Bedürfnisse offenlegst, kann sich der andere besser einfühlen und somit steigt die Kooperationsbereitschaft und die Kampfeslust sinkt!

Probiere es einfach mal aus!

 

Linda Syllaba
1971 in Wien geboren, verheiratet und Mutter zweier Söhne, Dipl. system. Coach, familylab-Familienberaterin, Psychologische Beraterin, Aufstellerin, Fachbuch-Autorin, u.a.  „Die Schimpf-Diät – in 7 Schritten zu einer gelassenen Eltern-Kind-Beziehung“, Beltz Verlag (Sept. 2019)

2009 gründete sie  www.beziehungshaus.at, ihr liegt Persönlichkeitsentwicklung und beziehungsorientierter Umgang am Herzen. Sie engagiert sich für Eltern, Paare und Familien, die miteinander und aneinander wachsen wollen. Dabei sind Selbstfürsorge und Selbstwertgefühl ihre besonderen Anliegen.
Seit 2016 arbeitet sie mit der erfolgreichen Elternbloggerin Daniela Gaigg, www.diekleinebotin.at, im Projekt „MAMA-Coaching – für dich da“ zusammen. In dieser Kooperation sind unzählige Podcasts, Videos, E-Books, Blogposts und nun ein gemeinsames Buch im Beltz-Verlag erschienen.
Ihr zweites berufliches Schwerpunkt-Thema ist Karrierecoaching.

www.beziehungshaus.at


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