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Wenn Kinder nach dem Tod fragen

von Ilse Maria Lechner

Elternbildung
Elternbildung
Elternbildung

Kaum etwas macht Eltern so sprachlos, wie Kinderfragen nach dem Tod. Sie wollen ihre Kinder vor Schmerz und Trauer schützen. Sie sollen unbeschwert Kind sein. Ist es da nicht die Pflicht von Eltern alles Schwere so gut es geht von den Kindern fern zu halten?

Ich glaube nicht, denn der Tod gehört zum Leben und die Kinder stellen ganz selbstverständlich und unbeschwert Fragen nach Sterben und Tod. Sie wollen wissen was danach kommt und ab einem gewissen Alter beobachten sie mit freudigem Grauen Verwesungsprozesse. Sie befriedigen ihre naturwissenschaftliche Neugier und sind noch nicht so sehr an konventionelle Regeln gebunden.

Das Verständnis über Leben und TodElternbildung

Wie weit Kinder mit dem Begriff Tod und Sterben überhaupt etwas anfangen können, hängt vom Lebensalter und Entwicklungsstand ab. Auch das Konzept der Endgültigkeit steht damit in engem Zusammenhang.

Säuglinge bis zum 12. Lebensmonat

Der Tod bedeutet Abwesenheit und verunsichert. Kinder spüren die Trauer von Bezugspersonen. Abwesenheit und Trauer werden also gefühlt, aber nicht verstanden.

Kleinkinder bis zum 18. Lebensmonat

Kinder beginnen tote und lebendige Objekte zu unterscheiden. Fremde Gesichter und die Abwesenheit von liebgewonnenen Menschen verunsichern das Kind. Dem Kind wird langsam bewusst, dass nicht alles, was verschwindet auch wiederkommt.

Kleinkind bis zum 2. Lebensjahr

Gefühle können sehr vereinfacht ausgedrückt werden. Sätze wie „Oma krank?“ oder „Papa weg?“ verdeutlichen das.

Kleinkinder bis zum 4. Lebensjahr

In diesem Alter herrscht das magische Denken vor. Dadurch bringen Kinder unangenehme Erfahrungen mit eigenem Fehlverhalten in Verbindung. Genau hierauf sollten Eltern achten. Denn Kinder geben sich in diesem Altern gerne die Schuld oder sehen sich als Auslöser für schlimme Erlebnisse.

Durch das animistische Denken werden Alltagsgegenstände beseelt und wichtig. Übergangsobjekte wie Kuscheltiere, Schmusedecken haben große Bedeutung und können Tröster sein.

Die Frage nach dem Warum beschäftigt die Kinder. „Warum wurde die Mimi vom Auto überfahren?“

Es gibt aber noch kein konkretes Verständnis vom Tod.

Vorschulkind bis zum 6. Lebensjahr

Der Tod wird jetzt als „nicht leben“ verstanden. Es wird allerdings noch nicht als absolut erkannt.
Der Tod erscheint auch noch zeitlich begrenzt. „Wann kommt Opa aus dem Himmel zurück?“

Bedeutsam ist in diesem Alter das Spiel als Verarbeitungsprozess. In einem meiner Blogbeiträge beschreibt eine Erzieherin, wie Kinder mit Schachteln Begräbnis gespielt haben, nachdem ein Kindergartenkind gestorben war.

Grundschulkind bis zum. 8. Lebensjahr

Ab diesem Alter wird der Tod real.

Allerdings stellt sich auch Angst ein. „Mama wirst du auch sterben?“

Das Verständnis für Übergangsprozesse und biologische Abläufe ist schaurig interessant. Abläufe werden pragmatisch durchdacht und vollkommen sachlich betrachtet.

Opa wann musst du sterben?Elternbildung

Fragen dieser Art rufen nicht selten Entsetzen hervor. Sowohl bei den Angesprochenen, als auch bei den Eltern der Kinder. Erstere wollen möglicherweise aufgrund ihres Alters nicht mit dem Thema konfrontiert werden. Scheint das Ende doch immer näher zu kommen und sie wollen lieber nicht drüber nachdenken. Die Kindeseltern fühlen sich oft schlecht und für solche Äußerungen verantwortlich. Schließlich fragt man „so etwas“ doch nicht!

Ohne Hintergedanken

Kinder stellen diese Frage jedoch aus Neugier und Interesse und ohne Hintergedanken. Sie sind sich meistens nicht bewusst, dass sie ein sensibles Thema ansprechen. Auch die Tatsache, dass die Angesprochenen eventuelle mit unerwünschten Gefühlen konfrontiert sind, ist ihnen nicht klar.

Wie können Eltern und Angesprochene antworten

Die Kinder brauchen zwei Antworten. Die eine betrifft die rein sachliche Ebene. Da könnte die Antwort ungefähr so lauten: „Das weiß ich nicht. Niemand kann genau sagen, wann er sterben wird.“

Die zweite Antwort sollte die eigenen Gefühle betreffen und auch einen Bezug zum Kind herstellen und kann etwas in der Art sein: „Weißt du, ich möchte noch ganz lange leben. Ich habe noch sehr viel vor. Ich habe dich lieb und möchte auch noch erleben wie du erwachsen wirst. Vielleicht darf ich sogar noch sehen, ob du auch Kinder hast.“

Damit ist das Kind einerseits beruhigt und bekommt auch das Signal, dass seine Frage in Ordnung war und wahrheitsgemäß beantwortet wird.

Wie ist das nach dem Tod? Bekomme ich dann Flügel?

Egal ob sie gläubig erzogen werden oder nicht. Kinder hören gut zu. Sie nehmen alles auf. Daher bilden sie ihre Vorstellungen auch aus dem, was sie wo anders hören, was sie im Film oder Fernsehen gesehen haben oder was im Kindergarten oder in der Schule besprochen wurde. Die Vorstellungen Ihres Kindes muss also nicht zwangsläufig mit ihrer übereinstimmn.

Manchmal kommt es da zu wirklich herzigen Ansichten, die für das Kind reale Vorstellungen oder auch Befürchtungen sind. Ich hatte einmal ein Mädchen, das sich ernsthaft Sorgen machte, nach dem Tod in den Himmel zu kommen. Einerseits gefiel ihr das Konzept. Andererseits hatte ihr jemand erklärt, dass Wolken aus Wasserdampf bestünden. Somit war für sie klar. Auf einer Wolke kann man nicht sitzen, da fällt man zu Boden.

Diese Sorgen muss man natürlich ernst nehmen und die Kinder entlasten. Am einfachsten geht das, indem Sie zugeben selbst nicht genau zu wissen, wie es sein wird.

„Weißt du, die Menschen haben ganz verschiedene Vorstellungen, was nach dem Tod passiert. Wir wissen es aber alle nicht so genau.“

Wenn Ihr Kind an der Natur interessiert ist, dann können sie auch mit Beispielen aus der Natur arbeiten und damit zeigen, dass das Leben ein Kreislauf ist. Eine Sonnenblume wächst, blüht, verwelkt, die Samen fallen in die Erde und irgendwann wächst vielleicht wieder eine Sonnenblume.

Sind tröstliche Geschichten sinnvoll?Elternbildung

Kinder brauchen Beispiele aus der Natur, Bilder und Möglichkeiten. Wichtig ist, dass Sie zugeben, es nicht zu wissen. Das sollten Sie auch in ihren Erklärungen immer wieder betonen: „Ich stelle mir vor, … ich glaube, … ich wünsche mir, … ich fände es schön …“ Damit machen Sie Ihr Kind frei von vorgefertigten Ansichten und ermöglichen ihm seine eigenen Trostvorstellungen zu entwickeln. Sie machen ein Angebot und das Kind wählt, ob das Angebot im Moment passt.

Kinder sind oft sehr praktischElternbildung

Kinder stellen aber auch unglaublich praktische Fragen.

Einige Beispiele

  • „Wie lange dauert es, bis die Würmer kommen?“
  • „Wie tief muss ein Grab sein?“
  • „Wie heiß ist es in einem Krematorium?“
  • „Bekommt die Oma im Sarg Angst?“
  • „Wer macht mir jetzt die Palatschinken, wenn Oma tot ist?
  • „Wer bekommt den Fernseher von Tante Lotte?“

Angst vor dem TodElternbildung

Die meisten Kinder haben keine Angst vor dem eigenen Tod. Sie gehen davon aus, dass nur alte Menschen sterben. Wenn es allerdings einen Trauerfall in der Familie gab, dann kommt es immer wieder vor, dass Kinder Angst haben ihre Eltern könnten sterben.

Das ist völlig normal. Ich rate dann immer dazu, die Körperfunktionen zu beobachten. „Fühl mal, mein Herz schlägt noch. Ich möchte noch ganz lange bei dir bleiben.“

Kurz und knackig zusammengefasst:

  • Bleiben Sie ehrlich
  • Weichen Sie Fragen über den Tod nicht aus.
  • Seien sie nicht schockiert, wenn ihr Kind Fragen stellt.
  • Antworten Sie in einfachen kurzen Sätzen.
  • Seien Sie einfühlsam und behutsam. Lieber zu kurz antworten, also zu ausführlich.
    Kinder fragen nach, wenn sie mehr wissen wollen
  • Nützen Sie Alltagssituationen wie z. B. einen toten Vogel am Straßenrand, den verhungerten Igel im Garten …
  • Geben Sie zu, dass sie nicht alles wissen und dass manches eine persönliche Vorstellung ist.
  • Zeigen Sie Ihre eigenen Gefühle.
  • Machen Sie sich gemeinsam mit dem Kind auf die Suche nach Antworten, wenn sie keine haben. Fragen Sie auch das Kind nach seinen Vorstellungen.
  • Nützen Sie keine beschönigenden oder verharmlosenden Beschreibungen.

KommentareElternbildung

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